Das Rosenbad in Fulda. Zu sehen ist ein leeres Becken.
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Schwimmbäder dürfen in Hessen wohl ab Montag, 15. Juni, öffnen.

Pressekonferenz der Landesregierung

Jetzt ist es offiziell: Schwimmbäder dürfen in Hessen am kommenden Montag öffnen

Nach der Zwangspause wegen der Corona-Pandemie dürfen die Freibäder in Hessen am Montag, 15. Juni, wieder öffnen. Welche Bäder in Fulda dies tatsächlich tun und schon am Montag ihre Türen öffnen können, ist noch unklar. Einzig das Rosenbad in Fulda hat am Mittwochmittag bekanntgegeben: Das Bad öffnet am Montag, 22. Juni.

  • Land Hessen teilt mit: Die Freibäder in Hessen dürfen am Montag, 15. Juni, öffnen.
  • Welche Freibäder in unserer Region am Montag tatsächlich öffnen, ist noch unklar.
  • Das Fuldaer Rosenbad hat bekanntgegeben, dass es am 22. Juni öffnet.

Update vom 10. Juni, 10.47 Uhr: Schwimmbäder, Saunen und Badeseen dürfen in Hessen vom 15. Juni an wieder öffnen. Das Rosenbad in Fulda hat mitgeteilt, dass es am 22. Juni öffnen wird. Details zu Tickets und Hygieneregelen, lesen Sie hier.

Dass die Freibäder öffnen dürfen, wurde am Mittwoch auf der Pressekonferenz der Landesregierung verkündet, in der es generell um Corona-Lockerungen in Hessen ging.

Mitglieder von Schwimmvereinen in Hessen durften bereits seit dem 1. Juni wieder ins Wasser, auch Schwimmkurse waren seitdem wieder möglich. In Fulda wurde dies allerdings bislang nicht umgesetzt.

Auch im Kinzigtal gibt es DIskussionen um die Öffnung der Schwimmbäder. Dort wird von einigen der 1. Juli angepeilt.

Wie verhalten sich die Schwimmbäder in der Region?

Wie beispielsweise das Rosenbad in Fulda, das Petersberger Schwimmbad Waidesgrund oder das Hünfelder Schwimmbad Haselgrund die Erlaubnis des Landes umsetzen - ob sie den Betrieb ab Montag tatsächlich aufnehmen - ist offen. Wir werden diesen Artikel aktualisieren, sobald Näheres bekannt ist. Am gestrigen Dienstag hatten sich einige verhalten geäußert.

Update vom 9. Juni, 15.25 Uhr: Die Freibad-Initiative aus Gelnhausen erklärte in der Mitteilung, dass Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Freitag grünes Licht für die Öffnung der Freibäder in Hessen gegeben hat. Laut der Initiative erlaubt das Land Hessen die Freibadöffnung nur unter Hygiene- und Infektionsschutzregeln und gibt vor, dass pro Badegast 5 Quadratmeter Liegefläche vorzuhalten sind.

Fuldas Landrat Bernd Woide äußert sich nur vage

Der Fuldaer Landrat Bernd Woide (CDU) erklärte am Dienstag unserer Zeitung: „In einer Telefonkonferenz mit der Hessischen Landesregierung kam das Thema Öffnung der Schwimmbäder zur Sprache. Dabei wurde auch der 15. Juni als Öffnungsdatum thematisiert.“ Doch er schränkt ein: „Eine endgültige Entscheidung, wann die Schwimmbäder wieder öffnen dürfen, trifft jedoch die Landesregierung.“

Woide: „Finde Öffnung prinzipiell gut“

Prinzipiell finde er es gut, die Freibäder wieder zu öffnen. Denn durch die Corona-Pandemie würden viele Bürger nicht in ihren geplanten Sommerurlaub fahren, sondern in der Region bleiben. „Aber: Jede Freiheit muss verantwortungsbewusst genutzt werden. Auch im Schwimmbad müssen die grundlegenden Hygieneregeln und der Mindestabstand eingehalten werden, um mögliche Infektionen zu verhindern", mahnt der Landrat an.

Main-Kinzig-Kreis äußert Kritik am Vorgehen des Landes

Auch der Main-Kinzig-Kreis (MKK) hat sich am Dienstagmittag auf Nachfrage unserer Zeitung zu der Freibad-Öffnung geäußert: „Genaue Regelungen dazu liegen noch nicht vor. Dennoch gibt es dazu bereits einen Austausch des MKK mit den betreffenden Kommunen. Die Bewertung und Umsetzung der (unklaren) Pläne ist sehr unterschiedlich", heißt es.

Kritikwürdig sei „aber auch hier der – schon wieder – sehr kurze und schlecht gemachte Einstieg durch das Land Hessen. Das Thema wird bereits intensiv diskutiert in der Öffentlichkeit, ohne dass die Vorgaben und Möglichkeiten feststehen. Die möglichen Umstände einer Öffnung werden aber weit weg von der Normalität sein und – wenn das Badewetter kommt – nicht alle Bedürfnisse berücksichtigen können. 

Bürgermeister Carsten Froß: Stehe Öffnung kritisch gegenüber

Die Gemeinde Petersberg erklärt indes, dass ihr vom Land Hessen nichts vorliegt – „und einzig nach den Vorgaben des Landes können wir eine potenzielle Öffnung des Freibades Waidesgrund gestalten", heißt es in einer Mitteilung.

