Mit Hilfe eines Gesangbuchs lässt sich ein Gottesdienst auch ohne Probleme zu Hause feiern. (Symbolfoto)
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Mit Hilfe eines Gesangbuchs lässt sich ein Gottesdienst auch ohne Probleme zu Hause feiern. (Symbolfoto)

Anleitung von Stadtpfarrer Buß

Corona-Andacht „to go“: Mit diesen 12 Schritten holt man den Weihnachts-Gottesdienst in die eigenen vier Wände

„Bei dieser Form ist Kreativität gefragt“, verdeutlicht Stefan Buß, Stadtpfarrer der Innenstadtpfarrei Fulda, der einen möglichen Ablauf unserer Zeitung zur Verfügung gestellt hat.

„Die Schwester kann musizieren, der Bruder liest die Fürbitten vor, und der Vater verteilt den Segen.“ Für diese Andacht „to go“ sollen die Punkte eins bis zwölf nacheinander abgearbeitet werden. Der Ablauf könne beliebig ergänzt oder verändert werden, verdeutlicht der Stadtpfarrer.

Stefan Buß, Stadtpfarrer der Innenstadtpfarrei Fulda, hat unserer Zeitung den Ablauf einer möglichen Andacht zur Verfügung gestellt.

1. Lied: O, du Fröhliche (238, 44*):

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Christ ist erschienen, uns zu versühnen: Freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Himmlische Heere jauchzen Dir Ehre: Freue, freue dich, o Christenheit!

* Die erste Ziffer steht für die Nummer im katholischen Gotteslob (GL), die zweite für die Nummer im evangelischen Gesangbuch (EG).

2. Gebet:

Ewiger Vater, Dein eingeborener Sohn Jesus Christus hat unser Menschsein angenommen und ist von der Jungfrau Maria geboren worden. Wir bitten Dich: Segne diese Krippe und alle, die zu ihr kommen, um das Weihnachtsgeheimnis zu betrachten. Gib, dass wir die Ankunft unseres Erlösers mit Freude feiern und so bereit werden, ihn zu empfangen, wenn er wiederkommt in Herrlichkeit. Er, unser Herr Jesus Christus, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit Dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

3. Weihnachtsevangelium (Teil 1):

Es geschah aber in jenen Tagen, dass Kaiser Augustus den Befehl erließ, den ganzen Erdkreis in Steuerlisten einzutragen. Diese Aufzeichnung war die erste; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazareth in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Es geschah, als sie dort waren, da erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.

4. Lied: Zu Bethlehem geboren (239, 32):

Zu Bethlehem geboren Ist uns ein Kindelein Das hab’ ich auserkoren Sein Eigen will ich sein Eia, eia, sein Eigen will ich sein

In seine Lieb’ versenken Will ich mich ganz hinab Mein Herz will ich ihm schenken Und alles, was ich hab’ Eia, eia und alles, was ich hab’

O Kindelein, von Herzen Will ich dich lieben sehr In Freuden und in Schmerzen Je länger mehr und mehr Eia, eia, je länger mehr und mehr

5. Weihnachtsevangelium (Teil 2):

In dieser Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie und sie fürchteten sich sehr. Der Engel sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens.

6. Lied: Als ich bei meinen Schafen wacht (246 GL):

Als ich bei meinen Schafen wacht, Ein Engel mir die Botschaft bracht. Des bin ich froh, bin ich froh, Froh, froh, froh, o, o, o! Benedicamus Domino. Benedicamus Domino.

Er sagt’, es soll geboren sein Zu Bethlehem ein Kindelein. Des bin ich froh, bin ich froh, Froh, froh, froh, o, o, o! Benedicamus Domino. Benedicamus Domino.

Er sagt’, das Kind läg da im Stall Und soll die Welt erlösen all. Des bin ich froh, bin ich froh, Froh, froh, froh, o, o, o! Benedicamus Domino. Benedicamus Domino.

