Nur noch zehn Minuten warten

Corona-Testcenter am Klinikum Fulda neu organisiert: Schneller, bequemer - und wettergeschützt

  • Volker Nies
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Lange Schlangen, die suchte man am Corona-Testcenter in Fulda am Dienstag vergeblich – und das nicht nur deshalb, weil die Verantwortlichen den Medien Neuerungen an der Einrichtung präsentierten.

Fulda - Zwei Änderungen haben die Lage am Testcenter im Vergleich zu Ende Oktober entspannt: Durch die Schaffung einer zweiten Testlinie können doppelt so viele Menschen pro Tag getestet werden - nämlich jetzt rund 150. Um die Testungen auf das Coronavirus gut zu koordinieren und die Wartezeiten kurz zu halten, gibt es ein Terminsystem. Arztpraxen und das Gesundheitsamt können feste Termine für zu testende Personen im Testcenter vereinbaren. Die Wartezeit liegt jetzt bei noch zehn Minuten. „Die Änderungen haben wir dank der guten Zusammenarbeit von Ärztlichem Bereitschaftsdienst, Klinikum Fulda und dem Landkreis hinbekommen“, lobt Vize-Landrat Frederik Schmitt (CDU). 

Corona-Testcenter am Klinikum Fulda - Ärzte nehmen Abstriche von Patienten

Die gute Zusammenarbeit der Beteiligten stellt auch Klinikum-Chef Dr. Thomas Menzel heraus. „Wir haben jetzt eine wirklich gute Lösung gefunden. Die bisherige Abtrennung der Bereiche mit Plastikbahnen war gewöhnungsbedürftig.“ Die neuen Wände hat eine Messebaufirma erstellt. Der Eingang wurde etwas verlegt. Der neue Zugang ist so groß, dass Patienten geschützt vor Winter und Wetter warten können. Die Kosten für den Umbau übernahm der Landkreis Fulda.

Die Abläufe in dem Testcenter sind wie in einer Arztpraxis - wenn man davon absieht, dass zwei Zugänge zu der Anmeldung führen. Ein vom Landkreis beauftragter Sicherheitsdienst sorgt für geregelte Abläufe. Die Anmeldeformulare gibt es in acht Sprachen. „Wir haben auch viele Patienten, die nicht Deutsch als Muttersprache haben“, erklärt Schmitt.

FZ-Redakteur Volker Nies stattete dem Corona-Testcenter am Klinikum Fulda einen Besuch ab.

Nach dem Einchecken mit der Krankenversicherungskarte - der Test wird von der Kasse bezahlt - begibt man sich in einen schmucklosen, gut ausgeleuchteten Raum. Hier wird mit einem Stäbchen ein Abstrich vom Rachen genommen. Das Stäbchen wird entweder durch den Hals oder durch die Nase an die hintere Rachenwand gebracht. (Lesen Sie hier: Das Corona-Testcenter am Klinikum Fulda war am Rande seiner Kapazitäten)

Tests auf das Coronavirus am Klinikum Fulda: Bundeswehr hilft aus

Zwei Ärzte und vier bis sechs Mitarbeiter sind jetzt pro Tag im Einsatz. Die zusätzliche Testreihe ließ sich schaffen, weil sich niedergelassene Ärzte bereiterklärten, im Testcenter zu helfen, erklärte Heinrich Boldt, Regionalleiter Hessen-Ost des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Die Bundeswehr ist mit einem Sanitäter und zwei Helfern im Einsatz. Wenn in einer größeren Einrichtung, etwa in einem Altenheim, viele Bewohner getestet werden müssen, wird auch vor Ort getestet, sagt Schmitt.

Heinrich Boldt, Regionalleiter Hessen-Ost (links), Vize-Landrat Frederik Schmitt (mittig) und Klinikum-Chef Dr. Thomas Menzel stellten am Dienstag die Neuerungen im Corona-Testcenter am Klinikum Fulda vor.

Wer getestet werden soll - weil er Corona-Symptome hat oder er Kontaktperson einer infizierten Person ist - dem wird der Testtermin meist noch am gleichen Tag zugeteilt, berichtet der Gesundheitsdezernent. „Wer Symptome hat, wird sofort getestet. Kontaktpersonen bekommen den Termin aber in der Regel erst fünf bis sieben Tagen nach dem Kontakt mit der kranken Person, weil das Virus meist erst dann nachweisbar ist“, erläutert Schmitt. Auf das Ergebnis muss man laut Schmitt meist ein bis zwei Tage warten. Wegen der starken Auslastung der Labore könnten es aber auch schon einmal drei bis vier Tage sein.

Rubriklistenbild: © Marzena Seidel

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