Klaus-Dieter Vogler (links) ist seit zwölf Jahren Bürgermeister der Gemeinde Dipperz. Steffen Korell (rechts) hat seine erste Amtszeit als Bürgermeister in Gersfeld hinter sich.
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Klaus-Dieter Vogler (links) ist seit zwölf Jahren Bürgermeister der Gemeinde Dipperz. Steffen Korell (rechts) hat seine erste Amtszeit als Bürgermeister in Gersfeld hinter sich.

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Bürgermeisterwahlen in Dipperz und Gersfeld: Vogler und Korell müssen in Corona-Zeiten kreativ sein

  • Jessica Vey
    vonJessica Vey
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In der Rhön stehen am 14. März neben der Kommunalwahl auch zwei Bürgermeisterwahlen an. In Gersfeld und Dipperz treten jeweils die Amtsinhaber an – und suchen Wege, wie sie trotz Corona-Pandemie in Kontakt mit den Bürgern treten können.

Gersfeld/Dipperz - Kontaktbeschränkungen und Versammlungsverbot machen es nicht nur den Parteien und Wählergruppen schwer, Wahlkämpfe zu führen. Auch für die Bürgermeisterkandidaten ist es eine Herausforderung, in Corona-Zeiten möglichst viele Menschen von sich zu überzeugen, damit die Wahlbeteiligung und der Prozentanteil an Ja-Stimmen hoch ausfallen.

Corona erschwert Bürgermeister-Wahlkämpfe in der Rhön

Für Klaus-Dieter Vogler (parteilos, Dipperz) und Dr. Steffen Korell (CDU, Gersfeld) sollte eigentlich bereits seit 24. Mai 2020 feststehen, ob sie eine weitere Amtszeit Chef im Rathaus bleiben. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Wahl verschoben.

Doch auch der neue Termin am 14. März und der Wahlkampf werden von der Pandemie geprägt sein. Ab 1. Februar können Wählerinnen und Wähler bereits per Briefwahl ihre Stimme abgeben. Deshalb ist es den Bürgermeisterkandidaten schon jetzt ein Anliegen, die Bürgerinnen und Bürger zu erreichen. Doch wie? Für beide steht fest: Präsenzveranstaltungen und Haustürgespräche können keine Rolle spielen.

Bürgermeisterwahl in Dipperz: Amtsinhaber Vogler setzt auf gedruckte Flyer

Die Bürgerinnen und Bürger könnten sich jederzeit per Mail oder Anruf an ihn wenden, betont Klaus-Dieter Vogler (61). Er ist seit zwölf Jahren Rathauschef in Dipperz. Dass durch die Einschränkungen der Kontakt zu den Bürgern fehle, bedauere er. Doch er sagt: „Eigentlich unterscheidet sich mein Wahlkampf nicht gravierend von dem vor sechs Jahren, außer dass Präsenzveranstaltungen in den Ortsteilen wegfallen.“ Haustürbesuche habe er auch beim letzten Mal nicht gemacht.

Seit 1972 lebt er in Dipperz und ist in vielen Vereinen aktiv. Viele kennen ihn. Doch er betont, er wolle jedem die Möglichkeit bieten, Fragen und Anregungen loszuwerden. Er möchte voraussichtlich eine Video-Konferenz für interessierte Bürger initiieren, erklärt Vogler.

Auch ein Flyer sei in Arbeit, auf dem seine Ziele für die weitere Entwicklung der Gemeinde formuliert sind. Außerdem sollen Wahlplakate aufgehängt werden – voraussichtlich Anfang beziehungsweise Mitte Februar. Die Flyer wolle er zusammen mit Unterstützern aus seiner Familie in jeden Briefkasten werfen. Social Media spiele für ihn keine Rolle.

Bürgermeisterwahl in Gersfeld: Amtsinhaber Korell sucht den digitalen Kontakt

Anderes gilt für den Bürgermeister-Kollegen aus Gersfeld. Steffen Korell tritt regelmäßig digital auf: „Das mache ich letztendlich nicht nur vor der Wahl so. Ich nutze meine Social-Media-Kanäle und auch meine Homepage seit sechs Jahren, um die Bürgerinnen und Bürger zu informieren. Im Moment ist das Internet das zentrale Medium“, sagt der 36-Jährige. „Meine Homepage aktualisiere ich fast täglich und in den sozialen Netzwerken nehme ich mir auch die Zeit, um auf Kommentare dort zu reagieren.“

Auch er plant, Wahlplakate aufzuhängen und ein Flugblatt in alle Briefkästen in Gersfeld einzuwerfen. Er legt sowohl eine Visitenkarte als auch ein Blumensamen-Tütchen dazu: „Das finde ich schöner, als einen Kugelschreiber oder Ähnliches. Die Botschaft ist: ‚Gersfeld blüht auf‘“, erklärt der Bürgermeister. Themen wie Natur und Biodiversität hätten in Gersfeld einen hohen Stellenwert.

Korell betont, dass keine Präsenzveranstaltungen in den Orten stattfinden können, und dass es „seit dem Sommer kaum Gelegenheit gab, überhaupt mit vielen Menschen in Kontakt zu treten. Doch das ist es eigentlich, wovon ein Bürgermeisterwahlkampf lebt: vom Austausch mit den Bürgern“, betont er. Deshalb appelliert auch er, dass Bürgerinnen und Bürger sich über Telefon, Mail, Facebook und Instagram oder auch per Videochat jederzeit an ihn wenden könnten.

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