Steffen Ackermann vor einer weißen Wand (Symbolbild)
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Dehoga-Kreisvorsitzender Steffen Ackermann.

Dehoga-Kreisvorsitzender

„Jeder vierte Gastro-Betrieb in der Region könnte pleitegehen“

  • Walter Kreuzer
    vonWalter Kreuzer
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Etwa 70 000 Hotel- und Gastronomiebetriebe sind hierzulande wegen der Coronakrise von der Pleite bedroht, wie die Branche warnt. Auch im Landkreis Fulda ist die Lage dramatisch. Die Bundesregierung signalisiert Bereitschaft zu Hilfen.

Fulda - Den 223 000 Betrieben gingen bis Ende April zehn Milliarden Euro Umsatz verloren, warnte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). „Ohne zusätzliche staatliche Unterstützung steht jeder dritte Betrieb vor der Insolvenz“, sagte Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges. Die Bundesregierung stellte den von der anhaltenden Schließung besonders betroffenen Hoteliers und Restaurantbetreibern finanzielle Unterstützung in Aussicht.

Der Verband fordert eine verantwortungsvolle Öffnung von Restaurants und Cafés, die Absenkung des Mehrwertsteuersatzes auf sieben Prozent und einen staatlichen Rettungsfonds mit Direkthilfen für Betriebe.

Mehrwertsteuersenkung gefordert

Eine Mehrwertsteuersenkung von 19 Prozent auf den Einheitssatz von 7 Prozent fordert der Dehoga seit Jahren. Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder pocht nun ebenfalls auf eine Mehrwertsteuersenkung.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sprach von einem „Vorschlag, der eine sorgfältige Prüfung verdient“: „Ich könnte mir aber auch konkrete Hilfen bei Modernisierungen und Kosteneinsparungen vorstellen.“

Auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) stellt Hilfen in Aussicht: „Natürlich schauen wir genau, ob und wo wir gezielt weitere Hilfen benötigen. Wir haben vor allem jene Branchen im Blick, für die es noch nicht so schnell wieder losgeht. Das Hotel- und Gaststättengewerbe gehört sicherlich dazu.“

Düsteres Bild auch in der Region

Für den Dehoga-Kreisverband Fulda – Stadt und Landkreis zeichnet Vorsitzender Steffen Ackermann ein ähnlich düsteres Bild wie die Hauptgeschäftsführerin seines Verbandes für das ganze Land. „Die Tatsache, dass der Tourismus auch in unserer Region enorm eingebrochen ist, lässt die dramatische Prognose realistisch erscheinen.“

Fakt sei, dass „die Belegung in unseren Häusern enorm, teilweise zwischen 90 und 100 Prozent, eingebrochen ist. Wir rechnen im Kreis mit einer hohen Zahl an Schließungen und Insolvenzen. Es könnte durchaus jeder vierte Betrieb in unserer Region betroffen sein.“ In dieser Einschätzung sei er sich mit den Kollegen vom Köcheverein und Rhöner Charme einig.

Auch die Forderung nach einer Absenkung des Mehrwertsteuersatzes unterstützt Ackermann, der in Fulda das Hotel Wenzel betreibt. Er sieht sie als eine „nachhaltige und fundamentale Entlastung und Ausweg aus der Krise. Sie gibt Luft, die Ausfälle ansatzweise auszugleichen und würde künftig Sicherheit in Krisenzeiten geben.“

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