Im Jahr 2019 wallten rund 560 Gläubige von Simmershausen bis nach Vierzehnheiligen.
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Im Jahr 2019 wallten rund 560 Gläubige von Simmershausen bis nach Vierzehnheiligen.

Wallfahrt fällt wieder aus

Corona lässt 120-Kilometer-Tour von der Rhön nach Vierzehnheiligen nicht zu

  • Rainer Ickler
    vonRainer Ickler
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Vor knapp einem Jahr war Thorsten Müller noch optimistisch, dass die Vierzehnheiligen-Wallfahrt in diesem Jahr stattfinden kann. Doch die Corona-Pandemie verhindert im zweiten Jahr hintereinander die traditionelle Veranstaltung, die in der Rhön startet.

Rhön - „Im Sommer waren wir noch voller Hoffnung, dass wir uns in diesem Jahr vom 9. bis 13. Mai auf den Weg machen können. Doch die Pandemie zwingt uns, die Wallfahrt wieder absagen zu müssen. Die steigenden Zahlen von Corona-Infizierten lässt es einfach nicht zu“, sagt Müller. Wir dürfen die Gläubigen, aber auch diejenigen, die den Wallfahrern Aufnahme in den vielen Quartieren bieten, nicht gefährden, begründet der Mann aus Simmershausen (Kreis Fulda) die Absage. Zusammen mit seiner Ehefrau Ingrid und Werner Vey organisiert er die Wallfahrt mit langer Tradition.

385 Mal hat die Wallfahrt bisher stattgefunden. Weder Kriege noch die Teilung Deutschlands hat sie verhindern können – nur das Coronavirus – und das schon zum zweiten Mal hintereinander. Ironie des Schicksals: Die Wallfahrt geht auf ein Gelübde zurück, das junge Männer gaben, die die Pest im Jahre 1635 überlebten.

Corona: Wallfahrt nach Vierzehnheiligen fällt wieder aus

Vom 9. bis zum 13. Mai sollte die Pilgerfahrt von der Rhön nach Vierzehnheiligen in Unterfranken stattfinden, an der in der Regel knapp 600 Menschen teilnehmen. Thorsten Müller und seine Mit-Organisatoren hatten natürlich gehofft, dass die Wallfahrt dieses Jahr stattfinden kann. Die Corona-Zahlen im Sommer stimmten sie optimistisch. Doch dann kam der November mit dem ersten Lockdown.

Normalerweise beginnen die Planungen und die Buchungen in den Gaststätten und Übernachtungsquartieren im November. Doch da sei absehbar gewesen, dass es schwierig werden würde, berichtet Müller. Seitdem hat sich die Pandemie-Situation nicht verbessert, eher sogar verschlechtert. So wie es aussieht sei auch keine schnelle Besserung in Sicht. Wer die Strecke auf eigene Faust in Angriff nehmen will, könne dies tun, sagt Müller, appelliert aber, die Corona-Regeln einzuhalten.

Vierzehnheiligen: Webseite mit Material früherer Wallfahrten eingerichtet

Start der Vierzehnheiligen-Wallfahrt ist immer in Simmershausen – mit einem Aussendungsgottesdienst. Die Strecke beträgt rund 120 Kilometer und führt vom Hilderser Ortsteil nach Frankenheim in Thüringen. Weiter nach Bayern, an Fladungen vorbei nach Nordheim, wo die erste Übernachtung stattfindet. Am zweiten Tag geht es über Mellrichstadt nach Alsleben zur zweiten Übernachtung. Der dritte Tag führt die Pilger bis nach Altenbanz zur Übernachtung, ehe am vierten Tag der Weg bis nach Vierzehnheiligen endet.

Viele nutzen die Wallfahrt, um zu meditieren, abzuschalten und Kraft zu tanken. Wer nicht wallen kann, für den gibt es als Ersatz die Möglichkeit, die Wallfahrt online mit Texten, Bildern, Filmsequenzen und Musik aus den vergangenen Jahren zu erleben – dabei innerlich einzukehren und in Erinnerungen zu schwelgen (vierzehnheiligenwallfahrt.de). Dieses Online-Angebot ist nur eines von vielen, mit denen Christen im Kreis Fulda in Corona-Zeiten in Kontakt blieben.

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