Bademeister Lars Müller in Wüstensachsen beklagt sich über die Zahl der wenigen Besucher.
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Bademeister Lars Müller in Wüstensachsen beklagt sich über die Zahl der wenigen Besucher.

Bademeister berichten

In Corona-Zeiten: Weniger Besucher in den Freibädern in Landenhausen und Wüstensachsen

  • Marcus Lotz
    vonMarcus Lotz
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Viele Freibäder haben wegen Corona geschlossen. Hat die Pandemie die Badeanstalten in der Region in die Knie gezwungen? Nicht ganz: In Landenhausen und Wüstensachsen trotzen zwei kleine Bäder dem Virus – doch der Ansturm bleibt aus.

  • Während die Betreiber des Rosenbads eine positive Bilanz nach der Öffnung ziehen, bleibt der Ansturm in den Bädern in Landenhausen und Wüstensachsen aus.
  • Die Bademeister in Landenhausen und Wüstensachsen verzeichnen nur wenige Besucher.
  • Trotz weniger Gäste hat das Personal in den Bädern in Wüstensachsen zusätzliche Arbeit durch die Hygienevorschriften.

Landenhausen/Wüstensachsen - „Die Leute trauen sich nicht“, stellt Patrick Hofmann mit Blick auf das beinahe leere Schwimmbecken trocken fest. Auch auf den Liegestühlen und der Wiese hat der Bademeister wenig zu beaufsichtigen: Nur rund ein Dutzend Badegäste genießen am Samstagmittag das warme Wetter im Freibad in Landenhausen. Die abgeklebten Areale im Eingangsbereich sind leer, die einzelnen Besuchergrüppchen halten problemlos nicht nur die geforderten 1,5, sondern gleich ein halbes Dutzend Meter Abstand zueinander.

Wegen Coronavirus: Badmeister in Landenhausen hat nicht mit so wenigen Besuchern gerechnet

Dabei hat sich die Gemeinde gründlich Gedanken darum gemacht, wie der Betrieb trotz Corona gewährleistet werden kann. So liegen bei Patrick Hofmann farbige Bändchen für die Badegäste bereit. „Wenn keine Bändchen mehr da sind, darf auch keiner mehr ins Wasser.“ Die Bändchen sind ihm allerdings bisher nie ausgegangen.

Dass es in dieser Saison weniger Besucherinnen und Besucher werden als üblich, damit hat Hofmann gerechnet. „Aber dass es so wenige sind, das hätte ich nicht gedacht.“

Drei Regeln

1. Hygienevorschriften: Schwimmbäder sind seit dem 15. Juni wieder unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln für den Besucher geöffnet. Bäder dürfen nur betrieben werden, wenn ein anlagenbezogenes Infektionsschutz- und Zugangskonzept vorliegt. Auch die Badeseen in der Region haben teilweise wieder geöffnet.

2. Personenanzahl: Der Besuch muss grundsätzlich und unter Einhaltung der 1,5 Meter-Abstandsregelung möglich sein. Es gilt eine Fünf-Quadratmeter-Regelung: Grundsätzlich darf sich im Schwimmbecken wie auch außerhalb des Beckens, etwa auf der Liegewiese, nur eine Person pro fünf Quadratmetern aufhalten. In Landenhausen etwa dürfen maximal 40 Personen ins Becken. 

3. Öffnungszeiten: Der Zutritt soll unter Vermeidung von Warteschlangen ermöglicht werden. Daher gibt es meist Öffnungszeiten in zwei Blöcken. Einzelumkleiden, Wechselspinde und Schließfächer sowie sanitäre Anlagen dürfen genutzt werden. In Landenhausen muss in diesem Bereich ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. 

110 Badegäste ist der bisherige Besucher-Rekord im Freibad in Landenhausen

Wie wenig, das erläutert der Bademeister an den Besucherzahlen: „Der Durchschnitt sind momentan etwa 50 Besucher am Tag. Normalerweise haben wir hier das vier- bis fünffache.“ Der bisherige Rekord seien etwa 110 Badegäste an einem Tag gewesen. „So viele hatten wir 2019, wenn es 21 Grad und bewölkt war“, erzählt Hofmann.

Bewölkt ist an diesem Tag aber weder der Himmel noch das Gemüt des Bademeisters: „Es läuft trotz Corona fast wie im Normalbetrieb. Die Gäste freuen sich, dass wir geöffnet haben. Und wir haben neben unseren Stammgästen auch viele Schwimmer aus Schlitz, weil das Bad dort geschlossen ist.“

Verstöße gegen die Hygienevorschriften habe es bislang keine gegeben. „Die Leute hier wissen sich zu benehmen“, bestätigt Marco Stein, Leiter des Bauhofs. Er stellt jedoch klar: „Sollte sich das ändern, haben wir so schnell wieder geschlossen, wie wir geöffnet haben.“ Beide sind sich jedoch sicher: Auf die Vernunft der Badegäste können sie in Landenhausen zählen.

Bademeister Patrick Hofmann in Landenhausen sieht derzeit wenig Badegäste.

Wüstensachsen hat den Besuch auf 120 Badegäste im Freibad begrenzt - „Marke bisher nicht erreicht“

Ruhig und gesittet geht es am Samstag auch im Freibad Wüstensachsen zu. Rund 30 Besucherinnen und Besucher zählte Bademeister Lars Müller zur Mittagszeit. Einige wenige schwimmen im Becken, wo wegen der Corona-Pandemie eine Leine ins Wasser eingelassen ist, welche die Schwimmenden auf Abstand hält. Rund um das Becken sind aus demselben Grund Laufwege markiert. „Wir haben den Besuch auf maximal 120 Badegäste begrenzt“, erzählt Müller, der anfügt: „Diese Marke haben wir bisher aber nicht erreicht.“

Trotz weniger Gäste hat das Personal zusätzliche Arbeit durch die Hygienevorschriften: Zwei Betriebspausen legt das Bad pro Tag ein. Während diesen wird die Badeanstalt gründlich desinfiziert.

Wegen weniger Alternativen kommen Besucher aus gesamtem Landkreis ins Freibad nach Wüstensachsen

Immerhin: Auch nach Wüstensachsen kommen laut Müller wegen der wenigen Alternativen neue Besucherinnen und Besucher: „Es kommen schon einige aus Fulda und anderen Ecken des Landkreises zu uns. Die werden bestimmt auch wiederkommen.“

Einer, der regelmäßig wiederkommt, ist Martin Weber aus Wüstensachsen. Der Familienvater ist Stammgast in dem Bad und freut sich, dass das Bad überhaupt geöffnet hat. „Durch die Sicherheitsmaßnahmen ist alles geregelt, sodass ich die Öffnung in Ordnung finde. Wir sind definitiv froh, dass wir hierherkommen dürfen.“

In Schlüchtern sowie in Steinau wurden die Freibäder ebenfalls wieder eröffnet. Auch im Quellschwimmbad Mernes ist die Freibad-Saison gestartet.

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