Zwei Personen stehen vor dem Schild der Agentur für Arbeit - Arbeitslosenzahlen
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Die Arbeitslosenzahl in der Region steigt - besonders Jüngere sind vermehrt betroffen.

Zehntausende Beschäftigte in Kurzarbeit

Arbeitslosigkeit im Kreis Fulda: Immer mehr Jüngere betroffen - „Krise bleibt präsent“

Die Zahl der Arbeitslosen steigt weiter an: 4768 Menschen in der Region Fulda sind aktuell arbeitslos – 123 mehr als im Juni. Das teilt die Agentur für Arbeit am Donnerstag mit. Wegen der Corona-Pandemie liegt die Arbeitslosigkeit um 38,3 Prozent höher als vor einem Jahr.

  • Im Kreis Fulda sind aktuell 4768 Menschen arbeitslos.
  • Die Arbeitslosigkeit liegt um 38,3 Prozent höher als im Vorjahr.
  • Der Main-Kinzig-Kreis verzeichnet 13.699 Arbeitslose.

Auch im Juli ist die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Fulda gestiegen, „jedoch sehr moderat“, schreibt die Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda. Die Arbeitslosenquote beträgt 3,8 Prozent (Vorjahr: 2,8 Prozent). Doch: Besonders Jüngere sind betroffen.

Arbeitslosigkeit im Kreis Fulda: Besonders Jüngere sind betroffen

Für den Zuwachs der Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat macht Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, vor allem drei Faktoren verantwortlich: den Halbjahreswechsel im Angestelltenbereich, das Ausbildungsende und die Sommerferien.

Insbesondere bei Personen unter 25 Jahren ist die Arbeitslosigkeit angestiegen - um 76 auf 666 Personen. Vor einem Jahr waren es 153 weniger.

Agenturchef Dombrowski sieht den Ernst der Lage, zeigt sich jedoch zugleich vorsichtig optimistisch: „Die Integration der Ausbildungsabsolventinnen und -absolventen stellt im aktuellen Kontext der Corona-Krise eine besondere Herausforderung dar. Wenn die Wirtschaft in den nächsten Wochen weiter an Fahrt aufnimmt und kein erneuter Lockdown eintritt, dürften sich die Vermittlungschancen nach den Sommerferien verbessern.“

Doch er betont zugleich: Trotz der Präsenz der Krise sei die Einstellungsbereitschaft der Betriebe gegenüber dem Vormonat leicht angestiegen.

950 freie Ausbildungsstellen im Kreis Fulda

Aktuell gebe es rund 950 freie Ausbildungsstellen . „Auch, wenn die meisten betrieblichen Ausbildungen in Kürze beginnen, gibt es gerade in der Region Fulda gute Chancen, in den nächsten Wochen noch eine attraktive Lehrstelle zu ergattern. Diese Chancen gilt es zu nutzen“, appelliert Ottokar Schwerdt, Teamleiter der Berufsberatung. Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Fulda berät Ausbildungssuchende (0800 4555500).

Mehr als 40.000 Beschäftigte im Kreis Fulda in Kurzarbeit

Kurzarbeit wird im Landkreis Fulda weiterhin in Anspruch genommen: Seit Mitte März haben insgesamt 2525 Betriebe für 41.577 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet, erklärt die Behörde.

Main-Kinzig-Kreis verzeichnet 13.699 Arbeitslose

Auch im Main-Kinzig-Kreis hat die Krise weiterhin Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: „Im Juli sind Zuwächse bei der Arbeitslosigkeit keine Seltenheit, normalerweise aufgrund der Urlaubszeit. In diesem Jahr überlagern die Folgen der Corona-Pandemie die saisonalen Schwankungen", gibt die Leiterin der Hanauer Arbeitsagentur, Heike Hengster, eine Einschätzung. Sie betont: „Abmildernd wirkt in dieser Situation weiterhin die Kurzarbeit, die von Arbeitgebern nahezu aller Branchen in Anspruch genommen wird. Kurzarbeit sichert Tausende von Arbeitsplätzen in unserem Agenturbezirk und entlastet die heimische Wirtschaft

Insgesamt waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Hanau im Juli 13.699 Personen arbeitslos gemeldet. Im Bereich der Geschäftsstelle Schlüchtern waren 2112 Personen arbeitslos gemeldet, 78 mehr als im Juni. Die Arbeitslosenquote stieg an auf 4,0 Prozent gegenüber 3,9 Prozent im Vormonat und 2,6 Prozent im Vorjahresmonat. (jev)

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