Die Wisentmutter ist stolz auf ihr Junges. Besucher bekommen es jedoch nicht zu Gesicht: Der Park ist coronabedingt geschlossen.
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Die Wisentmutter ist stolz auf ihr Junges. Besucher bekommen es jedoch nicht zu Gesicht: Der Park ist coronabedingt geschlossen.

Neues Wisentkalb

Besucherrekord trotz Corona: Wildpark Gersfeld zählt 78.000 Besucher in nur neun Monaten

  • Rainer Ickler
    vonRainer Ickler
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Trotz der Corona-Krise vermeldet der Wildpark Gersfeld für das Jahr 2020 Rekordzahlen. Knapp 78.000 Besucher passierten die Eingangstore. So viele wie noch nie. Das Ergebnis wurde erreicht, obwohl der Park vom 18. März bis 4. Mai und seit Anfang November corona-bedingt geschlossen ist.

Gersfeld - Im besten Monat, dem Juli, wurden mehr als 12.000 Besucher gezählt, erklärt Gersfelds Kämmerer Klaus Niebling. Insgesamt beträgt das Besucherplus rund 13.000 gegenüber dem schon guten Jahr 2019 mit 65.000 Besuchern.

„Wir sind mit der Entwicklung sehr zufrieden“, sagt Bürgermeister Dr. Steffen Korell (CDU). „Die Menschen haben nach Freizeitmöglichkeiten gesucht und den Wildpark entdeckt.“ Die Rückmeldungen der Besucher seien positiv gewesen. „Ich bedauere sehr, dass der Park corona-bedingt geschlossen ist“, betont Korell. „Aber wir müssen uns an die Verordnungen halten.“

Schade, dass die Besucher jetzt nicht mehr in den Wildpark dürfen. Denn dann würden sie einige Neuerungen sehen: ein Wisentkalb sowie Schleier- und Waldohreulen. Das Kalb ist Anfang November geboren worden, berichtet Wildparkleiter Dieter Kircher. Die Wisentmutter sei spät dran gewesen. Normalerweise kommen die Kälber im Mai oder Juni zur Welt. Aber der späte Termin mache dem Nachwuchs nichts aus.

Besucherrekord trotz Corona: Wildpark Gersfeld empfängt 78.000 Besucher

Das Kalb ist auf den Namen Gerlinde getauft worden.Dabei sind die Anfangsbuchstaben „GER“ aus Gersfeld für die Namenswahl genommen worden. Die insgesamt sechs Wisente fühlen sich in ihrem Gehege pudelwohl. 

Neu sind auch die Eulen, berichtet Kircher. In dem Gehege, in dem das Birkwild untergebracht war, sind nun die Raubvögel. Die Birkhühner hätten sich nicht wohlgefühlt im Park.

Wohl fühlen sich aber die Tarpan-Wildpferde, die seit Sommer im Park leben. Für sie wird jetzt von den Wildpark-Mitarbeitern ein Stall gebaut, den ein Sponsor finanziert. Ebenfalls gemacht werden die Wege, die durch den Park führen. Dies sei jetzt – während der Schließung – möglich.

„An die Tage ohne Menschen müssen sich die Tiere erst noch gewöhnen“, erzählt Kircher. Sie seien gewohnt, dass die Besucher, vor allem die Kinder, an den Zaun kommen und Futter dabei haben. Aber: „Es sind Wildtiere. Sie gewöhnen sich daran, dass der Park leer ist“, sagt er. Jetzt müssen sich die Tiere mit den Mahlzeiten zufriedengeben, die sie von den Mitarbeitern bekommen.

Wisentkalb Anfang November im Wildpark Gersfeld geboren

Für Kircher ist dies kein schöner Zustand. Er kann das Besucherverbot nicht nachvollziehen. „Wir haben hier ein weitläufiges Gelände, auf dem sich die Menschen nicht nahe kommen. Zudem sind sie an der frischen Luft.“ Er hofft, dass möglichst bald wieder geöffnet werden kann. Dafür arbeiten er und seine drei Kollegen, damit sich die Besucher an den Tieren erfreuen.

Seit dem Sommer sind Tarpan-Wildpferde eine Attraktion im Wildpark, worüber sich Bürgermeister Steffen Korell und Wildparkleiter Dieter Kircher (rechts) freuen.

Und es soll noch besser werden: Dank eines Förderbescheids, den Landrat Bernd Woide (CDU) im September übergeben hat, können die Planungen für eine Aufwertung beginnen. Die energetische Situation im Eingangsbereich mit dem Kiosk, dem Gastronomie-Bereich und den Sanitäranlagen sowie beim Wirtschaftshof sei nicht optimal. Weiterhin bestehe Handlungsbedarf an den Gehegen und am Teich, der mitten im Park liegt. „Deswegen sind wir schon seit Jahren an einer Förderung dran und freuen uns umso mehr über den Bescheid“, sagt Korell.

Dann wird der Wildpark bestimmt noch attraktiver und noch mehr Besucher kommen, so dass die Marke von 100.000 bald übersprungen wird.

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