Das Rosenbad in Fulda. Zu sehen ist ein leeres Becken.
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Das leere Rosenbad vor der Saisoneröffnung 2019 (Archivbild).

„Flaggschiff“ ist startklar

RhönEnergie und Bürgermeister Dag Wehner nennen weitere Details zur Öffnung des Rosenbads in Fulda

  • Anke Zimmer
    vonAnke Zimmer
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Passionierte Schwimmfans können es kaum erwarten: Am Montag, 22. Juni, eröffnet das Fuldaer Rosenbad. Es ist das erste Freibad in der Region, das seit dem Coronavirus-Lockdown die Pforten öffnet. Dass wegen der Hygiene- und Abstandsregeln alles anders sein wird, versteht sich von selbst.

  • Bei einem Pressegespräch am Mittwoch wurden weitere Details zur Öffnung des Rosenbads in Fulda genannt.
  • Martin Heun von der RhönEnergie und Fuldas Bürgermeister und Sport-Dezernent Dag Wehner freuen sich, dass das „Flaggschiff des osthessischen Wassersports“ wieder öffnet.
  • Vor der Öffnung sei eine „sorgfältige Planung“ notwendig gewesen, die deshalb auch länger gedauert habe.

Fulda - Online-Registrierung, Eintritt, Kreisschwimmen, reduzierte Besucherzahlen: Vergangene Woche hatte die RhönEnergie Fulda als Betreiber die Öffentlichkeit nicht nur darüber informiert, dass das Rosenbad wieder öffnet, sondern auch wie. Es ist das erste Freibad in der Region, das öffnen wird. Wann weitere Bäder öffnen werden, erfahren Sie in unserer Übersicht.

In einem Pressegespräch am Mittwoch gingen Martin Heun von der RhönEnergie und Fuldas Bürgermeister und Sport-Dezernent Dag Wehner auf weitere Details zur Öffnung des Rosenbads ein. Beide freuten sich einleitend darüber, dass das „Flaggschiff des osthessischen Wassersports“ wieder für Besucher zugänglich gemacht werden kann.

Wegen Coronavirus: Klare Vorgaben, um Gäste und Mitarbeiter vor Infektion zu schützen

Mit Blick auf die vielen Regeln und Einschränkungen betonte Heun, dass die Umsetzung der „klaren Vorgaben der Landesregierung“ natürlich nicht dazu gedacht sei, die Besucher zu ärgern, sondern um die Sicherheit und den Schutz der Gäste wie auch der Mitarbeiter vor einer Coronavirus-Infektion zu gewährleisten.

Wehner fügte hinzu, dass eben dafür die „sorgfältige Planung“ nötig gewesen sei, die darum auch etwas länger gedauert habe. Keinen Hehl machte er aus seiner Freude über die „Rückkehr des sportlichen Lebens“ in Fulda.

Im Rosenbad in Fulda wird es keine „Ordnungspolizei“ geben

Nachfolgend ein Überblick zu den Regeln in Stichworten:

Das Zeitfenster: Das Rosenbad bietet ab Montag, 22. Juni, täglich zwei Zeitfenster für die Badegäste an: von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr. Das dritte Fenster (18.30 Uhr bis 20 Uhr) ist ausschließlich Vereinen vorbehalten. Heun erklärte auf Nachfrage, dass gerade aus diesem Bereich viele Anfragen gekommen seien, so dass dieses Fenster auch samstags und sonntags von den Vereinen voll belegt sei.

Martin Heun von der RhönEnergie nannte bei einem Pressegespräch am Mittwoch weitere Details zur Öffnung des Rosenbades.

Die Hygiene: Zwischen diesen Zeitfenstern wird das Rosenbad „umfänglich desinfiziert“, so Heun. Dafür müssen alle Badegäste das Gelände verlassen. Die Zahl der Toiletten werde reduziert, die Umkleidekabinen sind geöffnet, nicht aber die blauen Häuschen für das rasche An- und Ausziehen. In allen überdachten Bereichen (Eingang, Toiletten) ist ein Mund-Nasen-Schutz Pflicht.

