Der Entwurf sieht einen zweigeschossigen Bau am jetzigen Standort der alten Therme vor. (Archivfoto)
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Der Entwurf sieht einen zweigeschossigen Bau am jetzigen Standort der alten Therme vor. (Archivfoto)

Großprojekt im Kreis Fulda

Coronavirus bremst Thermen-Neubau in Bad Salzschlirf: Gemeinde ringt um Fördergelder

  • Marcus Lotz
    vonMarcus Lotz
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Die Coronavirus-Krise hat viele Projekte in der Region ausgebremst. Darunter auch die Pläne für den Neubau der Therme in Bad Salzschlirf. Bei der jüngsten Bürgerversammlung äußerte sich Bürgermeister Matthias Kübel (CDU) zum Stand des Projekts.

Bad Salzschlirf - Fast ein Jahr ist es her, dass die Firma Toskanaworld im November ihren Entwurf für einen Neubau der Therme der Gemeindevertretung sowie interessierten Bürgern vorgestellt hatte. Das Unternehmen hatte sich am Bieterwettbewerb um ein Thermenkonzept beteiligt, eine Entscheidung über die Umsetzung der Pläne gibt es bislang aber nicht.

Der Entwurf sieht einen zweigeschossigen Bau am jetzigen Standort der alten Therme, rund 650 Quadratmeter Wasserfläche, vier Becken, ein außenliegender Naturbadeteich, eine große Thermenhalle, einen Saunabereich, Innengastronomie und ein angeschlossenes Parkhaus mit rund 125 Stellplätzen direkt an der Hermann-Vollrath-Straße vor. Kostenpunkt: rund 24 Millionen Euro.

Bad Salzschlirf: Gespräche über Therme-Neubau lagen wegen Corona auf Eis

Mittlerweile würden immer wieder Bürger bei der Gemeinde anfragen, um sich nach dem Sachstand zu erkundigen, wie Friedrich Meister (CDU), Vorsitzender der Gemeindevertretung, während der Bürgerversammlung ausführte. Bürgermeister Matthias Kübel stellte daraufhin den Sachstand vor.

„Das Konzept liegt deutlich über dem kalkulierten Rahmen“, stellte Kübel zunächst fest und verwies auf die 14 bis 16 Millionen Euro, mit denen die klamme Gemeinde ursprünglich geplant hatte. Die deutlich erhöhten Kosten machen es laut Rathauschef notwendig, nachzusteuern. „Daraus ergibt sich, dass wir sehr intensive Gespräche über Fördermittel führen müssen. Das braucht seine Zeit.“ Ohne feste Förderzusagen könne man „bei diesem Thema keinen Vollzug melden“. Die Kostensteigerung wirke sich zudem verzögernd auf das Ringen der Gemeinde um Fördermittel vom Land aus, da ursprünglich deutlich geringere Summen verhandelt wurden.

Wegen der Corona-Pandemie lagen die Gespräche außerdem zwischenzeitlich auf Eis. „Wir haben den Gesprächsfaden mit Wiesbaden wieder aufgenommen und sind jetzt mitten im Prozess“, so Kübel, der bereits erste Zwischenerfolge vermeldete. „Wir haben die Zusage des Landkreises Fulda über einen nennenswerten Betrag. Auch das Land hat uns bereits Unterstützung zugesagt.“

Bürgermeister Kübel glaubt an Bedeutung des Projekts: Therme ist für Kurort ganz wichtig

Kübel warb vor rund 20 Anwesenden um Verständnis für die Verzögerungen. „Selbst wenn wir nennenswerte Summen an Fördergeldern erhalten, ist das eine erhebliche Belastung für den Gemeindehaushalt.“ Schwierig wäre es laut Kübel, müsste man zur Finanzierung die Grundsteuern erhöhen. „Wir würden dann nicht mehr nur von einer Erhöhung um 100 Punkte reden. Das ist sicherlich nicht in Ihrem Sinne.“

Daher könne die Planung erst voranschreiten, wenn die Finanzierung auf sicheren Füßen stehe. „Eine solche Investition kann nur gelingen, wenn der Haushalt damit nicht in die Knie geht und die Bürger nicht unverhältnismäßig belastet werden.“ Es gelte nun, „dicke Bretter in Wiesbaden und beim Bund zu bohren“.

An der Bedeutung des Projekts ließ das Gemeindeoberhaupt derweil keine Zweifel aufkommen: „Für den Kurort ist die Therme ein ganz wichtiges Thema, denn eine Therme bringt uns viele Gäste.“

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