„Es klei Prinzee“: Hofbiebers ehemaliger Bürgermeister übersetzt den „Kleinen Prinzen“ in Rhöner Platt.
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„Es klei Prinzee“: Hofbiebers ehemaliger Bürgermeister übersetzt den „Kleinen Prinzen“ in Rhöner Platt.

Eberhardt Lauer übersetzt

E Schoaf unn ville Blumme: Den „Kleinen Prinzen“ gibt es nun auf Rhöner Platt

  • Anne Baun
    vonAnne Baun
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Das Buch „Der Kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry ist ein Klassiker, der in vielen, vielen Bücherregalen weltweit zu finden ist. Hofbiebers ehemaliger Bürgermeister Eberhardt Lauer hat die wunderbare Geschichte nun ins Rhöner Platt übertragen.

Hofbieber/Fulda - Aus „Der kleine Prinz“ wurde durch Eberhardt Lauers liebevolle „Übersetzung“ nun „Es klei Prinzee“. „Wir hatten sogar Bestellungen aus der Türkei und aus Rom“, erzählt Rainer Klitsch, Chef des Parzellers Buchverlag in Fulda, lachend. „Die ersten 500 Exemplare sind bereits verkauft; wir mussten schon nachdrucken.“ Offenbar findet das Büchlein gerade bei Sammlern großen Anklang.

Eberhard Lauer übersetzt „Der Kleine Prinz“: Wollte Zugang zu Rhöner Dialekt schaffen

Doch wie kam es überhaupt zu der Idee? „Das Büchlein habe ich in Rhöner Platt übersetzt, weil viele Menschen unserer Heimat, vor allem jüngere, keinen Zugang mehr zu dieser, unserer eigentlichen Muttersprache haben“, erklärt Lauer in seinem Vorwort. „Ich will damit einen Beitrag zum phonetischen Lesen und dadurch zum Erlernen und zum Erhalt dieses schönen Dialektes unserer Heimat leisten.“ (Lesen Sie hier: Online-Lesung der Fuldaer Zeitung im Corona-Lockdown: Franz Habersack liest aus „Quätschenäbbl“)

Dies ist ihm gelungen. Ist „Der kleine Prinz“ für sich schon ein zauberhaftes Buch mit tiefsinniger Botschaft, wird die Geschichte auf Rhöner Platt sogar noch liebenswerter. Beispiel gefällig? „Der zwei Planet, daä woar von aäm bewohnt, dä woar doss, boss mehr off Hochdeutsch enn feine Pinkel nennt; enn ,iehgebelde Kuiz‘. ,Ah, ah, guck, guck, doa kömmt aänner ze Besuch, ömm mich ze bewonnere‘, reef daä iehgebeld Kuiz, bee e de klei Prinz gesöähr hott. Weil für de iehgebelde Lüüd senn de annere Lüüd nüscht anneres be Bewonnerer.“

„Es klei Prinzee“: Das Schaf wird zum „Schoaf“, die geliebten Rosen zu „Blumme“

Das Schaf, das der kleine Prinz gerne gezeichnet haben möchte, wird zum Schoaf, die viel geliebten Rosen werden zu Blumme. Und der wohl bekannteste Satz klingt jetzt so: „Merr serrt nur mit simm Haäzze good. Boss waällich wichdich ess, doss saährn die Auche nett!“

Doch eins ist natürlich klar: Wer Mundart nur wenig oder gar nicht kann, der versteht fast nur Bahnhof. Doch genau das sollte vielleicht ein Anreiz sein, um sich mit unserem heimischen Dialekt näher zu befassen. Der kleine Prinz würde sich bestimmt darüber freuen. Und Eberhardt Lauer ebenfalls.

Antoine de Saint-Exupéry: Es klei Prinzee. Übersetzung in die Rhöner Mundart von Eberhardt Lauer. 90 Seiten. 8,90 Euro. Parzellers.

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