Der Landkreis Fulda hofft, dass bis zu den Herbstferien „Ansatzpunkte einer Lösung“ vorliegen, damit die Schulbusse nicht mehr so voll sind.
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Der Landkreis Fulda hofft, dass bis zu den Herbstferien „Ansatzpunkte einer Lösung“ vorliegen, damit die Schulbusse nicht mehr so voll sind.

Arbeitsgruppen suchen Lösungen

Maske ja, Abstand nein? In Fulda geht Ärger um volle Schulbusse weiter

  • Eike Zenner
    vonEike Zenner
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Die Diskussion um überfüllte Schulbusse in der Region Fulda ebbt nicht ab. Schulträger und Verkehrsbetriebe suchen jetzt in einer Arbeitsgruppe nach Lösungen. 

Fulda - 1,50 Meter Abstand: Diese Corona-Regel gilt auch für Schülerinnen und Schüler – nicht jedoch im Schulbus. Sie wäre unter den derzeitigen Voraussetzungen und angesichts der Anzahl der eingesetzten Busse auch unmöglich einzuhalten.

Eltern haben das zuletzt immer wieder kritisiert und die Sorge vor einer erhöhten Ansteckungsgefahr geäußert. Und auch in der Kommunalpolitik in Fulda gibt es Unmut.  Die SPD-Fraktion hatte das Thema Schülerbeförderung in der vergangenen Woche auf die Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung gesetzt.

Maske ja, Abstand nein? Der Ärger um volle Schulbusse in Fulda geht weiter

Die Genossen richteten die Frage an den Magistrat, mit welchen schulorganisatorischen Maßnahmen die Stadt Fulda als Schulträger der Problematik Herr werden wolle. Fuldas Bürgermeister Dag Wehner (CDU) berichtete den Stadtverordneten von einem Gespräch, das die Stadt mit den Leitungen der weiterführenden Schulen in Fulda geführt hat.

Das Ergebnis: Die Schüler können jetzt früher – bereits ab 7.30 Uhr – in die Klassenräume gehen. Das führe zu einer Entzerrung, weil Schüler nun auch frühere Busse nehmen könnten, so Bürgermeister Wehner. Beide Schulträger – also Stadt und Landkreis – haben gemeinsam mit dem Schulamt und den hiesigen Verkehrsbetrieben zudem eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen.

Video: Corona und Fahrermangel: Problematische Zustände im öffentlichen Nahverkehr

Diese soll weitergehende Lösungen erarbeiten. Es sei wichtig, die Problematik mit allen Beteiligten zu erörtern, sagt der stellvertretende Leiter des staatlichen Schulamtes, Harald Persch, auf Anfrage der Fuldaer Zeitung. Er sehe „viele Möglichkeiten und verschiedene Ansätze“. Es sei jedoch zu früh, um öffentlich über Details zu sprechen, so Persch.

Eine Forderung, die in diesem Zusammenhang immer wieder erhoben wird: Der Schulbeginn muss zeitlich entzerrt werden. Der Landkreis beispielsweise hält das für den „einzig wirksamen Hebel, um die Frequentierung der Schulbusse nachhaltig zu reduzieren“.

Dies könne jedoch nicht allein auf regionaler Ebene geschehen, heißt es aus dem Kreishaus; ein Fingerzeig nach Wiesbaden. Auch dort laufen Gespräche. „Bis zu den Herbstferien kann mit Ansatzpunkten einer Lösung gerechnet werden“, teilt der Kreis mit. Klar ist: Eine Lösung erfordert viel Abstimmungsbedarf.

„Die viel genannte zeitliche Entzerrung durch einen gestaffelten Unterrichtsbeginn kann nur dann zu einer Verbesserung der Situation beitragen, wenn eine gemeinsame Basis zwischen Schulleitungen, dem öffentlichen Personennahverkehr und den Schulträgern gefunden werden kann“, betonte Bürgermeister Wehner in der Stadtverordnetenversammlung.

Und Wehner fügte hinzu: „Dass sich dies recht schwierig gestalten kann, haben die Schulleitungen bereits signalisiert und auf die äußeren Zwänge wie die Stundenplangestaltung, das Recht auf eine verlässliche Schulzeit und den schulübergreifenden Unterricht im Bereich der gymnasialen Oberstufe hingewiesen.“ 

Das heißt im Umkehrschluss: Zumindest in den nächsten Wochen wird sich an der derzeitigen Situation nichts ändern. Aus Sicht der Stadt-SPD ist das Kind ohnehin längst in den Brunnen gefallen: „Man weiß doch, wann die Sommerferien enden und das neue Schuljahr in Hessen beginnt. Man hätte schon vorab Lösungen finden müssen“, monierte Peter Jennemann in der Stadtverordnetenversammlung. 

Direkt nach dem Ende der Sommerferien hatten die Schulen viele Beschwerden besorgter Eltern erhalten, weil Abstandhalten in den Bussen nicht möglich ist. Zuletzt war diskutiert worden, ob Busse in Fulda samstags länger fahren sollen.

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