Die Besucherzahl: Streng reglementiert ist die Besucherzahl. Pro Zeitfenster dürfen sich maximal 500 Gäste auf dem Freibad-Gelände aufhalten, von denen sich 230 Personen gleichzeitig im Wasser befinden dürfen. Dieses dient natürlich, um die nötigen Abstände einhalten zu können – nicht nur im Wasser, sondern auch auf der Liegewiese. „In diesem Punkt appellieren wir an die Selbstverantwortung der Besucher“, sagte Heun und fügte hinzu: „Eine ,Ordnungspolizei‘ schicken wir jedenfalls nicht über die Wiese.“

Mehrere Zahlungsmethoden für Karten für das Fuldaer Rosenbads verfügbar

Die Tickets: Um die vergleichsweise geringe Besucherzahl einhalten zu können, ist eine Online-Registrierung nötig, auch können die Eintrittskarten ausschließlich im Internet erworben werden. Dafür stehen mehrere Zahlungsmethoden zur Verfügung.

Unter anderem wird es ein Lastschrift-Verfahren geben, so dass Schwimmfans, die sich bei Online-Bezahlungen nicht auskennen, nicht das Nachsehen haben. Zur Bestellung der Karten reicht ein Internetzugang. Wer den nicht selbst habe, könne Freunde oder Verwandte darum bitten: „Es gibt kaum eine Familie, in der das nicht wenigstens ein Mitglied übernehmen kann.“

Gebucht werden können die Karten maximal drei Tage im Voraus. Das kann auch unmittelbar geschehen, vorausgesetzt, die Zahl von 500 Gästen ist just in dem Moment noch nicht erreicht. Vor Ort können keine Tickets erworben werden.

Fuldas Bürgermeister Dag Wehner äußerte sich beim Pressegespräch zur Öffnung des Rosenbades.

Haun fügt hinzu, dass diese Online-Registrierung noch einen zweiten Zweck hat: Dadurch wird die Dokumentationspflicht erleichtert, „denn wir müssen die Daten der Gäste aufnehmen für den Infektions-Fall. Mit Zetteln, auf denen die Gäste sich eintragen müssten, wäre das nicht zu leisten.“

Das Wetter: Ein erworbenes Ticket, das nicht genutzt wird, verfällt. Die Ausnahme: Wenn das Bad wegen Gewitter nicht öffnen darf, können die Gäste auf ein neues Zeitfenster „umbuchen“.

Mitarbeiter der RhönEnergie überprüfen die Höchstzahl an Schwimmern mit Zählern

Die Becken: Zu den Becken gelangt man über einen einzigen Zugang, den Aufgang nahe der Caféteria. Das Kinderbecken bleibt geschlossen. Alle anderen Becken sind geöffnet, der Sprungturm und die Rutsche können nicht genutzt werden. Die Becken sind in Doppelbahnen abgetrennt, so dass im Kreis geschwommen werden muss.

Ein- und Aussteigen können die Gäste nur an den gekennzeichneten Stellen. Dort stehen auch Mitarbeiter der RhönEnergie mit Zählern, damit die Höchstzahl von 230 Schimmern eingehalten werden kann.

Das Bistro: Das Bistro ist geöffnet unter den bekannten Hygiene- und Abstandsregeln. Ob dort bargeldlose Zahlung möglich ist, muss noch eruiert werden.

Saisonende des Fuldaer Rosenbads ist noch unklar

Der Ausblick: „Wir fahren auf Sicht“, sagte Martin Heun am Mittwoch. Auch Dag Wehner sprach von einem „mit heißer Nadel“ gestrickten Konzept, einem „Experiment“, das man nun genau im Auge behalten müsse. Ob dieses Konzept aufgehe, liege nämlich nicht zuletzt an den Gästen.

So werde sich erst in der Praxis zeigen, ob etwa die Dauer des Aufenthalts im Wasser organisiert werden müsse. Laufe alles gut, könne man die Zahl der auf dem Gelände zugelassenen Gäste nämlich auf 2500 erhöhen, so Heun (im Wasser bliebe es aber bei 230). Gegebenenfalls könnten weitere Bereiche des Bades zu einem späteren Zeitpunkt geöffnet werden.

„Bewusst haben wir den Start der Saison deswegen auf zwei Wochen vor den Sommerferien gelegt, um zu schauen, ob unser Plan funktioniert und ob wir dann erweitern können.“ Und das Saisonende? „Auch da werden wir sehen, wie sich alles entwickelt“, sagt Heun. Alles, das heißt dann nicht nur Corona, sondern auch: das Wetter.

Der Landkreis Fulda gab zudem am Mittwoch bekannt, dass im Guckaisee in Poppenhausen nicht geschwommen werden dürfe. Wie lange dieses Verbot gilt, ist noch unklar.

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