Sonne an der Ostsee
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Die Fuldaer wollen wieder in den Urlaub fahren. Reise-Unternehmen atmen nach Corona-Durststrecke auf.

Ein Land ist der „Renner“

Menschen in Fulda haben nach Corona-Pause wieder Lust auf Urlaub: Reise-Unternehmen atmen auf

Die Reiseunternehmen im Kreis Fulda freuen sich über immer mehr Buchungen von reisehungrigen Kunden. Nach der Corona-Pause wächst die Lust auf Urlaub.

Kreis Fulda - „Wir atmen auf. Seit circa dreieinhalb Wochen buchen die Leute wie verrückt“, berichtet Markus Sarközy, Inhaber des Dolce Vita Reiseclubs in Neuhof im Kreis Fulda. In diesem Zeitraum seien bei seinem Reiseunternehmen bereits über 2500 Buchungen eingegangen. Dabei würden sowohl Ziele innerhalb Deutschlands als auch in den klassischen europäischen Urlaubsorten Italien, Österreich, Kroatien, aber auch England gebucht.

Auch wenn die circa 3,5 Millionen Euro an Einbußen seit Corona nicht mehr aufzuholen seien, habe das Unternehmen die Pandemie dank staatlicher Zuschüsse gut überstanden. „Wir konnten alle unsere Mitarbeiter halten. Manche mussten zwar in Kurzarbeit, aber die Betroffenen werden wir jetzt nach und nach zurückholen“, erläutert Sarközy den Start nach coronabedingter Pause. Im Gespräch verweist Sarközy zudem auf die „Klimaanlagen mit integriertem ‚Virenkiller‘“ in den Bussen des Unternehmens, die die Luft über ein spezielles Lufthygiene-System alle zwei Minuten austauschen. (Lesen Sie hier: Corona und Urlaub 2021 - Diese Regeln gelten in Spanien, Italien, Kroatien und Co.)

Nach Corona-Pause: Menschen in Fulda haben wieder Lust auf Urlaub

Auch die Busse des Reiseunternehmens Happ mit Hauptsitz in Flieden verfügen über einen entsprechenden Virenfilter. Dank sinkender Inzidenzzahlen und zunehmender Lockerungen läuft auch hier der Betrieb gut an: „Wir haben ordentlich zu tun und hoffen auf einen annähernd ‚normalen‘ Urlaubssommer, wobei wir mit unserem Arbeitsaufwand noch weit von demjenigen vor Corona entfernt sind“, berichtet Frank Happ. Die Buchungen nehmen von Tag zu Tag zu, wobei vor allem Touren im Bereich der Aktivurlaube wie Wander- und Fahrradreisen gebucht werden, sowie eine starke Nachfrage bei den deutschen Redereien ‚AIDA‘ und ‚Mein Schiff‘ zu verzeichnen sei, so Happ.

Die Tendenz bei Flugreisen gehe vorwiegend Richtung balearische und griechische Inseln, die Lage bei Gruppenreisen sei noch verhalten. „Der Beratungsaufwand ist aufgrund der stetigen Änderungen und deren Komplexität zwar höher, aber wir als Familienunternehmen handeln immer im Sinne unserer Kunden und bleiben so flexibel wie nur möglich“, betont Happ. Da das Unternehmen bei seinen Gruppenreisen keine Experimente wagen möchte, biete es außerdem ‚Schnupperreisen‘ unter dem Motto ‚Endlich wieder raus‘ an, sagt Happ.

Ein ähnlich positives Bild zeichnet sich bei der Reisewelt Teiser und Hüter in Neuhof ab: „Im Moment sind wir voll ausgelastet – fast alle Abteilungen sind aus der Kurzarbeit zurück, wir stellen im Moment sogar kräftig ein“, freut sich Joachim Teiser. Dabei seien Reisen nach Kroatien momentan der absolute Renner: „Seit circa vier Wochen haben alle unsere Hotels in Kroatien geöffnet“, berichtet Teiser im Gespräch. Vor allem kleine Häuser seien im Moment sehr gefragt. „Außerdem boomen die Buchungen für die firmeneigenen Motor-Yachten“, erläutert Teiser weiter.

Aufgrund der laufenden Änderungen der Bestimmungen sei es für das Unternehmen eine Selbstverständlichkeit, ihre Kunden stetig auf dem Laufenden zu halten und vor Reiseantritt nochmals über Änderungen zu informieren. Zwar hätten manche Kunden noch eine Art „innere Barriere“ in sich, was aktuelles Reisen angehe, aber die Realität sehe deutlich positiver aus als erwartet, so Teiser. Es gehe in die richtige Richtung – Vorsicht und Vernunft sollten aber bleiben, um nicht in die nächste Welle zu geraten, betont Teiser abschließend.

Video: Beliebte Urlaubsländer sind keine Corona-Risikogebiete mehr

Positiv gestimmt ist auch Michael Hämel von Christa Hämel Reisen aus Künzell-Dirlos: „Man vernimmt eine gewisse Aufbruchsstimmung und merkt, dass es so langsam wieder losgeht.“ Dabei wird sich das Unternehmen für den Anfang auf Tages-, Wochenend- und Stadtreisen konzentrieren. „Wir sind bereit und schauen, wie sich die Dinge weiter entwickeln“, sagt Hämel.

Einen mutigen Schritt wagte Familie Lerch, die Anfang Juni neben ihren Reisebüros in Alsfeld und Bad Langensalza mit ihrem „Holidayland Reisebüro Kaiserwiesen“ im Herzen Fuldas einen weiteren Standort eröffnete. „Jetzt zu eröffnen, war die richtige Entscheidung. Gerade jetzt zeigen sich die Stärken eines Reisebüros – Beratung und ‚Kümmern‘ sind enorm wichtig“, sagt Ulrich Lerch.

Lisa Lerch, die den Standort in Fulda leitet, blickt positiv in die Zukunft: „Wir sind top motiviert. Die Menschen wollen nach eineinhalb Jahren endlich mal wieder einen Tapetenwechsel.“ (Von Jana Albrecht)

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