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Jan Weiler

Corona-Erkrankung überstanden

Interview mit Bestsellerautor Jan Weiler: „Glaube nicht, dass Buchmesse stattfindet“

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Auch die Promis werden von Corona nicht verschont. Bestsellerautor Jan Weiler („Maria, ihm schmeckt’s nicht“) hat die Erkrankung gerade erst hinter sich gebracht. Im Interview mit unserer Zeitung redet der 52-Jährige über die Auswirkungen des Lockdown, Hypochonder im Bekanntenkreis und Tiefkühlpizza.

So, Herr Weiler, Corona hatte Sie also erwischt. Nicht so super, oder?
Nein, überhaupt nicht. Es war tatsächlich die schwerste Viruserkrankung, die ich jemals hatte. Ich hatte zum Beispiel noch nie eine richtige Grippe. Eher so alle Kinderkrankheiten oder mal eine schwere Erkältung. Aber das war schon gespenstisch.
Aber immerhin war das Thema für Ihre Kolumne in der „Welt am Sonntag“ klar.
Das ist ja bei mir immer so. Die Kolumne heißt „Mein Leben als Mensch“; da tauchen Dinge auf, die mir passieren. Allerdings ist die nächste Kolumne tatsächlich ausgefallen. Ich konnte nicht arbeiten. Das war bisher noch nie so. Egal, wie schlecht es mir ging, ob ich auf Reisen war oder kein Internet hatte – am Ende des Tages habe ich abends immer einen Text schicken können. Nur diesmal nicht.
Wie oft rufen nun die Hypochonder aus Ihrem Freundeskreis an und wollen wissen, ob Sie’s auch haben?
Oft! (lacht) Es rufen natürlich Freunde und Bekannte an, weil sie neugierig sind. Die befinden sich noch in der Meinungsbildung, ob sie Corona schlimmer oder nicht schlimm finden sollen. Dann rufen die an, die es selber gerade durchmachen und vergleichen wollen. Und es haben viele Freunde angerufen und Hilfe angeboten. Das fand ich sehr süß.
Sie leben in München, also im Königreich von Markus Söder. Wie hat sich Ihr Leben verändert seit Corona?
Weniger als bei den meisten. Ich arbeite ja sowieso im Homeoffice und bin nicht in einem Regelbetrieb angestellt. Mein Leben hat sich wenig verändert. Was mir auffällt, ist, dass ich irre Geld spare, weil ich einfach nicht mehr auswärts esse oder trinke. Ich wohne ja mitten in Schwabing und bin vor Corona schon oft mit meinem Sohn Pizza essen gegangen oder mit meinem Agenten oder sonstwem. Das fällt gerade weg. Und ich merke, dass sich das Verhalten der Menschen auf der Straße geändert hat und sich alle aus dem Weg gehen. Und im Supermarkt gibt es jetzt eben diese Aufkleber zum Abstandhalten, da sieht die Schlange an der Kasse einfach länger aus. Das ist aber nichts, was man nicht aushalten könnte.
Vor Ihrer Erkrankung haben Sie unserer Zeitung in einem Kurzinterview gesagt, dass sich die Krise momentan noch gar nicht sooo arg auf Ihre Arbeit auswirkt. Wie ist es jetzt?
Gute Frage... Am 31.8. bringe ich ein neues Buch raus, eine große Tournee ist geplant. Natürlich weiß man gerade gar nix. Wie viele von den Veranstaltern werden noch übrig sein? Und kommt überhaupt jemand zu einer Lesung? Es könnte sein, dass es total voll wird, könnte aber auch sein, dass es mit gebremstem Schaum stattfindet und immer zwei Plätze zwischen den Besuchern frei bleiben müssen. Ich bin da aber eher optimistisch.
Fanden Sie übertrieben, was gerade an Sicherheitsmaßnahmen geschieht?
Nö, das war völlig richtig. Ich glaube, wenn die Schulen und die Gastronomie wieder öffnen, werden die Fallzahlen wieder nach oben gehen. Ich denke, dass man es ausprobieren wird, um den Leuten glaubhaft machen zu können, dass der Lockdown wichtig war. Niemand wird das Leben von Menschen aufs Spiel setzen; viele Leute verhalten sich ja auch extrem vernünftig, viele haben es aber noch nicht kapiert.
Gerade kam eine Mail von der Frankfurter Buchmesse, die – Stand jetzt – Mitte Oktober stattfinden soll. Glauben Sie dran?
Nein. Aus einem relativ einfachen Grund. Die ganzen internationalen Teilnehmer aus den USA, Großbritannien und so weiter werden nicht kommen. Und für eine internationale Messe sind die nun mal enorm wichtig. Aber das ist jetzt Kaffeesatzleserei von mir.
Wenn mit einem Schlag wieder alles erlaubt wäre – was würden Sie als Erstes machen?
Ich würde als Allererstes mit meinem Sohn ’ne Pizza essen gehen. Bei uns gab es jetzt über einen sehr langen Zeitraum nur Tiefkühlpizza. Oder Fischstäbchen.
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