In Fulda wurde am Dienstag das dritte Corona-Schnelltestzentrum beim DRK in der Karlstraße eröffnet.
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In Fulda wurde am Dienstag das dritte Corona-Schnelltestzentrum beim DRK in der Karlstraße eröffnet.

Fulda, Main-Kinzig-Kreis, Vogelsberg

Nach Chaos um Corona-Schnelltests: Kreise in Osthessen errichten Testzentren auf eigene Faust

  • Alina Komorek
    vonAlina Komorek
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    Selina Eckstein
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In Osthessen entstehen derzeit mehrere Corona-Schnelltestzentren. Nachdem in Hünfeld und in Fulda bereits die ersten den Betrieb aufgenommen haben, gibt es in der Barockstadt seit Dienstag nun eine dritte Anlaufstelle. Auch der Main-Kinzig-Kreis sowie der Vogelsbergkreis haben ihre Vorgehensweise bekannt gegeben.

Osthessen - Der 44-jährige Uli Fromm war der erste: Er wurde von FSJ-ler Niklas Hacker (18) getestet und musste dann 15 Minuten auf das Ergebnis seines Corona-Tests warten. Damit ist das Corona-Schnelltestzentrum des DRK in der Karlstraße als drittes in Fulda eröffnet. Bereits am Montag wurden zwei Schnelltestzentren in Fulda errichtet. In Hünfeld nahmen die dortigen Apotheken ebenfalls ein Corona-Schnelltestzentrum in Betrieb.

Dr. Thomas Menzel vom Klinikum Fulda, Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, Dr. Heike Weißer vom Klinikum und Philipp Adamietz, der die DRK-Testzentren leitet, eröffneten das Corona-Schnelltestzentrum, in dem sich die Bürgerinnen und Bürger einmal pro Woche gratis testen lassen können. Vorläufig würde man an diesem Standort die Corona-Schnelltests zwischen 11 und 18 Uhr anbieten. Langfristig sollen sich die Öffnungszeiten aber an den Geschäften und der Gastronomie orientieren. Denn für sie ist das Zentrum besonders wichtig: „Das wird auch der Standort für die Tests, die in der Gastronomie gebraucht werden, weil wir uns hier in direkter Nähe zum Bermuda-Dreieck befinden“, erklärt Philipp Adamietz. (Lesen Sie hier: Chaos um Corona-Schnelltests - Apotheker und Ärzte in Fulda sind ratlos)

Corona-Schnelltest: Kreise in Osthessen errichten Testzentren auf eigene Faust

Adamietz rechnet als Leiter der DRK-Testzentren damit, dass pro Stunde etwa 25 Leute an einer Abstrichstraße getestet werden können. Er sagt, dass an einer Abstrichstraße jeweils zwei Personen gebraucht würden: Eine Person übernimmt die Registrierung, die zweite nimmt die Abstriche vor und ist damit kontaminiert.

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld erklärt, dass die Stadt Fulda mit diesem dritten Zentrum keinen Sonderweg gehe: „Wir sind nur etwas schneller.“ Die Vorgehensweise sei aber eingebettet in die Entscheidungen von Bund und Land. Dr. Thomas Menzel ist stolz, mit Klinikum, Stadt und DRK so schnell eine Anlaufstelle in so kurzer Zeit eingerichtet zu haben. Die Corona-Schnelltests seien zusammen mit den Impfungen, die voranschreiten, ein „Licht am Ende des Tunnels“. Er mahnt aber auch, dass ein Schnelltest jeweils nur für 24 Stunden gelte: „Man muss sich jede Woche überlegen, was man damit macht“, sagt er. (Lesen Sie hier: Mit dem Corona-Ticker für Fulda bleiben Sie auf dem Laufenden)

Corona-Schnelltestzentren im Main-Kinzig-Kreis werden Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt

Der Main-Kinzig-Kreis wird seine freien Kapazitäten in den kreiseigenen sechs Corona-Schnelltestzentren für die breite Öffentlichkeit anbieten. Landrat Thorsten Stolz und Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler hätten im Verwaltungsstab und mit dem Deutschen Roten Kreuz darüber gesprochen, zur Überbrückung die sechs Schnelltestzentren für die breite Öffentlichkeit zu öffnen - bis es Lösungen für den gesamten Landkreis gibt. Das meldete der Kreis in einer Pressemitteilung.

Bislang können an den Schnelltestzentren im Main-Kinzig-Kreis nur das Personal von Schulen und Kitas, Tagespflegepersonen sowie Besucherinnen und Besucher von Alten- und Pflegeheimen kostenfrei getestet werden. Über ein Terminbuchungssystem kann sich nun jeder einen Termin für einen Antigen-Schnelltest in Bruchköbel, Hanau, Gelnhausen, Langenselbold, Schlüchtern und Wächtersbach geben lassen.

