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Corona: Untersuchungsstelle wird am Klinikum eingerichtet

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Fulda wird eine zentrale Untersuchungsstelle für Personen erhalten, die auf eine Infektion mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 getestet werden sollen. Diese soll voraussichtlich beim Klinikum Fulda entstehen.

Die Untersuchungsstellen sollen ab Montag in ausgewählten Stellen des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes eingerichtet werden, teilte das hessische Sozialministerium mit. Ziel sei es, Hausarztpraxen zu entlasten.

In den Untersuchungsstellen sollen Menschen, bei denen der Hausarzt einen begründeten Verdacht geäußert hat, gebündelt auf das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 getestet werden.

Seit Tagen eigene Einrichtung geplant

Voraussetzung ist demnach nach dem Kriterienkatalog des Robert-Koch-Institutes sowohl eine akute Erkrankung der Atemwege als auch ein Kontakt mit einer als infiziert bestätigten Personen oder der Aufenthalt in einem Risikogebiet. Für „Massentests ohne Indikation“ seien die Untersuchungsstellen nicht gedacht, hieß es.

Eine dieser zentralen Untersuchungsstellen wird Fulda erhalten – laut Landkreis voraussichtlich am Standort des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes am Campus des Klinikums. Der Koordinierungsstab des Landkreises hatte in den vergangenen vier Tagen in Fulda bereits eine eigene Einrichtung geplant und das der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) mitgeteilt.

Untersuchungsstelle als Unterstützung für Ärzte

Falls sich die Fälle häufen sollten, sind Vorkehrungsmaßnahmen getroffen und Räume vorbereitet worden. Den Entschluss für flächendeckende Untersuchungsstellen in Hessen hält der Fuldaer Gesundheitsdezernent Frederik Schmitt (CDU) für „den optimalen Weg“.

Auch Klinikum-Vorstandschef Dr. Thomas Menzel ist froh über die Regelung: „So können wir die Zentrale Notaufnahme entlasten. Wir müssen ja weiterhin unsere Notfallpatienten versorgen.“ Wenn in den nächsten Wochen zig Patienten mit Husten und Schnupfen kommen würden, sei das schwierig. „Wir unterstützen den Ärztlichen Bereitschaftsdienst natürlich dort, wo wir können“, betont Menzel.

Weitere Veranstaltung in Großenlüder abgesagt

Derweil sagt die Gemeinde Großenlüder die Veranstaltung „Kabarett und Comedy“ zum Internationalen Frauentag mit Margie Kinsky und Bill Mockridge ab.

Laut Bürgermeister Werner Dietrich (UBL) hat das Kreisgesundheitsamt Fulda „große Bedenken, rät dringend davon ab diese Veranstaltung mit mehr als 360 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchzuführen, weil die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus groß ist, wächst und latent vorhanden ist“.

Die Pressesprecherin des Landkreises, Leoni Rehnert, erklärt: „Die Gemeinde hat das Gesundheitsamt um eine Risikoeinschätzung gebeten.“ Diese habe die zuständige Ärztin auf Basis der Handlungsempfehlungen des Robert-Koch-Institutes erteilt und erklärt: Aus infektionspräventiver Sicht bestehe ein Risiko, die Veranstaltung durchzuführen.

Maßnahmenkatalog soll trend-messe ermöglichen

Die Entscheidung darüber sei der Gemeinde freigestellt gewesen. Bei der trend-messe habe es eine andere Einschätzung gegeben. Der Beschluss laut Rehnert: „So, wie die trend-messe geplant war, kann sie nicht stattfinden.“ Daher gab es einen Maßnahmenkatalog (wir berichteten).

Bei allen Risikobewertungen gehe es nicht allein um die Gefahr für den Einzelnen, sich zu infizieren, sondern ebenso darum, dass nach derartigen Veranstaltungen zahlreiche Personen auch im Umfeld angesteckt werden können. Grundsätzlich fließt laut Rehnert in eine Risikobewertung nicht nur die bloße Anzahl der Teilnehmer, sondern auch Kriterien wie die Art oder der Ort der Veranstaltung mit ein. / lea, dan

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