Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (links) beim Landhotel Grashof in Kalbach.
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Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (links) beim Landhotel Grashof in Kalbach.

Minister im Esperanto-Hotel

Welche Folgen hat die Corona-Krise für Hotels und Gaststätten? Tarek Al-Wazir informiert sich in Fulda

  • Selina Eckstein
    vonSelina Eckstein
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Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) war am Dienstag in Osthessen zu Besuch und informierte sich über die Auswirkungen der Corona-Krise für Hotels und Gaststätten. Dabei besuchte er das Hotel Esperanto und die Bar „Heimat“ in Fulda sowie das Landhotel Grashof in Kalbach.

  • Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hat Fulda besucht.
  • Im Esperanto-Hotel, in der „Heimat“ und im Landhotel Grashof informierte sich Tarek Al-Wazir über die Folgen der Corona-Krise.
  • Der Wirtschaftsminister versprach, dass das Land Hessen die Gastronomie und die Hotellerie unterstützen werde.

Fulda/Kalbach - Welche Auswirkungen die Corona-Krise auf die Gastronomie in Fulda hat, darüber informierte sich Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Dienstagmorgen zunächst beim Esperanto-Hotel. Unternehmenschef Leo Groll berichtete, dass die Corona-Krise dazu geführt habe, eine große geplante Erweiterung zu verschieben. „Wenige Tage vor der Vertragsunterzeichnung kam der Lockdown“, sagte Groll vor Al-Wazir und den anwesenden Medienvertretern.

Tarek Al-Wazir besucht Fulda und informiert sich über Folgen der Corona-Krise für Hotels und Gaststätten

Geplant war ein 50-Millionen-Euro-Projekt, um zusätzlich zu den 330 Zimmern im Esperanto-Hotel in Fulda weitere 230 zu schaffen. Außerdem sollte eine weitere Kongress- und Veranstaltungshalle entstehen, die anderthalb Mal so groß werden sollte, wie die jetzige Esperantohalle. Doch wegen der Corona-Krise mussten die vorhandenen Rücklagen genutzt werden, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. „Ich verliere aber nicht den Optimismus und hoffe, dass es ab Oktober wieder aufwärts geht“, erklärte Groll gegenüber Al-Wazir.

In der Esperantohalle machte sich Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir ein Bild von den Folgen der Corona-Pandemie.

Er halte zudem an den Plänen des Projekts fest. Dennoch werden die großen Tagungen bis nächstes Jahr ausbleiben, berichtete der Unternehmenschef.

Wirtschaftsminister Al-Wazir sagte, dass das Land Hessen die Gastronomie und die Hotellerie in der Corona-Krise unterstützen werde. Hessen war eines der ersten Bundesländer, die die Beschränkungen gelockert hatten. Es müsse aber weiterhin verantwortbar bleiben. Außerdem sagte Al-Wazir: „Es müssen mittelfristig Lösungen für Veranstaltungen unter Corona- Bedingungen und mit Abstands- und Hygieneregeln gefunden werden, die sich wirtschaftlich lohnen.“

Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir in der Esperantohalle.

In der Corona-Krise: Café Bar „Heimat“ eröffnete PopUpstore, um Kontakt zu Gästen zu pflegen

Die Café-Bar Heimat“ am Buttermarkt musste aufgrund des Corona-Lockdowns ebenfalls schließen. In dieser Zeit eröffneten die Inhaber Paul Pawlowski-Rothenbücher und Felix Wessling in Kooperation mit der Pappert-Bäckerei einen PopUpstore und verkauften aufwendig belegte Brote zum Mitnehmen. „Wir wollten weder untätig rumsitzen noch den Kontakt zu unseren Gästen verlieren – diesen haben wir auch auf unserer Facebook-Seite gepflegt“, berichtete Wessling gegenüber Al-Wazir. Geholfen habe auch die Corona-Soforthilfe über 15.000 Euro. Die Beantragung empfand Wessling als schnell und unkompliziert. „Durch diesen Zuschuss mussten wir keinen der Festangestellten entlassen.“

Am 15. Mai wurde wiedereröffnet: „Wir haben uns immer wieder auf die verschiedenen Auflagen eingestellt, anfangs zeigten einige Gäste wenig Verständnis für Registrierung und Maskenpflicht. Aber wir wollen durchhalten und Rücklagen bilden für die kältere Jahreszeit“, erklärte Wessling.

Bei seinem Besuch in Osthessen informierte sich Tarek Al-Wazir auch in der „Heimat“ über deren aktuelle Situation.

„Das ist für mich Unternehmergeist: Neben den staatlichen Hilfen, die die Liquiditätsengpässe abfedern sollten, zeigen die Inhaber von der „Heimat“, dass auch in der Corona-Krise eine Chance liegt. Ich bin sehr beeindruckt von den Ideen und der Innovation der beiden Unternehmer, um Kundinnen und Kunden zu halten und eine Perspektive zu haben“, sagte Wirtschaftsminister Al-Wazir. Gleichwohl räumte er ein, dass die Gastronomie sicher noch länger unter den Folgen der Corona-Pandemie zu leiden habe.

Inhaber vom Landhotel Grashof will sich von der Corona-Krise nicht „klein kriegen lassen“

Auch im Landhotel Grashof, einem Familienbetrieb in der dritten Generation, wollte und will sich Inhaber Karsten Klauschke von Corona nicht „klein kriegen lassen“, sagte er: „Wir haben in einen Online-Shop investiert, der im September startet. Bis jetzt sind wir, auch dank der 30.000 Euro Corona-Soforthilfe, mit einem blauen Auge davongekommen. Wir mussten zwar Kurzarbeit anmelden, aber niemanden entlassen.“ Am 15. Mai konnte das Hotel wieder geöffnet werden.

„Das Landhotel zeigt mit dem Online-Angebot und dem Hygienekonzept, wie es gehen kann. Vor allem zeigt es: Wer ein alternatives Konzept startet und vorher schon erfolgreich war, der kann sich schneller wieder berappeln als andere“, sagte Al-Wazir.

Lesen Sie hier: Wenn die Buchungen gegen Null gehen: Ein Rundgang im Hotel Esperanto. Und: Sängerin Maite Kelly wird 2021 in der Esperanto-Halle auftreten.

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