Seit dem 1. März läuft der Betrieb acht Stunden werktäglich, drei Stunden an jedem Wochenendtag, geöffnet ist an sieben Tagen die Woche, gab der Main-Kinzig-Kreis bekannt. Für die Kommunalwahl in Hessen am kommenden Wochenende wurden die Zeiten und Testkapazitäten bereits deutlich ausgeweitet, um Wahlhelferinnen und Wahlhelfer aus den Kommunen zu testen. (Lesen Sie hier: Mit dem Corona-Ticker für den Main-Kinzig-Kreis bleiben Sie auf dem Laufenden)

Weitere Corona-Schnelltestzentren sollen entstehen - Main-Kinzig-Kreis sucht nach Lösungen

„Vereinzelt bleiben im normalen Tagesbetrieb Terminfenster ungenutzt. Das hat uns dazu veranlasst, den Personenkreis übergangsweise zu erweitern. Und für diese Phase des Übergangs in ein festeres, flächendeckendes Testsystem haben wir mit dem DRK auch eine Ausweitung der Testzeit und der Kapazitäten vereinbart“, erklärte Landrat Thorsten Stolz. Wer sich einem Corona-Schnelltest unterziehen will, kann sich also ab sofort über das Terminportal www.etermin.net/drktest für ein Zeitfenster und ein Schnelltestzentrum eintragen.

In den sechs Corona-Schnelltestzentren, wie hier in Wächtersbach, wird bereits seit Tagen getestet. Übergangsweise öffnet der Main-Kinzig-Kreis das Angebot für alle Bürgerinnen und Bürger.

Parallel hat der Kreis laut Susanne Simmler schon Gespräche mit den 29 Städten und Gemeinden geführt, um dezentrale Testangebote auf den Weg zu bringen. Alle Kommunen sind nun gemeinsam mit Anbietern vor Ort in der Organisation und der Suche nach Möglichkeiten. Ebenso habe der Kreis eine Abfrage unter Apotheken gestartet.

Corona-Schnelltests im Vogelsberg ab dem Wochenende möglich - So sehen die Pläne aus

„Wieder einmal hat Berlin ein unnötiges Chaos verursacht, doch auch diesmal werden wir die Aufgabe vor Ort pragmatisch lösen: Voraussichtlich ab dem Wochenende werden sich die Menschen in verschiedenen Kommunen im Vogelsbergkreis testen lassen können“, kündigte der Landrat des Vogelsbergkreises Manfred Görig (SPD) in einer Pressemitteilung an. Bereits am Montagvormittag habe eine Telefonkonferenz mit den Apothekern im Vogelsberg sowie den beiden DRK-Kreisverbänden stattgefunden, um herauszufinden, wer Corona-Testungen vornehmen kann. Am Nachmittag seien dann die Bürgermeister aller Städte und Gemeinden darüber informiert worden, führte Görig aus.

„Die Planungen sind nicht nur angelaufen, sie sind bereits sehr konkret“, sagt Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak (CDU). „Die Apotheker haben Schnelltests geordert, richten entsprechende Räumlichkeiten her und arbeiten teilweise bereits mit Apps für die Anmeldungen.“ Noch am Dienstag werden die Apotheken, die sich an der Testaktion beteiligen, vom Vogelsbergkreis dazu offiziell beauftragt, ebenso die beiden Kreisverbände des DRK.

Video: Corona-Selbsttest: Das ist der Unterschied zum Schnelltest

Außerdem soll erreicht werden, dass die Kassenärztliche Vereinigung (KV) ihr Test-Center in Herbstein auch auf Corona-Schnelltests ausdehnt, so Landrat Manfred Görig. Dazu gebe es bislang allerdings noch keine Rückmeldung.

Görig hat den Gesundheitsdezernenten Mischak beauftragt, sich weiter um die Umsetzung zu kümmern. Mischak stehe daher weiterhin in engem Kontakt zu den Apothekern, um die Vorbereitung der Testaktion abzustimmen. „DRK und einige Apotheker haben schon jetzt signalisiert: Ab Samstag kann voraussichtlich getestet werden“, sagt Mischak.

Übersicht der Apotheken, die Corona-Schnelltests durchführen, soll am Freitag veröffentlicht werden

Eine genaue Übersicht, welche Apotheke teilnimmt und zu welchen Zeiten Testungen durchgeführt werden, wird am Freitag veröffentlicht. Nicht jede Apotheke kann aufgrund ihrer räumlichen und personellen Möglichkeiten teilnehmen. Die beiden DRK-Kreisverbände werden zusätzlich Stationen in Alsfeld und Lauterbach einrichten. Schon ab Mittwoch wird die City-Ambulanz Alsfeld, die das kreiseigene Corona-Testzentrum in Alsfeld betreibt, kostenlose Schnelltests bei Alsfelder Unternehmen durchführen.

„Wir sind froh, dass sich ein Teil der Apotheken und die beiden DRK-Kreisverbände so kurzfristig bereiterklären, Testungen durchzuführen“, fasst Jens Mischak zusammen. Die Bevölkerung solle aber die Strukturen nicht überfordern. „Also soll jeder überlegen, wie dringend notwendig ein Test wirklich ist.“ (Lesen Sie hier: Mit dem Corona-Ticker für den Vogelsberg bleiben Sie auf dem Laufenden)

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