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Corona: Weiter Zoff um Genesenen-Status - Politiker üben Kritik an Verkürzung

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Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) steht wegen der Verkürzung des Genesenenstatus in der Kritik.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) steht wegen der Verkürzung des Genesenenstatus in der Kritik. © Kay Nietfeld/dpa

Politiker von CDU und CSU haben Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dazu aufgefordert, die jüngste Verkürzung des Corona-Genesenen-Status wieder zurückzunehmen.

Berlin - Es gibt weiter Zoff um das Thema Genesenen-Status: „Während Lauterbach den Genesenen-Status in Deutschland fragwürdig auf drei Monate verkürzt, stimmt die Ampel auf EU-Ebene einem Genesenen-Status von sechs Monaten zu. Das ist vollkommen planlos“, sagte der Chef der CSU-Abgeordneten im Bundestag, Alexander Dobrindt. Er erwarte vom Gesundheitsminister, dass er die Verkürzung des Corona-Genesenen-Status umgehend zurücknehme.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte: „Der Genesenen-Status sollte in Deutschland wieder sechs Monate gelten.“ Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Tino Sorge (CDU), sagte: „Minister Lauterbach wird der Öffentlichkeit erklären müssen, warum Deutschland einen Sonderweg geht. Als Land in Europas Mitte einen Alleingang zu vollziehen, wäre fragwürdig.“ Die Regierung werde neu bewerten müssen, ob „die Verkürzung über Nacht“ richtig gewesen sei.

Corona: Zoff um Genesenen-Status - Politiker üben Kritik an Verkürzung

Die EU-Staaten hatten sich am Dienstag darauf verständigt, dass sich Reisende innerhalb der Union ohne weitere Auflagen frei bewegen können sollen, wenn sie einen gültigen Impf-, Test- oder Genesenennachweis vorlegen.

Beim Genesenen-Nachweis wird hier eine Gültigkeit von 180 Tagen genannt. In Deutschland war der Genenesenstatus vor wenigen Tagen überraschend auf eine Zeitspanne von 28 bis 90 Tagen nach einem positiven PCR-Test verkürzt worden. (Lesen Sie hier: Steigende Corona-Zahlen: Werden die PCR-Tests in Fulda jetzt knapp?)

Die Brüsseler Empfehlung ist rechtlich allerdings nicht bindend, in der Vergangenheit wurden solche Absprachen von Mitgliedsländern – darunter Deutschland – nicht immer zu 100 Prozent befolgt. Deutschland und anderen Ländern steht es zudem frei, für Aktivitäten innerhalb des Landes – etwa Restaurantbesuche – den Genesenenstatus kürzer gelten zu lassen. Gleiches gilt für andere Bestimmungen, etwa für die Dauer von Impfzertifikaten.

Die Schweiz beispielsweise geht mit dem Thema anders um und hatte im November sogar eine Verlängerung des Genesenen-Status von sechs auf zwölf Monate beschlossen. Mitte Januar wurde allerdings die Gültigkeit des Genesenenzertifikats wieder auf neun Monate verkürzt – es gilt damit aber immer noch dreimal so lange wie in Deutschland.

Video: Trotz EU-Entscheidung: Lauterbach will Genesenen-Status nicht wieder verlängern

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte die übergangslose Verkürzung am Wochenende verteidigt. „Ich kann jetzt nicht sagen, es gibt einen Übergang, wenn das medizinisch nicht zu halten ist“, sagte der SPD-Politiker. Corona-Genesene hätten angesichts der nun vorherrschenden Omikron-Variante ihren Impfschutz nach drei Monaten leider verloren und könnten sich infizieren. „Wenn man da Sicherheit will und die Fallzahlen kontrollieren will und die Vulnerablen besonders schützen will, dann muss man schnell handeln.“ (dk)

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