Ein Skiurlaub in den Alpen wird zumindest zum Saisonstart wahrscheinlich nichts. (Symbolfoto)
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Ein Skiurlaub in den Alpen wird zumindest zum Saisonstart wahrscheinlich nichts. (Symbolfoto)

Corona schadet Winter-Geschäft

Kein Skiurlaub an Weihnachten: Reiseveranstalter hängen in der Schwebe

  • Daniela Petersen
    vonDaniela Petersen
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Ende November hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gefordert, alle Skigebiete in Europa mindestens bis Mitte Januar zu schließen. Darüber ist ein Zoff entbrannt. Die Schweiz möchte ihre Skigebiete nicht schließen. Hiesige Reiseveranstalter halten die Füße aber erst einmal still.

Fulda - Von Fulda aus dauert es kaum fünf Autostunden, und man ist in den schönsten Skigebieten der Alpen. Viele Osthessen fahren regelmäßig in den Skiurlaub, nach Österreich, Italien, Frankreich oder in die Schweiz. Der Saisonstart gestaltet sich für die Reiseveranstalter durch Corona aber schwierig.

„Wir warten erst einmal ab”, sagt Frank Happ vom Reisebüro Happ in Flieden. Im Moment sei die Lage zu unsicher. „Man kann überhaupt nicht absehen, was erlaubt ist und was nicht. Wir wollen uns nicht wieder viel Arbeit bei der Planung machen und dann erneut alles absagen müssen.”

Skiurlaub in Corona-Zeiten: Reisebüros halten die Füße still

Lesen Sie hier: Betrieb der Skilifte in Rhön und Vogelsberg wegen Corona-Verordnung verboten.

Bis Ende Januar habe das Reisebüro Happ daher gar keine eigenen Skireisen geplant. Normalerweise fährt Happ an den Winter-Wochenenden zwei bis drei Touren in Richtung Alpen. Vor allem im Februar und März sei die Nachfrage nach Skireisen groß – dann, wenn die Temperaturen wärmer und das Wetter besser sind. „Osthessen ist eine Region, in der solche Reisen gefragt sind“, sagt Happ. Bisher sei die Nachfrage aber verhalten. „Ich würde es gern anbieten, aber nur, wenn es sinnvoll ist.“ Die Entscheidung der Regierung könne er verstehen: „Wir müssen den Weg jetzt gehen und in den sauren Apfel beißen.“ Happ glaubt nicht, dass es in den Wintermonaten viele Busreisen geben wird: „Realistisch und optimistisch formuliert könnte es vielleicht an Ostern besser aussehen.“ Busse, die bis auf den letzten Platz besetzt sind, kann er sich in nächster Zeit aber nicht vorstellen. „Die Sicherheit der Kunden steht im Vordergrund.“

Das betont auch Dieter Kohl vom Reiseunternehmen Ski-Kohl in Eschwege. Seine Firma ist seit 51 Jahren im Geschäft und bietet – in der Regel von November bis Mai – Skireisen an, die auch von vielen Osthessen gebucht werden. „In unseren Glanzzeiten waren wir an einem Winterwochenende mal mit 29 Bussen unterwegs, über 1000 Kunden waren das“, sagt Kohl. Darunter seien viele Skigäste gewesen, die hauptsächlich Party machen und weniger Skifahren wollten. „Von diesem Klientel haben wir uns aber schon lange vor Corona getrennt. Bei uns steht das Skifahren im Vordergrund“, betont Kohl.

Skireisen sind seit Jahren sein Hauptgeschäft. Ohne Pandemie wäre eine Reisegruppe am kommenden Wochenende zum Ski-Opening nach Gerlos gefahren. „Die Situation ist betrüblich. Aber wir würden auch nur fahren, wenn es wirklich sicher ist“, erklärt Kohl. Die Vorbereitungen seien getroffen: „Wir stehen in den Startlöchern“, sagt seine Mitarbeiterin Rita Kaniewski. Das Interesse bei den Kunden sei „sehr groß“. „Wir haben täglich Anfragen. Ich gehe davon aus, sobald Skireisen uneingeschränkt möglich sind, glühen die Telefondrähte.“

Skiurlaub: Österreich verhängt Quarantänepflicht für Touristen - auch aus Deutschland

Doch das wird noch ein wenig dauern, wie es aussieht. Österreich verhängt für alle Einreisenden aus Corona-Risikogebieten vom 7. Dezember bis zum 10. Januar eine zehntägige Quarantänepflicht. Das betrifft auch Deutschland und gilt zum Beispiel für Tagestouristen aus Bayern. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) begrüßte, dass Österreich dem Skitourismus während der Weihnachtsferien damit praktisch einen Riegel vorgeschoben hat. Die Entscheidung der Regierung sei „richtig“ und „verständlich“.

Auch in Italien und Frankreich ist Skifahren kaum möglich. Einzig die Schweiz geht einen Sonderweg und ist damit das einzige Land in Mitteleuropa, in dem Skiabfahrten ohne Einschränkungen möglich sind. Kritik gibt es aus den Nachbarländern. So warnte Bayern: „Verzichten Sie auf Skiurlaub in der Schweiz!“

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