Kreuz und quer liegt der Sperrmüll am Aschenberg, wie hier in der Arleser Straße.
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Kreuz und quer liegt der Sperrmüll am Aschenberg, wie hier in der Arleser Straße.

Stadt sieht Schuld bei Firma

Corona lässt die Sperrmüllberge wachsen - Bewohner am Aschenberg warten auf Abholung

  • vonMarius Scherf
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Am Aschenberg stapelt sich der Sperrmüll – auch mehrere Tage nach dem eigentlichen Abholtermin. Die zuständige Firma beklagt bis zu 50 Prozent mehr Gerümpel in der Corona-Zeit. Die Stadt Fulda hingegen sieht eher ein Problem bei ortsunkundigen Fahrern. 

Fulda - Alte Sofas, Schränke, Teppiche und viele andere Gegenstände türmen sich vor den Wohnhäusern rund um den Aschenberg. Es scheint, als seien die Möbel, die niemand mehr haben wollte, bei der Sperrmüll-Abholung vergessen worden. Seit Tagen liege der Müll hier immer noch, berichten Anwohner. (Lesen Sie hier: Ärger um Müll am Fuldaer ZOB)

Renate und Horst Freudenberg warteten seit Donnerstag auf die Abholung, die bei ihnen aber erst vier Tage später erfolgte. Nichts Ungewöhnliches, sagen sie: „In den vergangenen drei Jahren wurde der Sperrmüll immer Tage später geholt und auch dann nur, weil wir telefonisch nachfragten“, beschweren sie sich.

Sperrmüll türmt sich am Aschenberg - Stadt Fulda sieht Schuld bei Firma

Die Verantwortung für die Misere suchen sie bei der Stadt, haben sich sogar in einer Mail direkt an den Oberbürgermeister gewandt. Magistratspressesprecher Johannes Heller bestätigt, dass es Ende vergangener Woche zu erheblichen Verzögerungen kam. Die Verantwortung liege aber bei der Firma Weisgerber Umweltservice aus Wächtersbach, die die Stadt für die zweimal jährlich erfolgende Abholung und Entsorgung des Sperrmülls beauftragt hat.

Sean Stotzky von der kaufmännischen Betriebsleitung des Unternehmens bestreitet, dass man den Sperrmüll vergessen habe. Vielmehr laute auch in der Entsorgungsbranche das Stichwort „Corona“: „Die Sperrmüllmengen liegen pandemiebedingt circa 50 Prozent über dem Durchschnitt.“ (Lesen Sie hier: Müllmänner stoßen in Corona-Zeiten an ihre Grenzen)

Die Osthessen nutzen die Pandemie wohl zum Ausmisten. Normalerweise genügten laut Stotzki zwei Fahrzeuge, um in zwei Tagen den Müll in einer Gemeinde zu erfassen. Nun brauche man bis zu einer Woche. Hinzu komme, dass Mitarbeiter ausgefallen seien, da sie in Quarantäne geschickt werden mussten.

Sperrmüllberge in Osthessen: Liegt es an der Corona-Pandemie?

Die Firma habe außerplanmäßig versucht, mit vier Sperrmüllfahrzeugen den Rückstand aufzuholen. Dies ist jedoch augenscheinlich nicht überall gelungen.

Für die Stadt Fulda ist das Problem bei weitem nicht nur coronabedingt. Auch in der Vergangenheit habe es bereits Verzögerungen gegeben. Etwa seien Straßen durch ortsunkundige Mitarbeiter übersehen worden. „Wenn nur einige Sperrmüllhaufen stehenblieben, hat das Unternehmen versucht, das sogenannte Nachfahren aufzuschieben“, sagt Pressesprecher Heller. Er habe Verständnis für die Verärgerung der Bürger.

Die Stadt plane allerdings ohnehin, die Abfallentsorgung im kommenden Jahr zu bündeln: Die Firma Knettenbrech + Gurdulic werde die Sperrmüllentsorgung in Fulda übernehmen. Künftig könne schneller reagiert werden, und die Fahrer verfügten über bessere Ortskenntnis, da das Unternehmen bereits seit mehreren Jahren für die Abholung der Altpapiertonnen und der Gelben Tonnen zuständig sei. Ab dem Jahr 2021 werden sie zudem auch die Rest- und Biotonnen leeren.

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