Einige Länder in Europa heißen Urlauber trotz Corona-Krise willkommen.
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Einige Länder in Europa heißen Urlauber trotz Corona-Krise willkommen.

Impfung, Quarantäne, Testpflicht

Reisen trotz Corona-Krise: Hier können die Deutschen im Sommer Urlaub machen - eine Übersicht

  • Daniela Petersen
    vonDaniela Petersen
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Die Deutschen können sich - aller Voraussicht nach - auf den Sommerurlaub freuen. Nach einem monatelangen restriktiven Kurs vollzieht vor allem Italien eine Wende in der Corona-Politik. Angesichts der bevorstehenden Urlaubssaison will das Land wieder attraktiv für Touristen werden.

Rom/Fulda - Es ist nur wenige Wochen her, da war fast ganz Italien eine große „rote Zone“ mit allerhand Kontakt-, Reise-, Öffnungs- und Ausgehverboten. Italien ist eines der Länder, die von der Pandemie früh und besonders hart betroffen war. Mit Blick auf die Tourismus-Saison will Ministerpräsident Mario Draghi nun lockern: „Die ganze Welt will zu uns kommen“, sagte er kürzlich am Rande eines virtuellen G20-Treffens. Es gebe kaum eine andere Nation, die derart vom Tourismus lebe. Wegen der Corona-Pandemie sei leider eine vorübergehende Schließung notwendig gewesen. „Aber wir sind wieder bereit, Gastgeber für die Welt zu sein“, verkündete der Regierungschef.

Und er lässt den Worten Taten folgen. Die „roten Zonen“ sind Geschichte. In der Nacht zu Sonntag endet zudem die generelle Quarantäne-Pflicht bei Einreise. EU-Bürger mit vollständiger Impfung oder einem negativen Testergebnis können problemlos ins Land kommen. Museen, Theater, Kinos, Außengastronomie, Einzelhandel und Strände sind schon länger geöffnet. Die nächtliche Ausgangssperre soll nicht mehr um 22 Uhr beginnen, sondern ab 23 oder 24 Uhr. Die allgemeine Maskenpflicht bleibt vorerst in Kraft.

Urlaub trotz Corona: Wohin die Deutschen in diesem Sommer reisen können - eine Übersicht

Für Italien sind die Einnahmen aus dem Tourismus-Geschäft unverzichtbar. Millionen Jobs stehen auf dem Spiel. Es gilt zu retten, was zu retten ist. Ein weiteres „anno nero“ – ein schwarzes Jahr – für die italienische Urlaubsbranche soll unbedingt verhindert werden. Über mehr Zulauf würde sich auch der Vatikan freuen, der in der Corona-Krise ebenfalls in arge finanzielle Bedrängnis geraten ist. Vor allem die fehlenden Ticket-Einnahmen der Vatikanischen Museen rissen ein Millionenloch in die Haushaltskasse. Nach mehreren Schließungsrunden können die weltberühmten Sammlungen des Vatikan seit Anfang Mai wieder besichtigt werden. (Lesen Sie hier: Ohne Corona-Test und App geht nichts - Paar aus Hünfeld macht Urlaub auf Sylt)

Ein wichtige Rolle beim italienischen Öffnungskurs spielen nicht zuletzt die deutschen Touristen. Sieben Millionen sind es nach Angaben des Verbandes Coldiretti, die während eines normalen Sommers ihre Freizeit auf dem Stiefel verbringen. Damit stellt Deutschland mit Abstand die meisten ausländischen Gäste in dem Mittelmeerstaat.

Einreise

Für Italien-Urlauber aus Deutschland und anderen europäischen Ländern entfällt nun die bisher notwendige Corona-Quarantäne nach der Ankunft. Das teilte das Gesundheitsministerium in Rom mit. Künftig sei für Einreisen aus den Ländern der Europäischen Union, dem Schengenraum sowie Großbritannien und Israel nur noch ein negativer Test erforderlich. Bisher musste man fünf Tage in Quarantäne und am Ende einen zweiten Test machen.

Einreise nach Deutschland: Rückreisende aus Risikogebieten können sich inzwischen durch einen negativen Corona-Test bei Einreise von der Quarantänepflicht befreien. Wer aus einem Hochinzidenzgebiet einreist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann sich davon aber nach fünf Tagen durch einen negativen Test befreien.

Weitere Informationen und welche Länder als Hochrisikogebiete oder Risikogebiet eingestuft werden, ist auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes oder auch auf der Seite des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu finden.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) äußerte sich bei einem Rom-Besuch in dieser Woche zuversichtlich. Entsprechende Konzepte vorausgesetzt, sei aus Sicht der Bundesregierung nichts gegen einen Urlaub in Bella Italia einzuwenden. „Daran hat Italien natürlich als eines der beliebtesten deutschen Reiseziele ein hohes Interesse“, fügte Maas hinzu.

KROATIEN: Hotels und andere Unterkünfte haben für vollständig Geimpfte, Genesene und aktuell Getestete geöffnet. Der Status muss beim Grenzübertritt nachgewiesen werden. Auch ein Einreiseformular muss ausgefüllt werden. Im Land selbst gibt es sonst keine Vorrechte für Geimpfte. Restaurants dürfen Gäste nur draußen empfangen, unter Auflagen. Es besteht Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen und draußen überall dort, wo kein 1,5-Meter-Abstand eingehalten werden kann. Auch an den Stränden gelten zum Teil Zugangsbeschränkungen. Und: Kroatien gilt in Deutschland als Hochinzidenzgebiet.

