Ein Arzt hält ein Teströhrchen. (Symbolfoto)
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Über Corona-Tests wird in der Region weiter diskutiert. (Symbolfoto)

Nachweis um Covid-19

Nach Wirbel um Corona-Tests im Vogelsberg: Unsichere Ergebnisse auch in Fulda

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Nicht jeder Labortest auf das Coronavirus ist zuverlässig. Das moniert der Vogelsbergkreis seit Tagen. Fälle, in denen Labore zweifelhafte Ergebnisse liefern, gab es aber auch im Landkreis Fulda. Das erklärt die Kreispressestelle.

Fulda - Um bei einem Patienten zuverlässig das Coronavirus festzustellen, müssen zwei Genabschnitte getestet werden. Das war in den Laboren, die vom Testcenter der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) im Vogelsbergkreis beauftragt wurden, nicht der Fall. Hier wurde nur ein Genabschnitt getestet. Der Vogelsbergkreis berichtete, dass Labore hintereinander 15 falsche positive Ergebnisse geliefert hätten. Nachprüfungen ergaben, dass alle Patienten frei von Coronaviren waren.

Nachdem beim Vogelsberger Gesundheitsamt insgesamt 15 falsch-positive Testergebnisse eingegangen waren, hatten Landrat Manfred Görig (SPD) und Gesundheitsdezernent Dr. Jens Mischak (CDU) erklärt, dass sie künftig nur noch Ergebnisse aus Laboren akzeptieren, die beide Untersuchungen durchführen. Zwischen Kreis und KV war eine hitzige Kontroverse entstanden.

Coronavirus: Wirbel um Tests im Vogelsberg und im Kreis Fulda

Auch, weil der Kreis die Laborergebnisse genau überprüfte, gab es im Vogelsberg neun Wochen lang keinen neuen Fall. Freitag jedoch meldete das Gesundheitsamt in Lauterbach einen neuen Corona-Patienten: Ein 29-jähriger Mann aus dem nördlichen Kreisgebiet wurde tatsächlich positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Nach Angaben des Vogelsberger Gesundheitsdezernenten Mischak arbeitet der Mann in einem Logistikunternehmen in einem Nachbarkreis.

Fälle, in denen im Labor nur ein Genabschnitt geprüft wurde, gab es jedoch auch im Landkreis Fulda. Das bestätigt die Pressestelle im Landratsamt. „Für die korrekte Testung, und damit für den Nachweis einer Infektion mit Covid-19, existieren ausführliche Vorgaben. Insbesondere gibt das Robert-Koch-Institut vor, dass die Testung aus dem Nachweis eines bestimmten Genabschnittes besteht und zusätzlich aus einem Bestätigungstest, der einen anderen Genabschnitt untersucht. Vermieden werden soll dadurch, dass andere Corona-Viren ebenfalls zu positiven Testungen führen“, erklärt Lisa Laibach von der Kreispressestelle.

Coronavirus-Tests: Robert-Koch-Institut macht klare Vorgaben

Einzelne Labore führten ausweislich ihrer Untersuchungsberichte nur den ersten Nachweistest durch. Diese Testungen entsprächen nicht den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts und müssten deshalb überprüft werden – etwa durch eine sehr zeitnahe zweite Testung. „Der ganz überwiegende Teil der Tests, der durch Ärzte, den Bereitschaftsdienst sowie Kliniken im Landkreis Fulda durchgeführt wird, wird an Labore gesandt, die RKI-konform die Testungen mit dem Bestätigungstest durchführen“, berichtet Laibach.

Im Fall eines Fuldaer Patienten meldete ein Labor ein positives Ergebnis, obwohl nur ein Genabschnitt getestet worden war, berichtet die Pressestelle im Landratsamt. In diesem Fall wurde ein zweiter Test in Auftrag gegeben, bei dem zwei Genabschnitte überprüft wurden. Dabei bestätigte sich der positive Befund.

„Es gibt jedoch auch Fälle, in denen nach den Vorgaben des RKI zwei Genabschnitte getestet wurden und wir ein falsch positives Ergebnis bekamen“, erläutert der Kreis. Zur Nachprüfung kam es in Fällen, in denen nach den Lebensumständen und dem Gesundheitszustand des Betroffenen eine Infektion höchst unwahrscheinlich war. Weitere Tests führten dann zur Entwarnung.

Unterdessen hat der Landkreis Fulda vermeldet, dass die Todeszahl der Corona-Infizierten auf 13 gestiegen ist. Außerdem kritisierte der Landkreis die Kneipengänger in Fulda, nachdem ein Corona-Fall im Schöppchen bekannt wurde.

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