Die katholische Kirche erwartet durch die Krise auch deutlich weniger Einnahmen aus der Kirchensteuer. Foto: Hendrik Schmidt/zb/dpa
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Die katholische Kirche erwartet durch die Krise auch deutlich weniger Einnahmen aus der Kirchensteuer. Foto: Hendrik Schmidt/zb/dpa

Auch Bistum Fulda beklagt Verluste

Wegen Corona: Steuereinnahmen brechen ein - Kirchen fehlt viel Geld

  • Daniel Krenzer
    vonDaniel Krenzer
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Die Kirchen in Deutschland verlieren in der Krise voraussichtlich mehr als eine Milliarde Euro an Steuereinnahmen. Beim Bistum Fulda werden es wohl 13 Millionen sein, die wegen der Corona-Pandemie fehlen.

Region - Offenbar gehen sowohl die evangelische Kirche als auch die katholische Kirche von einem Kirchensteuereinbruch wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr um mindestens acht Prozent aus. Das wäre ein mindestens doppelt so starker Einbruch wie in der Finanzkrise 2009, als die Steuereinnahmen der Kirchen um vier Prozent zurückgingen.

Die Kirchen kämen demnach 2020 zusammen noch auf Kirchensteuereinnahmen von maximal 11,69 Milliarden Euro nach 12,71 Milliarden Euro 2019. Damals entfielen 6,76 Milliarden Euro auf die katholische und 5,95 Milliarden Euro auf die evangelische Kirche. Der Leiter der Finanzabteilung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Carsten Simmer, sagte, er gehe derzeit für die EKD von acht bis elf Prozent Rückgang der Kirchensteuereinnahmen aus.

Steuereinnahmen der Kirche brechen wegen Corona ein - Auswirkungen auf 2021

„Die Pandemie hat auf die Finanzen der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck (EKKW) erhebliche Auswirkungen, insbesondere im Hinblick auf das erwartete Kirchensteueraufkommen für dieses Jahr, aber auch für die Folgejahre“, berichtet eine Sprecherin. Die EKKW erwartet nach gegenwärtigem Stand für 2020 Kirchensteuermindereinnahmen von fünf Prozent, das wären 10 Millionen Euro – und für 2021 voraussichtlich noch einmal 10 Millionen Euro. „Die finanzleitenden Gremien unserer Landeskirche haben als erste Sofortmaßnahmen zur Haushaltssicherung 2020 eine grundsätzliche Wiederbesetzungssperre für alle frei werdenden Mitarbeitendenstellen von sechs Monaten sowie ein Investitionsstopp für die derzeitig einzige Großbaumaßnahme der Katharina-von-Bora-Schule in Oberissigheim beschlossen“, berichtet die Sprecherin.

Video: Wegen Pandemie gibt es weniger Kirchensteuer-Einnahmen

Sollte sich der Negativtrend wegen Corona fortsetzen, wären weitere Sofortmaßnahmen zur Ausgabenreduzierung unabdingbar, um den Haushalt 2021 auszugleichen. Dies würde auch für die Haushalte der Kirchengemeinden und -kreise gelten.

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Wegen Corona: Bistum Fulda brechen Steuereinnahmen weg - 13 Millionen Euro könnten fehlen

Das Bistum Fulda rechnet für 2020 mit Gesamteinnahmen in Höhe von 143 Millionen Euro – geplant waren 156 Millionen Euro, berichtet ein Sprecher. Folglich fehlen voraussichtlich 13 Millionen Euro. Bei den Kirchensteuereinnahmen gehe man für 2020 von 100 Millionen Euro aus. 2019 lagen die Einnahmen bei 111,8 Millionen Euro. „Das Bistum Fulda hat deshalb ein Haushaltssicherungskonzept erarbeitet: Insgesamt sollen so etwa elf Millionen Euro eingespart werden“, führt der Sprecher aus. Diese Einsparungen betreffen demnach weitüberwiegend den Bau-Bereich, also Neuinvestitionen und Sanierungen. Betroffen seien Bauaktivitäten des Bistums und bezuschusste Baumaßnahmen in Kirchengemeinden.

„Perspektivisch gehen wir zudem davon aus, dass die Kirchensteuereinnahmen nachhaltig auf einem niedrigeren Niveau verbleiben werden“, sagt der Sprecher. Welche weiteren Konsequenzen dies haben könne und müsse, werde in den nächsten Wochen und Monaten in den Gremien wie dem Kirchensteuerrat und dem Diözesanvermögenverwaltungsrat intensiv beraten.

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