GROßBRITANNIEN: Pubs und Restaurants sind weitgehend wieder geöffnet und dürfen ab Montag auch wieder drinnen Gäste empfangen. Allerdings ist die Einreise hürdenreich: In den meisten Fällen ist eine zehntägige Quarantäne notwendig. Vor der Einreise ist in jedem Fall ein negativer Test notwendig, außerdem müssen am zweiten und achten Tag nach der Einreise PCR-Tests gemacht werden. Auch wenn die Inzidenz niedrig ist, hat die Bundesregierung das Land am Freitag wieder als Corona-Risikogebiet eingestuft, weil dort derzeit gehäuft die indische Virus-Variante auftritt.

Urlaub in Europa: In welchen Ländern welche Regeln gelten - Impfung, Quarantäne, Testpflicht?

FRANKREICH: Wer aus Europa nach Frankreich einreist, braucht einen negativen PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist. Zusätzlich muss eine Erklärung ausgefüllt werden, in der Reisende versichern, keine Covid-19-Symptome zu haben. Nach wie vor gilt auch eine nächtliche Ausgangssperre ab 19 Uhr. Seit Mittwoch gelten allerdings Lockerungen. Museen, Kinos und Geschäfte können unter Auflagen wieder öffnen, ebenso die beliebten Außenbereiche von Restaurants. Die Ausgangssperre soll dann ab 21 Uhr gelten. Frankreich wird von Deutschland noch als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Ab dem 9. Juni sollen auch die Innenräume der Gastronomie geöffnet werden.

BULGARIEN: In dem Land am Schwarzen Meer flaut die dritte Corona-Welle ab. Geimpfte, getestete und von Covid-19 genesene Reisende dürfen auch aus Deutschland ohne Quarantänepflicht einreisen. Ausgenommen von dieser Regelung sind Personen aus Hochinzidenzgebieten. Lokale, Einkaufs- und Fitnesszentren sowie Theater, Kinos und Museen sind unter Auflagen wieder geöffnet. Private Feste mit mehr als 15 Teilnehmern sind wieder erlaubt. Die Hotels empfangen schon seit Ende 2020 wieder Gäste. Die Lokale haben sowohl ihre Außenbereiche als auch die Innenräume geöffnet – allerdings unter Corona-Auflagen.

ÖSTERREICH: Dank sinkender Infektionszahlen öffnen am Mittwoch Gastronomie, Hotels, Bühnen und Sporteinrichtungen. Ein neuer Anstieg an Covid-19-Fällen soll mit Zutrittstests, Gästeregistrierungen und Abstandsregeln verhindert werden. Für die Einreise nach Österreich entfällt für die Deutschen die Quarantänepflicht, allerdings muss zumindest ein Test mit negativem Ergebnis gemacht worden sein. In Österreich waren in den meisten Bundesländern schon seit Anfang Februar der Handel und viele Dienstleister geöffnet. Österreich ist stark von den Einnahmen aus diesem Tourismus abhängig. Touristen können sich vielerorts kostenlos testen lassen. So können sich auch Hotels und Gastronomiebetriebe mit Selbsttests eindecken, um ihre Gäste versorgen zu können. Wie merkur.de* berichtet, haben Geimpfte im Urlaub selbst alle Rechte aus vor-pandemischen Zeiten, Abstand halten und Maske tragen ist freilich weiter angesagt.

Video: Beginn der Badesaison an den Küsten - Sorge vor Corona-Folgen

POLEN: Polen hat im Mai schrittweise gelockert. Einkaufszentren, Hotels, Museen und Kunstgalerien dürfen unter Auflagen öffnen. Auch Außenbereiche von Restaurants sind geöffnet, Innenräume bleiben noch bis Ende Mai geschlossen. Die Maskenpflicht im Freien fällt dann ebenfalls weg. In Innenräumen bleibt sie bestehen. Wer aus Deutschland oder einem anderen EU-Land einreist, der sollte einen negativen Coronatest vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Andernfalls muss man zehn Tage in Quarantäne. Vollständig Geimpfte und nachweislich Genesene sind von der Quarantäne befreit.

SCHWEIZ: Urlaub in der Schweiz ist praktisch kein Problem: Hotels, Museen, Läden, Theater, Kinos, Zoos und Freizeitparks sind geöffnet. Auf Restaurantterrassen ist Essen und Trinken erlaubt. Negative Corona-Tests sind zum Betreten nicht nötig, insofern gibt es auch keine besonderen Zugeständnisse für Geimpfte. Es gelten aber überall Höchstzahlen für Besucher, sowie Abstandsregeln und Maskenpflicht. Wer mit Auto, Bus oder Bahn anreist, muss sich elektronisch registrieren, bei Flugreisen ist ein negativer Coronatest nötig. In Quarantäne müssen nur Einreisende aus Risikogebieten.

SPANIEN: Die Corona-Lage bessert sich seit Wochen. Die Maskenpflicht auch im Freien gilt weiterhin aber fast überall. Die Einreise ist aus allen EU- und Schengen-assoziierten Staaten möglich. Die Testpflicht für Einreisen aus einem Risikogebiet aus dem Ausland besteht aber weiter. Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in einige Regionen Spaniens, darunter Madrid, Katalonien oder das Baskenland, wird aufgrund der relativ hohen Infektionszahlen noch gewarnt. (mit dpa-Material) *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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