Die Mufflons im Wildpark Gersfeld bekommen demnächst Nachwuchs. (Archivfoto)
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Die Mufflons im Wildpark Gersfeld bekommen demnächst Nachwuchs. (Archivfoto)

Mufflonbabys erwartet

Für Oster-Ansturm gerüstet: Wildpark Gersfeld darf im Corona-Lockdown geöffnet bleiben

  • Sabine Kohl
    vonSabine Kohl
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Seit knapp drei Wochen ist der Wildpark in Gersfeld wieder geöffnet - und darf es auch bleiben. Zoos und Tierparks müssen in Hessen trotz Corona-Lockdown nicht schließen. Wildparkleiter Dieter Kircher freut sich über gut gelaunte Besucher - und bereitet sich auf den Oster-Ansturm vor.

Gersfeld - „Wenn das Wetter gut war, waren immer viele Leute da. Und meist auch bei schlechtem Wetter. Die Menschen wollen eben raus“, zieht Wildparkleiter Dieter Kircher eine positive Bilanz der ersten Öffnungstage nach dem Corona-Lockdown. Seit dem 8. März ist der Park für Besucher wieder geöffnet. Und darf es auch bleiben, denn die ab 29. März geltenden Corona-Regeln für das Land Hessen sieht vor, dass Zoos und Tierparks unter freiem Himmel geöffnet bleiben.

Es seien vor allem Großeltern mit ihren Enkelkindern und junge Familien gekommen. „Wir hatten Leute aus dem Vogelsberg, aus Bayern und aus dem Rhein-Main-Gebiet da“, berichtet der Wildparkleiter. Er hofft, dass sich der Trend mit den hohen Besuchszahlen vom vergangenen Jahr fortsetzt: Obwohl das Ausflugsziel im vergangenen Jahr wegen Corona nur neun Monate geöffnet war, haben etwa 80.000 Menschen den Wildpark besucht – ein Rekord.

Wildpark in Gersfeld: Wäscheklammern regeln den Besucherstrom

Für Dieter Kircher eine gute Entscheidung: „Die Umsetzung unseres Corona-Hygienekonzepts und unserer Einlassregeln funktioniert sehr gut.“ 400 Menschen dürfen gleichzeitig in den Park, sind mehr Besucher da, müssen diese so lange warten, bis wieder jemand den Park verlässt. Kircher und seine Kollegen haben sich ein einfaches Zähl-System überlegt. „Wir haben am Eingang einen Korb mit 400 Wäscheklammern aufgestellt. Jeder Besucher nimmt eine mit in den Park und gibt sie am Ausgang wieder ab“, erläutert Kircher.

Ist der Korb mit Wäscheklammern also leer, müssen weitere Besucher warten. Komme mal eine Wäscheklammer weg oder werde mitgenommen, sei das nicht tragisch, so Kircher. „Ich habe genug Klammern auf Vorrat gekauft“, sagt er und lacht. Und sei dann mal eine Handvoll Besucher mehr im Wildpark, sei das auch nicht schlimm.

„Die Menge verläuft sich“, argumentiert Kircher. „Ursprünglich habe ich sogar mit 600 Besuchern geplant. In Abstimmung mit Bürgermeister Steffen Korell habe ich dann, mit Blick auf die britische Mutation, auf 400 reduziert.“ Überall dort, wo sich Ansammlungen von Menschen bilden können, herrsche sowieso Corona-Maskenpflicht. Das sind etwa der Eingangsbereich, der Spielplatz, die Toiletten, die Volieren mit den Vögeln sowie bestimmte Fütterungsstellen.

Wildpark Gersfeld an Ostern: Team ist auf den Ansturm vorbereitet

Für die An- und Abfahrt zum Wildpark hat das Team ein Einbahnstraßensystem entwickelt, so dass sich Besucher dort nicht begegnen. Zettel für die Terminvergabe gibt es auf der Internetseite des Wildparks, am Parkplatz oder direkt an der Kasse. „Wir haben uns gegen ein Voranmeldesystem entschieden, das war uns zu unzuverlässig“, sagt Dieter Kircher. Wer in den Park möchte, solle einfach kommen, müsse aber gegebenenfalls Wartezeiten in Kauf nehmen.

An Ostern erwartet das Wildpark-Team einen Ansturm, fühlt sich aber gut vorbereitet. „Futtertechnisch sind wir auf jeden Fall gerüstet“, sagt Kircher. Und auch die Tiere haben sich wieder an die Besucher gewöhnt. Anfangs waren sie laut dem Wildparkleiter nach der langen Zeit ohne Besucher noch etwas scheu: „Die Mufflons zum Beispiel sind anfangs immer weggerannt, kommen aber mittlerweile wieder neugierig an den Zaun.“

Noch dazu ist der Frühling die Zeit des Tiernachwuchses. Die Lämmer sind bereits geboren, Wildschwein-Frischlinge gibt es in diesem Jahr (bisher) leider nicht. Dafür erwartet Dieter Kircher bald Babys bei den Mufflons und den Ziegen.

Der Wildpark in Gersfeld ist im März täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet, ab dem 1. April von 9 bis 18 Uhr.

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