Anke Schüler und Ralf Kleemann gehen das neue, besondere Schuljahr zuversichtlich an.
+
Anke Schüler und Ralf Kleemann gehen das neue, besondere Schuljahr zuversichtlich an.

Vorbereitung auf Unterricht

Schulstart in Corona-Zeiten: Zuversicht trotz einiger Bedenken

  • Rainer Ickler
    vonRainer Ickler
    schließen

Es ist ein außergewöhnlicher Schulstart, der bei vielen gemischte Gefühle, aber auch Vorfreude hervorruft. Nach dem Lockdown Mitte März und der anschließenden schrittweisen Öffnung werden am Montag erstmals seit fünf Monaten wieder alle rund 20.000 Schüler im Landkreis ihre Schulen besuchen – unter besonderen Bedingungen.

Kreis Fulda - Es herrscht Maskenpflicht in Bussen, am Schulhof und in den Gebäuden. Im Unterricht sind sie allerdings nicht Pflicht. „Die Vorgaben des Ministeriums hinsichtlich der Hygieneregeln sind ein guter Leitfaden für alle Schulen“, sagt der stellvertretende Leiter des Schulamtes Fulda, Harald Persch. Am Donnerstag sind die überarbeiteten Regelungen bei den Schulen eingegangen, die sie jetzt individuell umsetzen müssen. Er hat ein gutes Gefühl, dass sie eine gute Grundlage bilden für einen normalen Unterricht.

Lesen Sie hier: Autofahrer sollen besonders auf Schüler achten - Fuldaer Polizei will vermehrt kontrollieren

Schule in Corona-Zeiten: Lehrer der Petersberger Konrad-Adenauer-Schule wurden informiert

In der Petersberger Konrad-Adenauer-Schule mit ihren knapp 800 Schülern sind die 55 Lehrerinnen und Lehrer am Freitag informiert worden, wie die Vorgaben umgesetzt werden sollen. Die Stimmung sei gut gewesen, die Lehrer freuen sich, dass sie wieder nach so langer Zeit normal unterrichten dürfen, erklärt Schulleiterin Anke Schüler. Die Bedenken, dass doch nicht alles glatt laufe, seien natürlich vorhanden, sagt sie.

„Aber grundsätzlich überwiegt die Zuversicht“, ergänzt ihr Vertreter Ralf Kleemann. „Es ist wichtig, dass alle wachsam und aufmerksam sind, und die Regeln eingehalten werden, dann müsste es funktionieren“, ist er überzeugt. Dazu gehören Einbahnregelungen im Schulgebäude, feste Sitzplätze, Handhygiene, die Aufteilung der Klassen in den Pausen auf drei unterschiedliche Schulhöfe, eine Maskenpflicht außerhalb des Unterrichts und die intensive Lüftung der Klassenräume nach jeder Stunde.

Zudem müssen die Eltern eine Gesundheitserklärung unterschreiben. Darin müssen sie bestätigen, dass bei ihren Kindern keine Krankheitssymptome vorliegen, sie sich nicht in den vergangenen 14 Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten haben und kein Kontakt mit infizierten Personen in den vergangenen zwei Wochen bestanden habe.

Lesen Sie hier: Die Schule beginnt wieder - Bundespolizei informiert am Neuhofer Bahnhof zu Gefahren am Bahnsteig

Präsenzunterricht sei auch in Corona-Zeiten für Schüler sehr wichtig

Kleemann macht klar, wie wichtig der Präsenzunterricht auch in Corona-Zeiten ist. Die Schüler müssten wieder eine Alltagsstruktur bekommen mit Freunden und dem gegenseitigen Austausch. Bei aller Wertschätzung des Homeschoolings spielten die Lehrkräfte eine wichtige Rolle bei der Wissensvermittlung.

„Unterricht lebt von der Empathie, den sozialen Kontakten und der Interaktion. Dazu gehört, dass gelacht wird, Schüler Fragen stellen, Schwächere unterstützt werden. „Wir gehen gut gerüstet ins neue Schuljahr“, sind sich Kleemann und Schüler einig. „Nach ein, zwei Wochen müssen wir sehen, ob alles funktioniert.“ Falls es Probleme gebe, müsse nachjustiert werden.

Programm zur Einschulung findet in Corona-Zeiten in abgespeckter Form statt

Für viele beginnt mit der Einschulung auch ein neuer Abschnitt in ihrer Schullaufbahn. Früher waren die Turnhallen pickepackevoll und ein großes Programm wurde zur Begrüßung geboten. Dieses Jahr werden die Feiern coronabedingt in abgespeckter Form und mit Abstand stattfinden. Statt großem Programm wird es nur kleine Begrüßungsvorstellungen geben.

In einigen Schulen wie der Rhönschule Gersfeld und der Adenauer-Schule darf nur ein Elternteil an der Feier teilnehmen. In der größten Grundschule, der Bonifatiusschule Fulda, werden fünf Klassen eingeschult. Dies geschieht für die Klassen zeitlich versetzt, zwei Begleiter sind erlaubt. „Wir wollen trotz Corona die neuen Schüler herzlich begrüßen“, sagt Kleemann.

Lesen Sie hier: Mutter drängt auf Schulbezirk-Wechsel ihrer Tochter. Und: Wegen der Corona-Pandemie haben Fuldaer Steinschüler in einem Sommercamp gepaukt. Außerdem: Fuldaer Lungenarzt warnt vor zu schnellen Lockerungen. Sowie: Schulstart im Kreis Fulda: Bewährungsprobe für die Hygienepläne in Corona-Zeiten

Das könnte Sie auch interessieren