Salih Usta und Julian Witteborn, Geschäftsführer Bildstürmer.
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Salih Usta und Julian Witteborn, Geschäftsführer Bildstürmer.

Hilfe in Corona-Zeiten

Staatliche Fördermittel kommen an: Regionale Unternehmen und IHK Fulda sind zufrieden

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Die Hilfe des Staates für Unternehmen, die durch die Coronakrise schwere Einbußen erleiden, kommen an. Davon sind die Industrie- und Handelskammer Fulda und betroffene Unternehmer überzeugt. Soloselbstständige haben es jedoch schwer.

  • Die Hilfen des Staates in der Coronakrise kommen an.
  • Das Antragsverfahren für KfW-Kredite läuft „absolut problemlos“.
  • Soloselbstständige haben es hingegen schwer.

Region - Es sah nach einem guten Jahr aus für Astur Education, den Veranstalter für Jugendsprachreisen aus Fulda. Spezialisiert ist das 1986 gegründete Unternehmen mit 13 Angestellten und 40 freien Mitarbeitern auf Gruppen, die aus dem Ausland nach Deutschland kommen. Doch schlagartig brachen alle Einnahmen weg: „Ab Anfang März begann eine Storno-Welle, wie ich sie noch nie erlebt habe“, sagt Geschäftsführer Rudolf Reiet (37), der das Unternehmen mit Xing Li (37) führt. 

Xing Li und Rudolf Reiet, Geschäftsführer Astur Education.

Der Reiseveranstalter beantragte 30.000 Euro Soforthilfe. „Das Antragsverfahren über die Internetseite des Regierungspräsidiums Kassel war phänomenal unkompliziert. Nach einer Woche war das Geld bei uns“, sagt Reiet. 

Fördermittel in Coronakrise: Antragsverfahren für KfW-Kredit läuft „absolut problemlos“

Von vornherein war klar, dass die 30.000 Euro nicht reichen. Über die Industrie- und Handelskammer Fulda beantragten die beiden Geschäftsführer Mittel aus dem Programm „Mikroliquidität“ der hessischen WI-Bank. Sie erhielten insgesamt 70.000 Euro. Das Darlehen läuft nach zwei tilgungsfreien Jahren über fünf Jahre und wird mit 0,75 Prozent verzinst. „Auch das lief dank der IHK problemlos.“ Das Besondere: Läuft es für den Empfänger coronabedingt ganz schlecht, werden bis zu 50 Prozent erlassen. „Absolut problemlos“ – so beschreibt Reiet auch das Antragsverfahren für einen KfW-Kredit. „Wir stehen seit 30 Jahren mit unserer regionalen Bank in engem Kontakt. Wir wurden und werden hier exzellent, geduldig und professionell beraten.“

Auch IHK-Präsident Dr. Christian Gebhardt hat von keinen Problemen mit KfW-Krediten gehört. „Oft versuchen Betriebe, die vor der Krise schwach waren, aufzuspringen. Dass diese Betriebe bei Kreditwürdigkeitsprüfungen Schwierigkeiten haben, ist nachvollziehbar. Die Unternehmen, die geordnete Verhältnisse hatten, jetzt aber coronabedingt Schwierigkeiten haben und sauber unterlegte Anträge vorlegen, erhalten schnell ihre Kreditzusagen.“ Von Firmen, die gut fundierte Anträge stellen und damit zu ihrer Hausbank gehen, mit der sie gut zusammenarbeiten, höre er keine Klagen. 

„Nach zwei Wochen war das Geld da“

Von der Coronakrise hart getroffen war auch Bildstürmer, die Filmproduktion und Fotoagentur in Künzell. „Durch die Krise wurden 90 Prozent unserer Aufträge abgesagt – wie Image- und Eventfilme, Werbefotos sowie Film- und Fotoaufnahmen von Veranstaltungen und Messen“, berichten die Geschäftsführer Julian Witteborn und Salih Usta.

