Volker Schächinger, Direktor der Medizinischen Klinik I – Kardiologie, Angiologie, Intensivmedizin am Klinikum Fulda.
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Volker Schächinger, Direktor der Medizinischen Klinik I – Kardiologie, Angiologie, Intensivmedizin am Klinikum Fulda.

Professor Volker Schächinger

Klinikum-Arzt erklärt: Was bedeutet die Corona-Pandemie für Herzpatienten?

Was bedeutet die Corona-Pandemie für Herzpatienten? Diese Frage beantwortet Prof. Dr. Volker Schächinger, Direktor der Medizinischen Klinik I – Kardiologie, Angiologie, Intensivmedizin am Klinikum Fulda, in unserer Kolumne „Aus ärztlicher Sicht“.

  • Dr. Volker Schächinger, Arzt am Klinikum Fulda, beschreibt, was die Corona-Pandemie für Herzpatienten bedeutet.
  • Patienten mit vorbestehender Herzerkrankung, Übergewicht oder hohem Blutdruck sind gefährdet.
  • Bedenken wurden widerlegt, dass Blutdrucksenker die Ansteckung mit dem Coronavirus befördern können.

Fulda - Nachdem sich zuletzt Dr. Thomas Menzel, Dr. Clemens-Alexander GreimDr. Philipp Markart und Dr. Carsten Schmidt in unserer Kolumne „Aus ärztlicher Sicht“ geäußert haben, beschreibt Dr. Volker Schächinger, Arzt am Klinikum Fulda, was die Corona-Pandemie für Herzpatienten bedeutet. Er erklärt dies aus seiner Sicht.

„Zu den vielen Gesichtern der Corona-Virus-Erkrankung gehört, dass sie nicht nur Lungenentzündungen verursacht, sondern oft auch das Herz und die Gefäße betroffen sind. Patienten mit vorbestehender Herzerkrankung, Übergewicht oder hohem Blutdruck haben zwar kein erhöhtes Ansteckungsrisiko, sind aber besonders gefährdet, einen schweren Verlauf der Erkrankung zu erleiden, wenn sie sich angesteckt haben.

Coronavirus: Blutdrucksenker fördern nicht die Ansteckung

Zwischenzeitlich gab es Gerüchte, dass manche Blutdrucksenker die Ansteckung mit dem Coronavirus befördern, was viele Patienten verunsichert hat. Diese Bedenken wurden inzwischen mehrfach widerlegt. Die eigentliche Gefahr besteht darin, dass die Blutdruckmedikamente aus Angst abgesetzt werden und dadurch das Herz belastet wird. Blutdrucksenker sollten also unbedingt weiter eingenommen werden!

Gefährlich kann es auch werden, wenn man während der Corona-Pandemie aus Sorge vor einer Ansteckung bei starken Schmerzen auf der Brust nicht ins Krankenhaus geht. Es könnte ein Herzinfarkt vorliegen, bei dem nur eine sofortige Herzkatheterbehandlung die Chance auf einen glimpflichen Verlauf ermöglicht.

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In Corona-Zeiten: 40 Prozent weniger Patienten mit Herzinfarkt

Wird der richtige Zeitpunkt aber versäumt, kann eine lebenslange schwere Herzschwäche mit Atemnot oder der vorzeitige Tod die Folge sein. Tatsächlich wurden während der Corona-Pandemie in deutschen Krankenhäusern – auch bei uns im Klinikum – 40 Prozent weniger Patienten mit Herzinfarkt aufgenommen, als zu erwarten gewesen wäre.

Bleiben Sie daher nicht zu Hause, wenn Sie plötzliche Beschwerden haben: Kontaktieren Sie Ihren Hausarzt oder bei starken Brustschmerzen beziehungsweise Luftnot sofort den Notruf 112! Die Versorgung im Klinikum Fulda war und ist jeder Zeit gesichert. Unsere umfangreichen Hygienemaßnahmen gewährleisten größtmögliche Sicherheit.“

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