Bürgermeister Carsten Froß (CDU) erklärt aber auch: „Grundsätzlich stehe ich einer Öffnung der Freibäder unter Corona-Bedingungen kritisch gegenüber. So stelle ich mir etwa die Begrenzung der Besucherzahlen sehr schwierig vor. Bei gutem Wetter befinden sich im Freibad Waidesgrund zwischen 4000 und 5000 Menschen gleichzeitig – das kann man nicht ohne Weiteres auf 500 Personen beschränken.“

Aus der Pressestelle der RhönEnergie Fulda, die das Freibad Rosenau in Fulda betreibt, heißt es: „Uns liegen aktuell noch keine offizielle Information und kein entsprechendes Konzept der Landesregierung zu einer Öffnung der hessischen Schwimmbäder für die Öffentlichkeit vor. Wenn uns diese Informationen erreichen, wird die Bäder Betriebs GmbH (BBG) mit Hochdruck daran gehen, die neuen Bestimmungen im Freibad Rosenau umzusetzen. Wir sind zuversichtlich, dass einer zeitnahen Eröffnung dann nichts mehr im Wege steht.“

In Fulda äußerten sich zuletzt unter anderem die Wasserfreunde Fulda verärgert. Die Bäder sollten für den Vereinssport bereits geöffnet sein. Doch das ließ auf sich warten.

Hünfeld:

Erst wenn die Verordnung des Landes vorliegt, könne gegebenenfalls ein schlüssiges Hygienekonzept entwickelt und eine Entscheidung über die Art und den Umfang einer möglichen Öffnung getroffen werden, heißt es vonseiten der Stadt Hünfeld zum Sportbad Im Haselgrund.

In jedem Fall wäre dann allerdings mit Einschränkungen beim Besuch und den Badezeiten zu rechnen, um jeweils eine Desinfizierung beispielsweise der Umkleidebereiche möglicherweise mehrfach täglich sicherstellen zu können. Dies wird zwangsläufig auch dazu führen, dass die Zahl der Besucher und die Dauer des Besuchs deutlich eingeschränkt werden muss, heißt es weiter.

Personalbedarf dürfte erheblich steigen

Dagegen dürfte der Personalbedarf sowohl bei der Reinigung als auch der Badeaufsicht ganz erheblich steigen. Trotz einiger bereits geleisteter Vorarbeiten, würde es aus technischen Gründen noch zwei weitere Wochen dauern, bis das Bad geöffnet werden könnte. 

Freibadsaison: Fuldas Oberbürgermeister macht Hoffnung

Erstmeldung vom 5. Juni: Der Vorsitzende der Wasserfreunde Fulda, Erik Bott, äußerte vor einigen Tagen im Interview mit unserer Zeitung seinen Unmut. Er hofft aus Sicht der Vereinssportler, dass sich bald etwas tut. „Wir sind ein Sportverein, der Wasser braucht. Dort steht es ungenutzt herum. Wir wollen nicht Sonnenbaden, sondern für Höchstleistungen trainieren“, sagte Bott.

Wann also öffnen die Bäder in Fulda? Das ist weiter ungewiss. „Die Stadt Fulda befindet sich im engen Austausch mit der RhönEnergie Fulda beziehungsweise der Bäder Betriebs GmbH, um eine Öffnung der Fuldaer Schwimmbäder für den Vereinssport und für die Öffentlichkeit verantwortungsvoll umsetzen zu können“, erklärt Magistratspressesprecher Johannes Heller auf Nachfrage unserer Zeitung.

Finale Entscheidungen gebe es bislang noch keine, wie auch die RhönEnergie Fulda bestätigt. Zuletzt hatte der Energieversorger betont, die entsprechende Umsetzungsverordnung erst am Montag, 25. Mai, erhalten zu haben. Zusätzlich benötige man einen technischen Vorlauf. „So werden wir beispielsweise mit der Erwärmung des Wassers aus Umweltschutzgründen erst beginnen, wenn ein konkreter Öffnungstermin feststeht“, erklärt der Versorger.

Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld.

Vereinssport ist das eine, Schwimmen für die breite Masse in den Sommermonaten das andere. Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) macht allen Freibadfans zumindest Hoffnung. Im Interview mit unserer Zeitung erklärt er: „Ich bin zuversichtlich, dass wir bald eine Entscheidung bekommen und zügig öffnen können – wenn auch mit Auflagen und Einschränkungen. Eine Öffnung der Bäder wäre wichtig für die Lebensqualität der Menschen und ein Beitrag zur Normalität.“ Das gesamte Interview mit dem Oberbürgermeister lesen Sie in der Samstagausgabe der Fuldaer Zeitung und im E-Paper.

Geschlossene Bäder sind Ärgernis bei Vereinen in Fulda

Zurück zu den Vereinen: Nicht nur Erik Bott von den Wasserfreunden, sondern auch Rene-André Kohl, Abteilungsleiter Blau-Gelb Fulda, macht seiner Enttäuschung Luft: „Es schmerzt uns sehr, dass bei uns das Vereinstraining ruht. Sollten das Rosen- oder das Stadtbad für den Trainingsbetrieb freigegeben werden, wäre das vor allem für die Jugend und unsere Erwachsenen hilfreich.“  

Freibadsaison: In Hofbieber ist die Entscheidung bereits gefallen

Die Frage, wann und unter welchen Voraussetzungen die Freibadsaison beginnt, stellt sich in vielen Kommunen. Fest steht: In Hofbieber fällt die Schwimmbadsaison ins Wasser. Die Gemeinde hat entschieden, dass das Freibad Bieberstein im Jahr 2020 geschlossen bleibt. Grund ist nicht nur die Corona-Pandemie, sondern auch der umfangreiche Umbau. 

Im Lahn-Dill-Kreis öffnet ein Freibad an Fronleichnam - allerdings im Zwei-Schicht-Betrieb.

mal/zen/jev/dpa

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