Polizeibeamte kontrollieren in einem Park die Einhaltung der Vorschriften zur Eindämmung des Coronavirus.
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Polizisten kontrollieren in einem Park die Einhaltung der Vorschriften zur Eindämmung des Coronavirus.

Kontaktverbot nicht eingehalten

Seit Beginn der Pandemie: 166 Corona-Regelverstöße in Osthessen

  • Daniel Krenzer
    vonDaniel Krenzer
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  • Michel Ickler
    Michel Ickler
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Seit Beginn der Corona-Pandemie kam es im Landkreis Fulda zu 166 erfassten Verstößen. Die allermeisten Menschen in ganz Osthessen zeigen sich aber verantwortungsbewusst und befolgen die Regelungen, betont Dominik Möller, Sprecher des Polizeipräsidium Osthessen.

  • 166 Corona-Verstöße wurden seit Beginn der Pandemie im Kreis Fulda erfasst.
  • Trotzdem lobt die Polizei das Verantwortungsbewusstsein der Bürger.
  • Meistens helfe schon ein erklärendes Gespräch.

Region - Auch die Feiertage wie Ostern, 1. Mai, Christi Himmelfahrt oder Pfingsten verliefen aus polizeilicher Sicht ohne nennenswerte Vorkommnisse, informiert Möller. Polizeilich wurden in Osthessen bislang vergleichsweise wenige Ordnungswidrigkeiten festgestellt. Dabei handelte es sich zumeist um Personengruppen, die sich nicht an das geltende Kontaktverbot hielten. Die Verfahrensausgänge sind der Polizei nicht bekannt.

Corona-Verstöße in Osthessen: 50 Bußgeldbescheide und 13 Verwarngelder

166 Verstöße gegen die Corona-Verordnungen wurden insgesamt von den örtlichen Ordnungsbehörden sowie dem Polizeipräsidium Osthessen im Landkreis Fulda angezeigt, berichtet die Pressestelle des Kreises. Davon wurden demnach 50 Bußgeldbescheide und 13 Verwarngelder erlassen. „In 38 Fällen wurde kein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, da die Tatbestandsvoraussetzungen für die Einleitung eines Verfahrens nicht gegeben waren“, schreibt der Kreis. Dies beziehe sich vorwiegend auf Fälle in den Anfangstagen der Regelungen, als es noch keine festgelegten Bußgelder gab.

Die restlichen Verstöße wurden von den Ordnungsämtern der jeweiligen Kommunen registriert. „Verstöße werden festgestellt und diese Feststellungen werden an den Landkreis Fulda weitergeleitet“, erklärt Johannes Heller, Pressesprecher der Stadt Fulda. Das Ordnungsamt Fulda ist täglich im Stadtgebiet auf Streife und kontrolliert, ob die geltenden Regeln eingehalten werden.

Betriebe und Parks im Fokus der Beamten

„Wenn eindeutige Verstöße festgestellt werden, schreitet das Ordnungsamt immer ein“, betont Heller. Dazu gehört zum Beispiel die Missachtung des Abstandsgebots. Die Kontrollen finden unter anderem in Läden und Gastronomiebetrieben statt. „Auch alle Grünanlagen befinden sich im Fokus des Ordnungsamtes“, ergänzt der Pressesprecher.

Nicht alle Verstöße werden allerdings strafrechtlich geahndet, informiert Möller von der Polizei und verweist auf das Opportunitätsprinzip. Heller von der Stadt Fulda ergänzt: „Alle Verstöße werden individuell und mit Augenmaß bewertet.“ Dabei könne es, je nach Intensität des Verstoßes, auch bei mündlichen Ermahnungen bleiben.

Da es in den vergangenen Wochen zu Lockerungen der Corona-Regeln gekommen ist, habe die Polizei seit dem Zeitpunkt weniger Verstöße festgestellt. Allerdings falle auf, dass das Grillen draußen – wie am Beispiel am Gerloser Häuschen – deutlich zugenommen hat. „Grillen oder Picknicken ist allerdings laut der entsprechenden Hessischen Verordnung nach wie vor im öffentlichen Bereich verboten“, betont Heller.

Die meisten Verstöße im städtischen Raum

Die meisten Verstöße wurden dabei im städtischen Raum registriert, wo mehr Menschen aufeinandertreffen. Vielerorts gab es für die Ordnungsämter nur wenig Anlass einzuschreiben. „Von Anzeigen bei Ordnungswidrigkeiten musste das Ordnungsamt der Stadt Hünfeld bislang keinen Gebrauch machen“, berichtet Helmut Käsmann, Pressesprecher der Stadt Hünfeld.

„Bisher haben wir überwiegend Hinweise zur Einhaltung der Abstandsregelungen und zur Maskenpflicht gegeben, welche dann auch von den Angesprochenen befolgt wurden“, führt Käsmann aus. Kostenpflichtige Ahndungen seien dabei bislang nicht erforderlich gewesen. „Auch die örtlichen Gaststätten wurden entsprechend informiert, und es wurden vor Ort Gespräche geführt und Hinweise gegeben.“

Corona-Pandemie ruft Betrüger auf den Plan

Bundesweit kam es in der Vergangenheit allerdings vermehrt zu unterschiedlichen Betrugsmaschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. „Dabei wandeln Kriminelle unter anderem die bekannten Maschen Enkeltrick und falsche Polizeibeamte ab oder geben sich an der Haustür als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes aus oder bieten Corona-Tests an“, informiert Möller. Ihr Ziel sei das Vermögen von meist lebensälteren Menschen.

In der Region ist bislang nur ein Fall polizeilich registriert worden: Bei einer älteren Dame in Hosenfeld klingelten Anfang Mai zwei angebliche Mitarbeiter des Gesundheitsamtes. Sie waren mit Mundschutz und Schutzanzug bekleidet. Unter dem Vorwand, einen Corona-Test durchführen zu müssen, versuchten die Kriminellen Bargeld zu erbeuten – vergebens. Die Dame verweigerte den Test und verwehrte den Tätern, ein Mann und eine Frau, den Zutritt.

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