40 Meter lang und um zwei Hausecken herum: Wer sich am Donnerstag testen lassen wollte, musste sich in eine lange Warteschlange einreihen.
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40 Meter lang und um zwei Hausecken herum: Wer sich am Donnerstag testen lassen wollte, musste sich in eine lange Warteschlange einreihen.

KV kündigt Verbesserungen an

Corona-Testcenter in Fulda bekommt ein Zelt und ein Termin-System

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Die Zahl der Corona-Infizierten steigt stark an. Das führt zu langen Warteschlangen am Testcenter am Klinikum Fulda. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) kündigt nun Verbesserungen an: Das Center wird mit einem Vorzelt ausgerüstet und es wird ein Terminsystem eingeführt.

Update, 2. November, 12.20 Uhr: Das Covid-Koordinierungscenter in Fulda wird winterfest, teilt die KV mit. Dazu würden die bisherigen Räumlichkeiten am Klinikum Fulda in der Pacelliallee 4 entsprechend umgebaut, inklusive eines wetterfesten Vorzelts. „Schon kommende Woche ist alles fertig“, so die KV.

Neben den räumlichen Veränderungen gibt es noch weitere Neuerungen im Testcenter: So wird es ebenfalls ab der kommenden Woche eine zweite Testlinie geben, um in der gleichen Zeit mehr Personen testen zu können. Um die Testungen möglichst gut koordinieren zu können und die Wartezeiten im Testcenter so kurz wie möglich zu halten, startet die KVH darüber hinaus ein Terminsystem. Demnach können sowohl Arztpraxen wie auch das Gesundheitsamt feste Termine für zu testende Personen im Testcenter vereinbaren.

Die Vorstandsvorsitzenden der KVH, Frank Dastych und Dr. Eckhard Starke, bitten aber auch um Verständnis: „Natürlich läuft auch in unseren Testcentern nicht immer alles reibungslos. Eine Pandemie ist aber nun einmal eine außergewöhnliche, herausfordernde Situation. Was derzeit also für die Gesundheitsämter gilt, gilt genauso auch für unsere Testcenter und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Wir sind am Limit.“ Sie appellieren an die Vernunft jedes Einzelnen: „Beschimpfungen und unrealistische Erwartungen, wie wir sie hier und da erleben müssen, helfen nicht weiter.“

Erstmeldung, 30. Oktober: Fulda - Wer am Donnerstagvormittag zu dem Testcenter in Fulda kam, um sich auf das Coronavirus testen zu lassen, der musste sich am Ende einer 40 Meter langen Schlange anstellen. Dennoch ging es relativ schnell voran. Eine Mutter vom Aschenberg stand nach 20 Minuten mit ihrem kleinen Sohn an der Eingangstür – vor einer Woche musste sie wegen eines anderen Tests fast zwei Stunden warten.

„Wir sind mit unseren Kapazitäten am Limit“, räumt Karl Matthias Roth, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, ein. „Wir führen pro Tag 250 Tests durch. Vor wenigen Tagen waren es 100 weniger. Das hat natürlich Folgen für die Abläufe.“

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Corona in Fulda: Testzentrum steht am Rande seiner Möglichkeiten - Abläufe sollen verbessert werden

Diese Abläufe werden jetzt deutlich verbessert, berichten Roth und Vize-Landrat Frederik Schmitt (CDU): Die Wagenhalle des Klinikums, Standort des Centers, wird so umgebaut, dass eine zweite Testreihe eingerichtet und der Zugang erleichtert werden kann. „Das soll in der nächsten Woche geschehen, womöglich schon am Montag“, sagt Roth.

Ein Terminsystem soll Wartezeiten reduzieren. Ein Vorzelt werde Wartende vor Regen schützen. Der KV-Sprecher bestätigt, dass in der vergangenen Woche Patienten abgewiesen wurden, die nicht bis 13 Uhr getestet werden konnten. „Das waren Einzelfälle. In der Regel schicken wir niemanden weg, der sich rechtzeitig anstellt.“ Roth lobt die gute Zusammenarbeit mit dem Klinikum und dem Landkreis Fulda bei der Organsiation des Testcenters.

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Steigende Corona-Zahlen

Die steigenden Corona-Zahlen bedeuten Schwerarbeit für das Team des Gesundheitsamtes, das sich mit der Nachverfolgung von Infektionsketten befasst.

Das Team im Georg-Stieler-Haus besteht jetzt aus knapp 60 Personen, 15 davon sind jüngst neu eingestellt worden. Die Kapazität wachse durch Mitarbeiter anderer Abteilungen im Landratsamt weiter an, sagt Kreissprecherin Leoni Rehnert. Wegen der stark gestiegenen Corona-Zahlen organisiert das Team seine Arbeit um: Dazu gehört, dass Kontaktpersonen nicht nur telefonisch, sondern auch per E-Mail informiert werden.

Viele Patienten rufen ihr Testergebnis beim Labor online ab. „Die beschleunigte Information erlaubt es, dass Kontaktpersonen durch die getestete Person vorinformiert werden“, sagt Rehnert. Sie bittet positiv getestete Personen, die Corona-Warn-App auszulösen, damit auch unbekannte Kontakte informiert werden.

Im Corona-Testzentrum in Fulda können Patienten ohne Anmeldung nicht getestet werden

Das Zentrum kann nur durch einen niedergelassenen Arzt, den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder das Gesundheitsamt beauftragt werden. Ohne eine entsprechende Anmeldung werden Patienten nicht getestet. Auch Verdachtsfälle aus den Kreisen Vogelsberg und Hersfeld-Rotenburg kommen hierher, weil es dort keine Center gibt.

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