Demo-Initiatorin Katharina Schmitt.
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Demo-Initiatorin Katharina Schmitt.

„Unbehagen öffentlich machen“

Katharina Schmitt ruft in Fulda zu „Frieden und Freiheit“-Demos auf

  • Hartmut Zimmermann
    vonHartmut Zimmermann
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„Wenn es uns nicht gelingt, die Ängste der Menschen ernst zu nehmen, dann droht unsere Gesellschaft in eine kaum zu überbrückende Spaltung zu rutschen.“ So begründet Katharina Schmitt (34) ihr Engagement für die Fuldaer „Frieden und Freiheit“-Demos, bei denen es um Ängste angesichts der Corona-Maßnahmen geht.

  • Zu „Frieden und Freiheit“-Demos in Fulda ruft Katharina Schmitt aus Eichenzell auf.
  • Auslöser seien die Eindrücke während der Coronakrise gewesen.
  • Auf den Corona-Demos sollen Ängste und Unbehagen öffentlich gemacht und verschiedenen Meinungen Raum gegeben werden.

Fulda - Auf die Frage, was ihr als Auslöser für Ängste als erstes in den Sinn kommt, nennt die Musikerin aus Eichenzell die Stichworte Immunitätsausweis und Impfpflicht – beides Ziele, die die Bundesregierung aktuell nicht anstrebt.

Schmitt beschreibt sich als einen unpolitischen Menschen. Eine Demonstration anzumelden sei für sie Neuland gewesen. Am Samstag am Parkplatz vor dem Stadion in der Johannisau gab es nun die dritte Auflage der „Frieden und Freiheit“-Veranstaltungen.

Initiatorin Katharina Schmitt (links am Klavier) und drei Demonstrantinnen singen „Die Gedanken sind frei“.

Auslöser für diese Haltungsänderung seien Eindrücke während der Coronakrise gewesen. Beispielsweise das einsame Sterben der Mutter einer guten Bekannten im Krankenhaus, aber auch die Unsicherheit, die sie bei Kindern spüre. „Wenn die nach dem Spielen mit Freunden ein schlechtes Gewissen haben, weil sie die Frage quält, ob sie mit ihren Spielkameraden zusammensein durften, dann verlieren sie durch die Einschränkungen ein Stück der Leichtigkeit ihres Kinderlebens“, bedauert Schmitt.

Mitglieder der Demo-Initiative wollen Bedenken öffentlich kundtun

Die Mitglieder der Demo-Initiative seien keine Menschen, die bestreiten würden, dass es das Corona-Virus gebe und dass von ihm Gefahr ausgehe. Und niemand habe etwas dagegen, besonders gefährdete Menschen zu schützen.

Aber man halte es auch für wichtig, Bedenken beispielsweise gegen Pläne für den Immunitätsausweis öffentlich zu machen. Es gelte, Schutz vor Infektion und Schutz der Freiheit in der Waage zu halten.

Demos in Fulda: Angst vor Verlust wichtiger Freiheiten groß

Sie wisse, dass solche Veranstaltungen Gefahr liefen, durch politisch extreme Gruppen benutzt zu werden. Sie stehe Menschen, die ihre Ideologien als Erklärungsmuster für alles ansähen, sehr skeptisch gegenüber.

„Aber meine Angst, dass wir wichtige Freiheiten verlieren, ist auch groß. Deshalb können diese Vorbehalte kein Grund sein, nicht um der Freiheit willen auf die Straße zu gehen“, betont Schmitt.

Demos in Fulda: Verschiedenen Meinungen soll Raum gegeben werden

Dass die erste „Frieden-und-Freiheit“-Veranstaltung am Uniplatz eine Gegendemonstration ausgelöst habe, sei wohl nicht zuletzt der Befürchtung geschuldet gewesen, dass Rechtsradikale das Sagen hätten. Bei der zweiten Veranstaltung in der Johannisau hätten auch Menschen aus den Reihen der Gegendemonstranten ihre Position darlegen können.

Das sei in einer Haltung des gegenseitigen Respekts geschehen. Es sei ihr und dem Orga-Team wichtig, Ängste und Unbehagen öffentlich zu machen und verschiedenen Meinungen Raum zu geben. Das sei in „sozialen Medien“ wie Facebook derzeit kaum möglich.

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