7. Weihnachtsevangelium (Teil 3):

Und es geschah, als die Engel von ihnen in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: Lasst uns nach Betlehem gehen, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr kundgetan hat! So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie von dem Wort, das ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über das, was ihnen von den Hirten erzählt wurde. Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen. Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war. Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, bevor das Kind im Mutterleib empfangen war.

8. Lied: Kommet ihr Hirten, ihr Männer und Frauen (48 EG):

Kommet, ihr Hirten, ihr Männer und Fraun, Kommet, das liebliche Kindlein zu schaun, Christus, der Herr, ist heute geboren, Den Gott zum Heiland euch hat erkoren. Fürchtet euch nicht!

Lasset uns sehen in Bethlehems Stall, Was uns verheißen der himmlische Schall; Was wir dort finden, lasset uns künden, Lasset uns preisen in frommen Weisen: Halleluja!

Wahrlich, die Engel verkündigen heut Bethlehems Hirtenvolk gar große Freud: Nun soll es werden Friede auf Erden, Den Menschen allen ein Wohlgefallen: Ehre sei Gott!

9. Fürbitten:

Gott, unser Vater. Mit der Geburt deines Sohnes zeigst du uns deine große Liebe. Dich bitten wir: 1. Für die Menschen, die nichts hergeben wollen. Dass sie teilen lernen. Gott, unser Vater, ... 2. Für die Menschen, die oft lügen. Dass sie ehrlich werden. Gott, unser Vater... 3. Für die Menschen, die anderen Angst machen. Dass sie miteinander gut sind. Gott, unser Vater .... 4. Für die Menschen, die Streit haben. Dass sie sich vertragen. Gott, unser Vater .... 5. Für die Menschen, die deine Liebe nicht spüren. Dass Weihnachten auch sie froh macht. Gott, unser Vater .... Denn so können wir die Türen unserer Herzen öffnen. Amen.

10. Vater unser:

Vater unser Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

11. Weihnachtssegen:

Der Friede sei mit dir, mit allen, die mit dir wohnen und dir in guten Absichten begegnen. Der Segen sei mit dir und die ganze Fülle der Nacht – alle Tage und Nächte deines Lebens. Gottes Licht sei mit dir. Sei der Leuchtturm in der Nacht und Wind – mit der Leuchtkraft eines Kindes. Gottes Liebe sei mit dir. Diese Liebe hülle dich ein wie in das Licht und die Wärme eines Stalles. Gottes Hoffnung sei mit dir. Wie im Grün des Tannenbaumes, dem Bild des Lebensbaumes, und mit dem Licht, das er trägt.

12. Lied: Stille Nacht, heilige Nacht (249, 46):

Stille Nacht! Heilige Nacht! Alles schläft, einsam wacht nur das traute hoch heilige Paar. „Holder Knabe im lockigen Haar, schlaf in himmlischer Ruh’, schlaf in himmlischer Ruh’!“ Stille Nacht! Heilige Nacht!

Gottes Sohn, o wie lacht lieb’ aus deinem göttlichen Mund, da uns schlägt die rettende Stund’: Jesus in deiner Geburt. Jesus in deiner Geburt. Stille Nacht! Heilige Nacht!

Die der Welt Heil gebracht, aus des Himmels goldenen Höh’n uns der Gnade Fülle läßt sehn: Jesum in Menschengestalt. Jesum in Menschengestalt. Stille Nacht! Heilige Nacht!

Wo sich heut’ alle Macht väterlicher Liebe ergoß, und als Bruder huldvoll umschloß Jesus die Völker der Welt. Jesus die Völker der Welt. Stille Nacht! Heilige Nacht!

Lange schon uns bedacht, als der Herr, vom Grimme befreit, in der Väter urgrauer Zeit aller Welt Schonung verhieß, aller Welt Schonung verhieß. Stille Nacht, heilige Nacht,

Hirten erst kundgemacht! durch der Engel Halleluja tönt es laut von Ferne und Nah: Jesus, der Retter ist da! Jesus, der Retter ist da!

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