Der Weihnachtsmarkt bzw. Adventszauber in Fulda wird in diesem Jahr nicht stattfinden.
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Der Weihnachtsmarkt bzw. Adventszauber in Fulda wird in diesem Jahr nicht stattfinden. (Archivbild)

Betroffene äußern Bedauern

Weihnachtsmarkt-Absage in Fulda - Entscheidung verschärft „dramatische Lage“ des Einzelhandels

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  • Sabrina Mehler
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Mit Blick auf die steigenden Zahlen in der Corona-Pandemie hat die Stadt Fulda den geplanten „Fuldaer Adventszauber“ abgesagt. Wir haben bei Verantwortlichen und Betroffenen und nachgefragt, was sie von dieser Entscheidung halten.

Update vom 3. November: Nachdem die Stadt Fulda den Adventszauber wegen hoher Corona-Zahlen abgesagt hat, ist diese Entscheidung für die Marktbeschicker wie auch für den Einzelhandel, die Gastronomie und die Hotellerie nachvollziehbar, aber auch „dramatisch“.

Niels Völlmecke von der Firma KTL Event Schmiede sagt gegenüber unserer Zeitung: „Die Stadt hat sich wirklich Mühe gegeben und uns auf dem Laufenden gehalten. Leider war die Absage absehbar. Ich kann die Entscheidung nachvollziehen. „Es ist natürlich trotzdem schade.“ Seine Familie ist seit über 30 Jahren Teil des Fuldaer Weihnachtsmarktes. Neben einem Glühweinstand betreibt die Firma das Kinder-Riesenrad und die Schieneneisenbahn am Borgiasplatz.

Enttäuschung, aber auch Verständnis klingt beim City Marketing Fulda an: „Wir bedauern die Entwicklung sehr, die sämtliche Planungen auch mit guten Hygienekonzepten innerhalb kürzester Zeit über den Haufen wirft“, heißt es auf Anfrage unserer Zeitung. „Gleichwohl können wir die Entscheidung der Stadt aber natürlich sehr gut nachvollziehen.“

Die Absage des Adventszaubers und vieler anderer vorweihnachtlicher Veranstaltungen in Fulda werde die ohnehin bereits dramatische Lage des Einzelhandels und der Gastronomie weiter verschärfen, warnt der Verein.

Fulda sagt Adventszauber wegen Corona ab - Das sagen die Betroffenen: „Dramatische Lage wird verschärft“

Steffen Ackermann, Vorsitzender des Dehoga in Fulda und Inhaber der Pension Wenzel, erklärt: „Die Absage ist für uns kein Schreckensmoment mehr, da wir uns schon darauf eingestellt hatten.“ Dass der Markt nicht stattfinden kann, sei abzusehen gewesen und nachvollziehbar.

Sein Hotel sei zwar zu der Zeit, in der der Weihnachtsmarkt hätte stattfinden sollen, weitgehend ausgebucht gewesen, mittlerweile hätten die meisten Besucher ihre Übernachtungen aber storniert. Das sei verständlich, da vieles unsicher sei: „Die ersten Politiker sprechen ja schon davon, die Schließung der Gastronomie bis in den Dezember zu verlängern.“

Die Stadt bedauere die Absage. Im vergangenen Jahr kamen bis zu eine Million Besucher auf den Fuldaer Weihnachtsmarkt. „Es liegt auf der Hand, dass der Markt auch über die Region hinaus ein Besuchermagnet darstellte“, erklärt Johannes Heller von der Magistratspressestelle.

Auch die Übernachtungszahlen verdeutlichten das: Im Dezember 2019 kamen mehr als 32.000 Gäste zum Übernachten nach Fulda, ein Zuwachs von 8,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Und 8000 Gäste machten im Dezember eine Stadtführung - das wird in diesem Jahr zu einem großen Teil wegbrechen.

Der Adventszauber sollte laut Heller nicht zuletzt ein Frequenzbringer für die arg gebeutelte Gastronomie und den Einzelhandel in der Innenstadt sein. „Die Absage bedeutet für alle direkt und indirekt Betroffenen einen harten Schritt“, erklärt Heller. Die Stadt habe es sich bei ihrer Entscheidung nicht leicht gemacht

Festlich geschmückt werden soll die Stadt Fulda trotz der Absage: „Wie in jedem Jahr soll auch 2020 die Innenstadt mit Bäumen und Deko adventlich geschmückt werden. Die Stadt bemüht sich, trotz der Absage des Adventszaubers die Innenstadt im Lichterglanz erstrahlen zu lassen“, erklärt Fuldas Pressesprecher Johannes Heller. So soll beispielsweise die geplante Illumination der Domfassade umgesetzt werden.

Corona in Fulda: Stadt sagt Adventszauber ab - Bis zuletzt für Durchführung gekämpft

Die Erstmeldung vom 2. November, 11.25 Uhr:

Fulda - Wie die Stadt Fulda am Montag bekannt gab, wird der Adventszauber wegen der steigenden Corona-Zahlen abgesagt. Zwar habe das Konzept des „Adventszaubers“, das von den Verantwortlichen als Ersatz für den Fuldaer Weihnachtsmarkt entwickelt worden war, auch überregional Anerkennung gefunden und hätte unter den Bedingungen von Anfang und Mitte Oktober auch pandemie-gerecht funktioniert, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Fulda.

Die Stadt Fulda hatte statt des herkömmlichen Weihnachtsmarktes einen Adventszauber geplant.

Deshalb hatte die Stadt Fulda bis zuletzt für die Durchführung des Adventszaubers gekämpft, aber die jüngste Entwicklung in der Corona-Pandemie hätten dem Magistrat keine andere Wahl als die Absage gelassen. Schließlich gelte für die nächsten Wochen die Devise, alle Kontakte möglichst einzuschränken, und in dieser Situation sei der Adventszauber - trotz aller Sicherheitsvorkehrungen - nicht durchführbar. (Lesen Sie hier: Diese Corona-Maßnahmen gelten nun)

Lesen Sie hier: So lief das letzte Wochenende vor dem Corona-Lockdown im Fuldaer Nachtleben ab

Wegen steigender Corona-Zahlen: Stadt Fulda sagt Adventszauber ab

Der Magistrat der Stadt Fulda bedauerte die Absage des Adventszaubers und dankte allen Standbetreibern, die trotz unsicherer Lage und schwer kalkulierbarer Bedingungen ihre Bereitschaft zur Teilnahme signalisiert hatten. Die Stadt dankte auch allen Dienstleistern für Ihr Verständnis, die nun durch die kurzfristige Absage betroffen sind.

Video: So sollte der Adventszauber in Fulda ursprünglich stattfinden

Der besondere Dank würde dem Bistum Fulda gelten, das sich bei den Planungen zum Adventszauber und der damit verbundenen Einbeziehung des Domplatzes sehr kooperativ gezeigt hatte. Die Stadt setze darauf, dass es im Jahr 2021 wieder ein stimmungsvolles adventliches Angebot in der Innenstadt in Fulda geben kann.

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