Klinikum Fulda Arzt Privatdozent Dr. Carsten Schmidt
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Privatdozent Dr. Carsten Schmidt klärt in unserer Kolumne „Aus ärztlicher Sicht“ über den Nachweis des Coronavirus auf.

Kolumne „Aus ärztlicher Sicht“

Klinikum-Arzt erklärt: So wird das Coronavirus nachgewiesen

Wie wird eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus nachgewiesen? Und wie lange ist das Virus überhaupt noch nachweisbar? Diese Fragen beantwortet Dr. Carsten Schmidt, Direktor der Medizinischen Klinik II am Klinikum Fulda, in unserer Kolumne „Aus ärztlicher Sicht“.

  • Der Nachweis auf das Coronavirus kann im Labor auf drei verschiedenen Wegen untersucht werden.
  • Am Klinikum Fulda werden bei allen Patienten am Tag der Aufnahme mittels Abstrich untersucht.
  • Die Antikörper sind meist 7 bis 14 Tage nach der Ansteckung nachweisbar, und erlauben eine Einschätzung der Immunität gegen das Coronavirus.

Fulda - Nach den Kolumnen von Dr. Thomas Menzel, Professor Dr. Clemens-Alexander Greim sowie Professor Dr. Philipp Markart klärt nun Dr. Carsten Schmidt, Arzt am Klinikum Fulda, in unserer Kolumne „Aus ärztlicher Sicht“ über den Nachweis des Coronavirus auf. Er erklärt dies aus seiner Sicht.

„Ob jemand mit dem neuen Coronavirus in Kontakt gekommen ist und sich dabei möglicherweise infiziert hat, kann im Labor auf drei verschiedenen Wegen untersucht werden: Zum einen wird der direkte Nachweis des Virusgenoms – des Erbguts des Virus, das in Form von RNA vorliegt – mittels einer sogenannten Polymerase-Kettenreaktion (PCR) vorgenommen.

Dabei können kleinste Virusmengen in unterschiedlichen Materialien (Rachenabstrich, Stuhl, Urin, Gewebeproben u.ä.) erfasst werden. Wir wissen, dass das Virus schon vor den ersten Symptomen in Abstrichen nachweisbar ist, in der höchsten Konzentration am Tag vor Symptombeginn und in der ersten Erkrankungswoche – aber auch bei Patienten, die gar keine Symptome entwickeln.

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Coronavirus nach eineinhalb bis zwei Wochen nicht mehr nachweisbar

An unserem Klinikum werden daher alle Patienten vor oder – bei Notfällen – am Tag der Aufnahme mittels Rachen-Nasen-Abstrich untersucht, um keine Infektion zu übersehen. Nach eineinhalb bis zwei Wochen ist ein infektiöses Virus dann meist nicht mehr nachweisbar, gegebenenfalls können aber noch Bruchstücke der Virusgene nachweisbar bleiben, die nicht mehr ansteckend sind.

Eine zweite Methode weist Viruspartikel zum Beispiel der Virushülle, die auch mittels Rachenabstrich gewonnen werden, direkt nach, diese Verfahren sind jedoch derzeit noch deutlich ungenauer als die PCR. Darüber hinaus werden mit einer dritten Methode menschliche Antikörper gegen das Virus aus dem Blut nachgewiesen. Die Antikörper sind meist 7 bis 14 Tage nach der Ansteckung nachweisbar, und deshalb für die Diagnose der akuten Erkrankung kaum geeignet.

Sie können aber den erfolgten Kontakt mit dem Virus anzeigen und erlauben eine Einschätzung der Immunität gegen das Virus. Somit sind sie auch geeignet, die „Durchseuchung“ der Bevölkerung zu erfassen.“

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