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Daniela Nagels Roman: Irrungen und Wirrungen in Rhöner Natur

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Rhön - Ein Liebesroman, der in der Rhön spielt. Das kommt selten vor. Daniela Nagel, die seit 15 Jahren regelmäßig ihren Urlaub in Wüstensachsen verbringt, hat unter ihrem Pseudonym Marie Adams jetzt das Buch „Der kleine Buchladen der guten Wünsche“ veröffentlicht.

Von unserem Redaktionsmitglied Rainer Ickler

Es ist ein wenig wie in Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen. Es geht um Gefühle, Verwirrungen, ein wenig Gesellschaftskritik und die Geschichte spielt in einer tollen Landschaft. Es ist nicht Südengland, sondern die Rhön. Es ist eine Liebeserklärung an das Mittelgebirge, wenn Nagel schildert, wie schön die Umgebung ist. „Die Wanderwege scheinen direkt ins Paradies zu führen.“

Wüstensachsen als Inspiration

Die Autorin lässt sich bei diesem Roman durch ihre vielen Aufenthalte in Wüstensachsen inspirieren, erwähnt am Ende explizit ihre Vermieter Karina und Claus Knacker und deren Heufelder Hof, in dem sich die Familie Nagel im richtigen Leben im Urlaub wohlfühlt. Im Roman heißt der Rhöner Ort, in dem der Roman spielt, Heufeld. Was die Autorin inspiriert hat, ist die kleine Bücherei in Wüstensachsen, in der sie selbst früher Bücher ausgeliehen und viel Zeit verbracht hat. Daraus wurde im Roman die Buchhandlung der guten Wünsche.

Ausgedachter Ort Heufeld

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Buchhändlerin Josefine, die ihre Buchhandlung in Köln betreibt und der Schreiner Johannes aus Heufeld. Die beiden kennen sich aus ihrer Jugendzeit, als Josefine regelmäßig die Ferien in der Rhön bei ihrer Tante Hilde verbracht hat. Von ihm bekam sie den ersten Kuss. Da die Tante plötzlich gestorben ist und ihr die kleine Buchhandlung in Heufeld mit Bedingungen vererbt hat, kommt die überzeugte Großstädterin aus Köln für ein Jahr in die Rhön, um dort den Laden im Sinne ihrer Tante weiterzuführen – nämlich als Buchhandlung der guten Wünsche, in dem die Kunden gut beraten werden und sich wohlfühlen sollen.

Alte Zuneigung flammt auf

Johannes lebt mit seinem Sohn in der Nachbarschaft und die beiden kommen sich wieder näher, verbringen Zeit miteinander und erinnern sich an die alten Zeiten. Doch es gibt Komplikationen, Johannes ist alleinerziehend und knapp bei Kasse. Er muss sein Haus verkaufen und wegziehen.

Online-Handel gegen den Buchladen

Doch es ist nicht nur eine Liebesgeschichte. Nagel greift auch die Probleme vieler Orte auf dem Lande auf wie die Gefährdung kleiner Läden durch den Internet-Handel und den dadurch bedingten Leerstand. Wie kann sie mit ihrer kleinen Buchhandlung den Kampf gegen die großen Versender gewinnen? Wie kann sie die Menschen dazu bringen, zu ihr in den Laden zu kommen? Nur wenn sie besondere Dinge anbietet, die der sterile Internet-Handel nicht bietet.

Der Kampf gegen das große Geld

Derweil versucht der Heufelder Bürgermeister, der natürlich nichts mit dem realen Rathauschef zu tun hat, mithilfe eines Investors aus den leerstehenden Läden einen Wellnesstempel „Heaven on Earth“ (Himmel auf Erden) in der Rhön zu machen. Mit Mut stemmt sich Josefine gegen diese Gefahren und verzichtet auf viel Geld.

Rhöner Orte werden beschrieben

Für die heimischen Leser kommen in dem Roman viele Orte und Landschaften vor, die sie kennen, und die in bestem Licht beschrieben werden: die Extratour Der Hilderser, die Ulsterquelle, Fulda, der Holzberghof, Bischofsheim, der Matthesberg, der Heidelstein und die Wasserkuppe. Und auch die Fuldaer Zeitung taucht zweimal in den Roman auf. Dank Nagels Roman wird dem heimischen Leser auch deutlich gemacht, wie schön die Rhön ist, wenn man die schöne Landschaft mit offene Augen wahrnimmt.

Marie Adams: Der kleine Buchladen der guten Wünsche. 383 Seiten. 10 Euro. Blanvalet.

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