Dr. Philipp Markart erklärt in der „Aus ärztlicher Sicht“-Kolumne, was das Coronavirus mit der Lunge macht.
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Dr. Philipp Markart erklärt in der „Aus ärztlicher Sicht“-Kolumne, was das Coronavirus mit der Lunge macht.

Ärzte-Kolumne

Lungenversagen durch Coronavirus? Klinikum-Arzt erklärt Verhalten des Virus

Was passiert mit der Lunge, wenn man sich mit der Erkrankung Covid-19 infiziert? Wie schwer kann ein Verlauf der Krankheit werden? Prof. Dr. Philipp Markart, Direktor der Medizinischen Klinik V (Pneumologie) im Klinikum Fulda, klärt in unserer Kolumne „Aus ärztlicher Sicht“ auf.

  • Bei der Erkrankung Covid-19 ist vor allem die Lunge betroffen.
  • Es kann eine schwere Lungenentzündung ausgelöst werden, die zu einem akuten Atemnotsyndrom und zum Lungenversagen führen kann.
  • Bei SARS-CoV-2 sterben die mit dem Coronavirus infizierten Lungenzellen ab.

Fulda - Nachdem sich zuletzt Klinikum-Vorstand Dr. Thomas Menzel sowie Professor Dr. Clemens-Alexander Greim in der „Aus ärztlicher Sicht“-Kolumne geäußert haben, beschreibt Prof. Dr. Philipp Markart nun, was das Coronavirus mit der Lunge macht. Er erklärt dies aus seiner Sicht.

„Bei der durch SARS-CoV-2 ausgelösten Erkrankung Covid-19 ist vor allem die Lunge betroffen. SARS-CoV-2 kann eine schwere Lungenentzündung auslösen, die im ungünstigsten Fall zu einem akuten Atemnotsyndrom („ARDS“) und zum Lungenversagen führen kann.

Coronavirus verhält sich in der Lunge anders

SARS-CoV-2 scheint sich in der Lunge jedoch anders zu verhalten als bekannte Erreger von Lungenentzündungen. Dies zeigt sich unter anderem in der Verteilung der geschädigten Lungenareale, aber auch in der veränderten Lungenmechanik (Steifheit beziehungsweise Dehnbarkeit der Lunge).

Bei SARS-CoV-2 sterben die mit dem Coronavirus infizierten Lungenzellen ab. Zusätzlich kommt es zu einer überschießenden, das Lungengewebe weiter schädigenden Immunreaktion, bei der große Mengen von Entzündungsbotenstoffen freigesetzt werden.

Coronavirus: Studien untersuchen, ob Medikamente helfen können

Ob Medikamente, die die Virusvermehrung verhindern oder die aktivierten Immunzellen und Entzündungsbotenstoffe unterdrücken, helfen können, wird derzeit in zahlreichen Studien untersucht. Die durch SARS-CoV-2 ausgelöste Lungenentzündung führt oft zu einer erheblichen Störung der Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxidabgabe. Deshalb benötigen betroffene Patienten Sauerstoff und gegebenenfalls eine Beatmungstherapie.

Das Klinikum Fulda

Es ist gegenwärtig noch nicht klar, ob eine SARS-CoV-2-Infektion negative Langzeitfolgen, zum Beispiel eine Vernarbung an der Lunge hervorruft („Lungenfibrose“). Um diese Frage zu beantworten, beteiligt sich das Klinikum Fulda an entsprechenden Registerstudien und führt Nachbeobachtungen der von uns behandelten Covid-19-Patienten durch.“

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