Fotos: dpa, Lea Marie Kläsener

DAK-Gesundheitsreport: Hunderttausende Hessen haben ein Suchtproblem

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda/Vogelsbergkreis - Die DAK-Gesundheit hat am Mittwoch den diesjährigen DAK-Gesundheitsreport im Klinikum Fulda zusammen mit Dr. med. Thomas Menzel und Dr. med. Carl Christoph Schultz vorgestellt. Eine Sonderanalyse zeigte dabei, dass es Erwerbstätige mit gravierenden Problemen durch Alkohol, Zigaretten und Computerspiele gibt.

Der Krankenstand im Landkreis Fulda und im Vogelsbergkreis ist 2018 gleich geblieben. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen lagen exakt auf dem Vorjahresniveau. Mit 4,7 Prozent gab es in der Region jedoch einen höheren Krankenstand als im Landesdurchschnitt (4,3 Prozent). Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des Jahres von 1.000 Arbeitnehmern 47 krankgeschrieben.

Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem aktuellen Gesundheitsreport mit dem Schwerpunkt „Sucht 4.0 – Trinken, Dampfen, Gamen in der Arbeitswelt“ auch, wie viele Erwerbstätige in Hessen mit gravierenden Problemen durch Alkohol, Zigaretten und Computerspiele zu kämpfen haben.

336.000 Arbeitnehmer sind zigarettenabhängig

Eine repräsentative Befragung von 5.600 Beschäftigten sowie eine Expertenbefragung geben Aufschluss über die Verbreitung und den Umgang mit den verschiedenen Suchtmitteln und Verhaltensweisen. Das Fazit: Hunderttausende hessische Beschäftigte haben ein Suchtproblem.

Konkret bedeutet das: 326.000 Arbeitnehmer zeigen einen riskanten Alkoholkonsum – das ist jeder zehnte Beschäftigte. 336.000 Erwerbstätige sind hierzulande zigarettenabhängig. Außerdem untersucht der DAK-Report erstmals auch das Thema Computerspielsucht in der Arbeitswelt. Ergebnis: Rund 290.000 Erwerbstätige in Hessen zeigen ein riskantes Nutzungsverhalten.

Mehr Fehltage im Job

Laut DAK-Gesundheitsreport 2019 haben Arbeitnehmer in Hessen mit Hinweisen auf eine so genannte Substanzstörung deutlich mehr Fehltage im Job als ihre Kollegen ohne auffällige Probleme. Der Krankenstand der Betroffenen ist mit 7,9 Prozent fast doppelt so hoch. Sie fehlen aber nicht nur im Job, weil sie wegen ihrer Suchtproblematik krankgeschrieben werden.

Vielmehr zeigen sich bei ihnen in allen Diagnosegruppen mehr Fehltage. Besonders deutlich ist der Unterschied bei den psychischen Leiden. Hier sind es über viermal so viele Fehltage wie im Durchschnitt. Bei Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen sind die Ausfalltage fast doppelt so hoch, bei Atemwegserkrankungen sind es 40 Prozent mehr. / sec

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