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GESPENSTISCHE STIMMUNG IN FULDA WÄHREND DER CORONA-PANDEMIE Unbedingt bis zum Ende anschauen und das Video wirken lassen! Welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf das Stadtbild von Fulda hat, wollen wir mit diesen Luftaufnahmen dokumentieren. Ganz Deutschland befindet sich zur Zeit in Zwangs-Quarantäne. Außerdem herrscht strenges Kontaktverbot. Jeder der nicht zwingend vor die Tür muss, bleibt zu Hause. ⬇️ Die drastischen Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus, spiegeln sich auch im Stadtbild der fast 70.000 Einwohner starken Stadt Fulda wieder. Die Luftaufnahmen wurden zwischen 7:00 und 8:30 Uhr gemacht. Um diese Zeit sind die Straßen normalerweise stark befahren, Menschen tummeln sich auf dem Uni-Platz und Züge warten im Bahnhof, um Schüler und Pendler zu transportieren. Eine gespenstische, gerade zu apokalyptische Stimmung, nicht nur am Bahnhof von Fulda, wo der Film beginnt. ⬇️ Um ein möglichst umfassendes Bild der Stadt während der Pandemie zu zeigen, flogen wir die Hauptspots von Fulda, logisch ab: Der Film startet am Bahnhof und folgt der langen Bahnhofstraße herunter bis zum Universitätsplatz. Keine Menschenseele ist zur der Zeit auf dem großen Vorplatz vor dem Karstadt Kaufhaus. Die dahinter beginnende Altstadt mit der Stadtpfarrkirche, zeichnet das gleiche Bild. Die Friedrichstraße ist wie leer gefegt. Vor dem Stadtschloss und dem Dom fahren nur vereinzelt Autos. Bis auf einige der wenigen Menschen, die in dieser Zeit noch arbeiten müssen. Selbst in den Fulda-Auen, wo man normalerweise vereinzelt Jogger vermuten würde, ist niemand zu erkennen. Youtube-Link: https://youtu.be/HsV9rXMUay0 Ein Like dort wäre super! Film und Foto-Produktion ►► BILDSTÜRMER® ⬩ INSTAGRAM: http://bit.ly/Bildstuermer-Instagram ⬩ YOUTUBE: http://bit.ly/Bildstuermer-YouTube ⬩ WEB: https://bildstuermer.de . . . #bildstürmer #bildstuermer #fulda #stadtfulda # coronafulda #coronapandemie #videofulda #coronavideos #covid19germany

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Die Kosten für das Studio sowie zwei Angestellte, zwei Azubis, drei Praktikanten und sie selbst liefen aber weiter. Deshalb beantragten und erhielten sie 16.500 Euro Soforthilfe vom Land. Zusätzlich haben sie ein Mikrodarlehen über 35.000 Euro von der WI Bank bekommen, das in den kommenden Jahren zurückgezahlt wird. Die Mittel werden genutzt, um die laufenden Kosten abzudecken. „Das ging online und problemlos. Nach zwei Wochen war das Geld da“, sagt Witteborn. Er sieht jetzt Licht am Ende des Tunnels: „Mittlerweile haben wir wieder vermehrt Anfragen. Weil die Baumaßnahme am alten Studio nicht fertig wird, suchen wir dringend ein neues Studio in Fulda.“

Geschäfte laufen langsam wieder an

Die Geschäfte laufen jetzt langsam wieder an – darüber freut sich auch Heiko Roth (46), Inhaber des Sportgeschäfts Sportecke in Hünfeld. Seine zehn Mitarbeiter waren zwischenzeitlich zum Teil in Kurzarbeit. „Durch die angeordnete Ladenschließung habe ich einen Umsatzverlust von 300.000 Euro erlitten. Ich habe zwar einen kleinen Teil der Verkäufe ins Internet verlagern können, aber der Onlinemarkt ist in der Krise noch schwieriger geworden, weil die Hersteller hohe Rabatte bieten.“ Roth hat 20.000 Euro als Soforthilfe und 35.000 Euro als Mikrodarlehen erhalten. „Beides lief schnell und ohne Probleme ab – auch wenn meine Einbußen natürlich viel höher sind als diese Mittel und ich noch Geld als Anschub brauchen werde.“

Heiko Roth, Inhaber Sportecke.

Durch die Raster der Fördermittel fallen allerdings Soloselbständige, klagt Regionalmanager Christoph Burkard. Freiberufler haben oft keine fixen Ausgaben wie Gehälter oder Mieten für Büroräume, die der Staat über eine Soforthilfe abdecken könnte. Die Folge: Mancher Selbstständige muss Hartz-IV beantragen. Immerhin wird übergangsweise auf das Anrechnen von Ersparnissen verzichtet.

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