Der Prinzenwagen auf dem Fuldaer Rosenmontagszug 2020.
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Den Prinzenwagen, wie auf dem Fuldaer Rosenmontagszug 2020, wird es im nächsten Jahr nicht geben, da Karneval ausfällt.

Kein Prinz, kein Romo, kein Ball

Jetzt steht es fest: Fastnacht in Fulda fällt wegen Corona komplett aus – Friedensgottesdienst findet statt

  • Sebastian Reichert
    vonSebastian Reichert
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  • Daniela Petersen
    Daniela Petersen
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Die gesamte Fastnachts-Kampagne fällt 2020/2021 in Fulda wegen der Corona-Pandemie flach. Die 14 Rand- und Bundesstaaten und die FKG haben das am Montagabend beschlossen.

Update 31. August, 20 Uhr: Kein Rosenmontagsumzug, kein Ball der Stadt Fulda: In der Saison 2020/2021 fällt die Fuldaer Foaset komplett aus. Darauf haben sich die 14 Bundes- und Randstaaten sowie die FKG am Montagabend geeinigt. Lediglich der Friedensgottesdienst soll stattfinden. Bei der Sitzung am Montagabend gab es eine längere Diskussion, in der Richtung, die Kampagne abzusagen, waren sich aber alle einig.

Bundes- und Randstaaten sowie die FKG haben sich darauf geeinigt, dass die Fastnachtskampagne in Fulda wegen Corona ausfällt.

Kein Romo, kein Ball: Fastnacht in Fulda wird wegen Corona abgesagt

Erstmeldung vom 19. August: Fulda - „Auch bei uns geht es schon seit längerem in die Richtung, dass wir die Kampagne wahrscheinlich absagen werden. Eine finale Entscheidung soll es aber erst nach dem 31. August geben – an diesem Tag treffen sich die Randstaaten, einige andere Fastnachtsvereine und die FKG zu einem Gespräch“, erklärt FKG-Präsident Michael Hamperl.

Bereits Ende Juni hatte die FKG mitgeteilt, dass im August eine Entscheidung fallen solle, ob die Kampagne 2020/21 trotz Corona-Pandemie stattfinden kann. Dass Jens Spahn sich bei einer Telefonkonferenz des Gesundheitsausschusses so geäußert hat, begrüßt er: „Für uns wäre es förderlich, wenn es diesbezüglich eine Anordnung vom Bund gebe. Das nimmt uns die Entscheidung ab.“

Sollte es keine klare Regelung geben, könnten einige Fastnachter dazu verleitet werden, doch Veranstaltungen während der Corona-Pandemie stattfinden zu lassen, befürchtet der 57-Jährige: „So etwas kann dann schnell aus dem Ruder laufen. Man sieht es ja am Beispiel Mallorca. Diese Gefahr sehe ich auch beim Karneval.“

Die Verantwortung für mögliche Folgen– Infektionen, Erkrankungen, Tod beziehungsweise ein regionaler Lockdown – wolle niemand übernehmen. In einem Gastbeitrag hat der Immunologe Dr. Peter M. Kern aus Fulda zuletzt angesichts einer zweiten Welle deutliche Worte gewählt: „Offenbar sind wir bereit, eine gewisse Infektions- und Todesrate zu akzeptieren.“

„Die Großveranstaltungen der FKG wie Ball, Umzüge und Fremdensitzungen werden ausfallen. Das können wir gar nicht anders entscheiden“, erklärt Hamperl. Er geht davon aus, dass auch die anderen Fastnachtsvereine, sich am 31. August mehrheitlich für eine Absage der Kampagne aussprechen werden.

Die Vorbereitungen für die Veranstaltungen sind allerdings schon angelaufen: Einige Tanzgruppen haben bereits unter Coronabedingungen trainiert. „Unsere Garde hat angefangen, das grobe Konzept der Veranstaltungen steht. Und natürlich gibt es auch schon einen Prinzen“, erklärt der 57-Jährige. Wer das ist, das wird normalerweise am 11. 11. verkündet.

Doch laut Hamperl wird es diese traditionelle Veranstaltung in diesem Jahr im Karneval wohl nicht geben. Der Prinz in Spe muss sich daher noch ein Jahr gedulden: „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, betont der FKG-Präsident. Der Fastnachtsprinz werde dann im kommenden Jahr zum Zug kommen.

„Das ist ganz in seinem Sinne. Als Prinz möchte er die Fastnacht auch nicht nur in einer abgespeckten Form erleben“, weiß Hamperl. Der FKG-Präsident ist überzeugt, dass die Kampagne 2021/2022 umso schöner wird: „Die Fastnacht wird dann wie ein Phönix aus der Asche steigen.“

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Bund Deutscher Karneval: Karnevalsfeiern nicht pauschal absagen   

Der Bund Deutscher Karneval hatte hingegen am Mittwoch erklärt, dass er nichts von einer pauschalen Absage von Fastnachts- und Karnevalsveranstaltungen in Deutschland wegen der Corona-Pandemie halte. „Jeder, der mit klarem Verstand die Situation einschätzt, ist sich darüber im Klaren, dass für 2021 die gewohnten Feier- und Veranstaltungsformen nicht vorstellbar sind“, teilte das Präsidium des Dachverbandes mit.

Der Bund Deutscher Karneval vertritt rund 2,6 Millionen Mitglieder in mehr als 5300 Vereinen und Zünften. Mit viel Kreativität und Ideenreichtum sind laut dem Dachverband Karnevalisten und Fastnachter in den verschiedenen Regionen derzeit dabei, Feierformen zu entwickeln, die die Gesundheitsvorgaben beachteten und bisher nicht denkbar oder technisch möglich gewesen seien.

„Diese Entwicklung durch Absage/Untersagung pauschal abzuwürgen, wäre politisch nicht klug! Denn noch immer gilt auch für den Karneval: Not macht erfinderisch!“ Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich zuvor wegen der Corona-Pandemie skeptisch geäußert, ob im kommenden Winter Karneval stattfinden kann.

„Ich war selbst Kinderprinz und komme aus einer Karnevalshochburg. Ich weiß also, wie wichtig Karneval für viele Millionen Deutsche ist. Aber: Ich kann mir Karneval in diesem Winter, mitten in der Pandemie schlicht nicht vorstellen. Das ist bitter, aber so ist es“, wurde Spahn von der „Rheinischen Post“ zitiert. 

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