Eine Corona-Warn-App wird vor dem Bundestag in Berlin in die Kamera gehalten. Unsere Zeitung hat eine Umfrage in der Region gemacht.
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Wir haben in der Region nachgefragt, ob sich die Menschen die Corona-Warn-App auf ihr Handy laden werden.

Umfrage

Wie wird die Coronavirus-Warn-App in der Region angenommen?

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  • Sabine Simon
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Seit Dienstagmorgen gibt es die Coronavirus-Warn-App in den Stores zum Herunterladen. Wir habe in der Region nachgefragt, ob sich die Menschen die App auf ihr Handy laden werden oder es schon getan haben.

  • Am Dienstmorgen ist die Coronavirus-Warn-App an den Start gegangen.
  • Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (CSU) teilte am Mittwoch auf Twitter mit, dass die App bereits mehr als sechs Millionen Mal heruntergeladen wurde.
  • Wir haben in Fulda, Hünfeld, Schüchtern und Schlitz bei den Menschen nachgefragt, was sie von der App halten.

Berlin/Fulda - Die Corona-Warn-App des Bundes stößt bei den Menschen in Deutschland auf eine überraschend hohe Resonanz. Seit ihrem Start am Dienstagmorgen wurde sie mehr als sechs Millionen Mal heruntergeladen und installiert, teilte Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (CSU) am Mittwoch auf Twitter mit. Die Gesundheitsämter hingegen schlagen Alarm.

Wir haben bei Menschen in Fulda, Hünfeld, Schlüchtern und Schlitz nachgefragt, was sie von der Corona-Warn-App halten.

Jörg Bachmann (55):

Der Bankmitarbeiter aus Hünfeld hat die App seit Dienstag auf seinem Smartphone. In den ersten Stunden erreichte ihn keine Meldung, gestern hieß es dann „Risiko niedrige Stufe“, verbunden mit den allgemeinen Coronavirus-Hygienehinweisen. „Es hat überhaupt keine Probleme bereitet, sie herunterzuladen. Das ging superschnell und war vergleichsweise simpel.“ Zwei Einstellungen in Sachen Bluetooth und Push-Benachrichtigungen habe er vornehmen müssen, das sei alles gewesen. 

Wolfgang Decher (66):

„Ich finde die Idee mit der Corona-App super. Ich würde sie mir auch draufladen, aber das funktioniert bei meinem Handy nicht. Ich habe noch die Android 4.3 Version und bin damit sehr zufrieden. Ich kann damit alles machen, was ich gewöhnlich benötige, und wegen einer neuen App kaufe ich mir kein neues Handy“, sagt der Schlitzer

Coronavirus-Warn-App: Nur sinnig, wenn viele Bürger mitmachen

Sarah Weber (19):

Die 19-jährige Abiturientin hat die App noch nicht installiert, will dies aber in den kommenden Tagen nachholen. „Das Thema Corona-App war in den Medien sehr präsent, weshalb ich mir auch fest vorgenommen habe, sie auf meinem Smartphone zu installieren.“ Die Fuldaerin betont, dass ein solches System nur Sinn mache, wenn möglichst viele Bürger mitmachen. „Dazu gehöre auch ich. So kann jeder einen Beitrag leisten, das Virus zu bekämpfen.“

Ehepaar Richter (Beide 53):

Geteilter Meinung sind Bettina Kraft-Richter und Stephan Richter aus Weiperz. Die 53-jährige Chemielaborantin hat nicht vor, sich die App herunterzuladen. Sie hat datenschutzrechtliche Bedenken, auch wenn diese seitens der Verantwortlichen verneint werden. Ihr Ehemann, ein 53-jähriger Elektrotechniker, hat sich für die App entschieden: „Ich halte sie für sinn- und wirkungsvoll. Ich muss beruflich viel reisen und habe daher Kontakt zu vielen Menschen.“

Falsch-Testungen halten von Installation der Coronavirus-App ab

Christoph Maier (30):

Noch ist der Student aus Jena unentschlossen, die Tendenz geht aber zur Corona-Warn-App. „Ich habe mich in den vergangenen Tagen viel belesen. Der eine Virologe sagt, es ist eine gute Sache. Eine andere Seite äußert wiederum Zweifel“, erklärt er. In den kommenden Tagen möchte sich Maier weiterhin informieren und dann eine Entscheidung treffen. „Da es aber gilt, eine zweite Welle möglichst klein zu halten und die Intensivbetten freizuhalten, geht die Tendenz doch zum Herunterladen der Corona-App.“ 

Anke Monch (42):

„Ich habe mir die App nicht heruntergeladen und werde es auch nicht tun. Viele der Maßnahmen waren sinnvoll, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Auch die Corona-App zeigt, dass das Thema derzeit unser aller Alltag bestimmt und wir uns davon immer mehr bestimmen lassen. Gerade hat Herr Spahn noch gesagt, dass es leider viele falsch-positive Testungen gab. Da frage ich mich, was dann eine solche App bringen soll“, sagt die Schlüchternerin.

Warn-App ermöglicht weitere Lockerungen in Corona-Zeiten

Martin Hohmann (64):

Der Privatmann aus Fulda hat sich bereits mit der App beschäftigt und wird sie sich runterladen. Einige Zweifel bleiben allerdings bestehen: „Die Nutzung macht nur Sinn, wenn ich dauerhaft Bluetooth anhabe. Dadurch muss ich aber mein Handy öfter aufladen“, bedauert er. Da aber die positiven Aspekte im Kampf gegen das Coronavirus überwiegen, gibt es nur eine Entscheidung für ihn. „Die App wird runtergeladen. Sie ist schließlich der Sache dienlich.“

Jan Hendler (20):

„Alleine weil ich wissen wollte, wie die App funktioniert, habe ich sie mir runtergeladen. Außerdem tut es keinem weh, eine weitere auf seinem Handy zu haben“, betont der Hainzeller. Auch um den Datenschutz macht er sich keine Sorgen. „Die App soll sicher sein. Und auch wenn nicht: Meine Daten sind sowieso im halben Internet verteilt.“ Durch die bundesweiten Lockerungen seien die Menschen einem höheren Risiko ausgesetzt. Die App helfe ungemein, weitere Lockerungen zu ermöglichen. 

Auf einer Pressekonferenz informieren Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und Sozialminister Kai Klose in einer Pressekonferenz am Donnerstag über weitere Corona-Maßnahmen.

mic, lq, sim

Bei einer Umfrage in der Region wollten wir von den Menschen wissen, ob sie sich die Corona-Warn-App auf ihr Handy laden werden.
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