Auf der Collage ist rechts Alfred Rausch aus Hilders-Dietges zu sehen und daneben ein Luftbild vom Klinikum in Fulda.
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Alfred Rausch aus Hilders-Dietges hatte sich mit dem Coronavirus infiziert und wurde im Klinikum Fulda behandelt.

Fieber und Lungenentzündung

Alfred Rausch (57) war der erste Corona-Genesene im Klinikum Fulda

  • Daniela Petersen
    vonDaniela Petersen
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Alfred Rausch war der erste Covid-19-Patient, den das Klinikum als geheilt entlassen konnte. Der 57-Jährige aus Hilders-Dietges holte sich das Virus beim Ski fahren in St. Anton. Angst zu sterben hatte er zu keinem Zeitpunkt – auch wenn das Röntgenbild seiner Lunge durchaus besorgniserregend war.

Fulda - „Sie haben schon Glück gehabt.“ Dieser Satz wird Alfred Rausch sicher im Gedächtnis bleiben, wenn er an die Zeit denkt, in der er mit dem Coronavirus im Krankenhaus lag. Es ist ein Satz, den ihm sein Arzt gesagt hatte, nachdem das Fieber endlich zurückging.

Infektion mit dem Coronavirus: Zwei Wochen Fieber und eine Lungenentzündung

„Ich hatte über zwei Wochen lang zwischen 38 und 40 Fieber“, sagt Rausch. Er weiß genau, wo er sich das Virus eingefangen hat: in St. Anton – wahrscheinlich beim abendlichen Après Ski.

Jedes Jahr fährt er mit seinen beiden erwachsenen Söhnen Christian und Alexander in den Skiurlaub. Dieses Mal hatten sie eine Unterkunft in St. Anton am Arlberg gebucht. „Wir wollten sogar noch wechseln und nach Südtirol fahren, weil in Österreich schlechtes Wetter gemeldet war. Wir haben es dann gelassen, weil Südtirol zu dem Zeitpunkt die ersten Coronafälle meldete“, erinnert sich der 57-Jährige.

Coronavirus: Gewissheit nach Test beim Hausarzt

Das war Anfang März. Mittwoch bis Samstag waren die drei Männer unterwegs. In der Nacht von Sonntag auf Montag bekam Alfred Rausch Fieber. „Bei mir ist das nichts Ungewöhnliches. Wenn ich krank bin, bekomme ich immer Fieber“, erklärt er. Dass es eventuell Corona sein könnte, das hat Rausch schon befürchtet. „Ich habe mich sofort in Quarantäne begeben und auch zu meinen Söhnen gesagt, dass sie besser zu Hause bleiben sollen.“

Auch die beiden Söhne von Alfred Rausch waren mit dem Coronavirus infiziert

Bei seinem Hausarzt konnte der Dietgeser zeitnah einen Test machen und hatte nur zwei Tage später Gewissheit: Er hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. „Meine Söhne haben sich daraufhin ebenfalls testen lassen, auch sie waren positiv“, erzählt er. Das Erstaunliche: Der eine sei nur leicht erkältet gewesen, der andere habe so gut wie gar nichts bemerkt. „Beide wären wahrscheinlich normalerweise arbeiten gegangen“, sagt Rausch.

Er selbst hatte außer dem Fieber und einer Abgeschlagenheit kaum Symptome: kein Husten, kein Halsschmerz, nur leichte Gliederschmerzen und ein verändertes Geschmacksempfinden. Wahrscheinlich ist er deshalb auch erst einmal nicht ins Krankenhaus gegangen. „Als das Fieber nach einer Woche überhaupt nicht runtergehen wollte, rief ich den Rettungsdienst“, erzählt er.

Notarzt kam in Schutzkleidung

Nach einigem Hin und Her wurde er schließlich vom Krankenwagen abgeholt. „Der Notarzt kam komplett vermummt in Schutzausrüstung.“ Im Klinikum wurde ihm Blut abgenommen, um unter anderem den Sauerstoffgehalt festzustellen. Er bekam eine Infusion gegen das Fieber, und es wurde ein Röntgenbild von der Lunge erstellt.

In einem Labor werden Proben mit Viren untersucht.

Lunge durch das Virus angegriffen

Dabei zeigte sich offenbar, dass die Lunge angegriffen war. „Ich hatte eine Lungenentzündung. Generell waren meine Entzündungswerte nicht gut. Ich hatte den Eindruck, dass sich die Ärzte Sorgen machten“, sagt Rausch, der an manchen Tagen fünf bis sechs Infusionen bekam, um das Fieber zu senken. Auf die Intensivstation und beatmet werden musste er aber nicht.

„Ich hatte ein Zimmer für mich allein. In der Abteilung lagen mehrere Coronapatienten“, weiß der 57-Jährige. Wenn das Pflegepersonal zu ihm kam, dann nur in Schutzkleidung. „Nach einer Woche Krankenhaus war das Fieber dann weg, und ich konnte nach Hause.“

Gleich ins Büro ist der Geschäftsführer der Firma Rausch Finanz aber nicht gegangen: „Ich blieb nochmal eineinhalb Wochen zu Hause.“ So richtig sei ihm zu dem Zeitpunkt nicht klar gewesen, ab wann er wieder unter Leute gehen darf.

„Ich war der erste Patient, der als geheilt aus dem Klinikum entlassen wurde. Das Gesundheitsamt hat mich in der Zeit mehrmals angerufen und gefragt, ob ich noch Symptome habe. Schließlich hat es mir dann die Freigabe erteilt, wieder raus zu gehen“, erklärt Rausch.

Die Lunge wurde geröntgt

Einen weiteren Corona-Test musste er nicht machen. Aber seine Lunge wurde nochmal geröntgt, und er hat sich ein weiteres Mal Blut abnehmen lassen. „Von dem Röntgenbild habe ich bisher nichts gehört. Meine Entzündungswerte sind jetzt super. Und ich fühle mich inzwischen auch wieder gut. Vor ein paar Tagen war ich zum ersten Mal joggen – eine Stunde lang. Da wollte ich es wissen.“

Lesen Sie hier: Was das Coronavirus mit der Lunge macht

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