Ziege im Heimattiergarten in Fulda-Neuenberg.
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Die Regelungen der Bundesnotbremse haben Auswirkungen auf die Tierparks im Landkreis Fulda.

Negativer Test nötig

Wegen Corona-Notbremse: Verschärfte Besuchsregeln für Wildpark Gersfeld und Heimattiergarten Fulda

  • Alina Komorek
    vonAlina Komorek
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Die Regelungen der Bundesnotbremse haben Auswirkungen auf die Tierparks im Landkreis Fulda. Dort muss ein negativer Test vorgewiesen werden. Der Heimattiergarten und der Gersfelder Wildpark passen ihre Hygienekonzepte an.

Kreis Fulda - Dieter Kircher vom Gersfelder Wildpark regt sich auf. Er sei froh, dass der Park Anfang März nach monatelangem Corona-Lockdown endlich wieder öffnen konnte. Mit der Bundesnotbremse vom 24. April wurden die Regeln für einen Besuch im Wildpark verschärft. Jetzt muss ein aktuelles negatives Testergebnis vorgewiesen werden – also nicht älter als 24 Stunden. Die Bestätigung über das negative Ergebnis muss aus einem Schnelltestzentrum stammen. Bislang reichten eine Anmeldung und das Beachten der Hygiene- und Abstandsregeln aus.

Corona: Verschärfte Besuchsregelungen für Wildpark Gersfeld und Heimattiergarten Fulda

„Manche Leute sind nicht einsichtig und motzen das Personal an. Die kommen her und glauben, mit einem Selbsttest in den Park zu dürfen – es muss aber ein Test mit Bestätigung auf Papier oder dem Handy sein“, erklärt Kircher aufgebracht. Dem Personal an der Kasse habe sogar schon eine Besuchsgruppe gedroht, dass sie, weil sie keinen bestätigten Test vorweisen konnte, einfach über den Zaun klettern und den Park unerlaubterweise betreten wolle.

Das Problem sei, dass die Leute sich vor dem Besuch im Wildpark nicht ausreichend informierten, sagt der Wildparkleiter. Auf der Internetseite und schon an der Zufahrt zum Park seien die Regelungen klar erklärt, ergänzt er. „Der Park hat keine Handhabe, was die Regelungen betrifft. Es ist besser, wenn der Park geöffnet ist und man nur mit negativem Test rein darf, als wenn wir wieder schließen müssen“, erklärt Kircher. Die Enttäuschung sei groß, wenn der Besuch wegen des fehlenden Tests nicht erlaubt werden könne. Kircher bittet die Leute daher, sich im Vorfeld besser zu informieren.

Die Besuchszahlen seien wegen der Test-Regelung um zwei Drittel eingebrochen. „Es dauert eine Woche bis 14 Tage, bis die Leute das verstanden haben“, schätzt Kircher. Bei der Einführung der Maskenpflicht und der Erfassung der Kontaktdaten sei dies ähnlich gewesen. Ohne Nachweis über ein negatives Testergebnis dürften aber zweifach Geimpfte mit einer entsprechenden Bescheinigung den Park betreten.

Dieter Kircher: Der Park hat keine Handhabe, was die Regelungen betrifft

Dr. Bianca Reith vom Heimattiergarten in Fulda findet, dass die Regelungen der Bundesnotbremse klar umrissen seien: „Ein negatives Ergebnis aus dem Testzentrum, das nicht älter als 24 Stunden ist.“ Sie schätzt, dass sich zahlreiche Besucherinnen und Besucher trotz dieser Regelung nicht von einem Tiergartenbesuch abschrecken lassen, wenn der Tiergarten am 3. Mai wieder öffnet. Mit Inkrafttreten der Notbremse am 24. April wurde der Tiergarten nämlich zunächst geschlossen. „Wir wollten uns erst einmal sortieren. Die Zeit nutzen wir, um von der telefonischen auf die Online-Anmeldung umzusteigen.“

Der Tiergarten sei, anders als der Gersfelder Wildpark mit seinem weitläufigen Gebiet, zu klein, um den Besuch ohne vorherige Anmeldung zu ermöglichen. „Es dürfen sich maximal 50 Personen gleichzeitig im Park aufhalten, der mit seinen aktuell nur 2000 Quadratmetern begehbaren Fläche recht klein ist.“ Zu viele Leute müssten ohne Voranmeldung wieder nach Hause geschickt werden. Im gesamten Tiergarten besteht Maskenpflicht. Aus diesem Grund wurden auch die Öffnungszeiten verkürzt: „Wir öffnen zur Zeit nur nachmittags, da die schweren körperlichen Arbeiten – zum Beispiel das Schieben einer vollen Schubkarre –, die das Personal machen muss, mit Maske nicht möglich sind. Sobald dann die erste Person den Park betritt, müssen wir eine FFP2- oder eine OP-Maske tragen.“

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Außerdem sei es derzeit im Heimattiergarten verboten, die Tiere zu füttern. „Das hat aber ausnahmsweise nichts mit Corona zu tun“, berichtet Reith. Aufgrund von Bauarbeiten seien die Hirsche übergangsweise in einem kleineren Gehege untergebracht. Damit sie nicht Panik geraten, sei das Füttern nach einer Auflage vom Veterinäramt nicht erlaubt.

„Wir arbeiten gerade auch an einem neuen langfristigen Konzept.“ Geplant seien ruhigere Erlebnisse mit den Tieren. „Wir wollen Kindern den Umgang mit den Tieren näherbringen“, sagt Reith. Deshalb soll vermieden werden, dass die Tiere die Kinder nur als Futterautomaten sehen – und andersherum die Kinder die Tiere auch gut behandeln.

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