Für Erwachsene empfiehlt die STIKO alle zehn Jahre eine Auffrischimpfung gegen die Krankheiten Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten, die in einem Impfstoff verbunden sind. (Symbolfoto)
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Für Erwachsene empfiehlt die STIKO alle zehn Jahre eine Auffrischimpfung gegen die Krankheiten Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten, die in einem Impfstoff verbunden sind. (Symbolfoto)

Eine Übersicht

Nicht nur der Corona-Piks schützt: Diese Impfungen empfiehlt die STIKO noch

Das Thema Immunisierung ist in aller Munde, doch neben der Corona-Impfung gibt es noch viele andere: Impfen begleitet einen Menschen durchs ganze Leben. Eine Übersicht.

Fulda - Dr. Inga Hohenberger, Kinder- und Jugendärztin in Fulda, erklärt: „Impfungen sind wichtig, da sie das Auftreten der Krankheiten und schwere Komplikationen vermeiden.“ Vereinzelt komme es zu Nebenwirkungen wie Rötungen oder auch Fieber.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt in einem Impfkalender verschiedene Impfungen: Ab dem zweiten Monat kann mit einer Schluckimpfung gegen die Rotaviren begonnen werden. Sie sollte zweimal verabreicht werden.

Deutschland: Diese Impfungen empfiehlt die STIKO Kindern und Erwachsenen

Im dritten und vierten Lebensmonat ist ein sechsteiliger Impfstoff vorgesehen, der dreimal verabreicht wird. Damit wird gegen die Krankheiten Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio, Haemophilus influenzae Typ b (kurz HIB) und Hepatitis B vorgebeugt. Zusätzlich schlägt die STIKO zur selben Zeit das Impfen gegen Pneumokokken vor.

Nach einem Jahr, sollten Kinder gegen Meningokokken geimpft werden. Ebenfalls ab einem Jahr müssen Kinder eine Immunisierung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken erhalten. Dieser MMR-Impfstoff wird zweimal geimpft. Für Masern gilt eine Impfpflicht. Das Masernschutzgesetz sieht vor, dass Kinder beim Eintritt in Kindergarten und Schule einen Nachweis über die Masernimpfung beziehungsweise – wenn das Kind die Krankheit hatte – über Antikörper im Blut vorweisen müssen. Wer gegen dieses Gesetz verstößt, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 2500 Euro rechnen.

Nach dem fünften Lebensjahr sollte die Tetanus-, Diphtherie- und Keuchhusten-Impfung aufgefrischt werden. Diese wird dann nach fünf bis zehn Jahren noch einmal geimpft, zusammen mit der Polio-Impfung.

Aktive und Passive Immunisierung

Wenn von Impfungen die Rede ist, ist in den allermeisten Fällen die aktive Immunisierung gemeint. Dabei wird dem Patienten ein abgeschwächter Krankheitserreger gespritzt – entweder als Lebend- (stark abgeschwächte lebende Variante des Erregers) oder als Totimpfstoff (abgetöteter Erreger). Der Körper des Menschen reagiert daraufhin mit der Produktion von Antikörpern. 

Eine passive Impfung kommt seltener zum Einsatz. Und zwar dann, wenn man sich bereits mit der Krankheit infiziert hat oder akut die Gefahr einer Infektion besteht. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Patient eine Wunde hat und nicht klar ist, ob er gegen Tetanus geimpft ist. Bei der passiven Immunisierung bekommt der Patient entsprechende Antikörper gespritzt.

Für Erwachsene empfiehlt die STIKO alle zehn Jahre eine Auffrischimpfung gegen die Krankheiten Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten, die in einem Impfstoff verbunden sind.

Außerdem ist laut STIKO eine HPV (humanes Papillomavirus)-Impfung sinnvoll, da dies eine häufig über Geschlechtsverkehr verbreitete Erkrankung ist. Die Impfung sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr verabreicht werden. Am besten zwischen dem neunten und vierzehnten Lebensjahr. Die Impfung wird sowohl Mädchen als auch Jungen empfohlen. Je nach Alter wird sie zwei- bis dreimal gegeben.

Video: Sollen Kinder geimpft werden?

Ab dem 60. Lebensjahr wird eine erneute Impfung gegen Pneumokokken empfohlen. Doch nun ist es ein anderes Vakzin als das im Säuglingsalter. Ergänzend wird eine Immunisierung gegen die Influenza, auch Grippe genannt, geraten.

Begriffe

Diphtherie wird durch ein Bakterium ausgelöst, das ein Giftstoff bildet und dadurch ebenfalls lebensbedrohlich sein kann. Diese Infektionskrankheit befällt die oberen Atemwege.

Haemophilus influenzae Typ b (HIB) wird durch Bakterien ausgelöst, die Entzündungen der Hirnhaut, des Kehlkopfes, der Lunge oder auch des Herzmuskels auslösen können. Auch zu einer Blutvergiftung kann es kommen.

Hepatitis B ist eine virusbedingte Leberentzündung. Das Virus wird durch Spuren von Blut, Speichel und anderen Körperflüssigkeiten übertragen. Als Hauptübertragungsweg gilt Geschlechtsverkehr.

Humane Papillomaviren (HPV) sind Auslöser für eine der ansteckendsten Geschlechtskrankheiten. Nach einer Infektion gibt es Krankheitsverläufe, welche auch erst Jahre nach der Infektion mit dem Virus auftreten können. In den allermeisten Fällen heilt es vollständig aus, oder es bilden sich harmlose Hautwarzen. Doch es können auch bösartige Tumore entstehen. Bei den Frauen meistens im Gebärmutterhals, bei Männern am Penis.

Influenza wird auch echte Grippe genannt. Nach einer Ansteckung leidet man meist unter hohem Fieber und Gliederschmerzen, auch trockener Husten zählt zu den typischen Krankheitszeichen.

Keuchhusten kann gerade für Säuglinge lebensbedrohlich sein. Typisch ist ein trockener Husten.

Masern gehören zu den typischen Kinderkrankheiten. Patienten leiden unter Grippesymptomen, einem Hautausschlag, manchmal auch an Lungenentzündung und Mittelohrentzündung. Einige wenige Fälle erkranken lebensbedrohlich.

Meningokokken können ebenfalls Hirnhautentzündung und Blutvergiftung auslösen.

Mumps wird durch Viren hervorgerufen. Es entzünden sich die Ohrspeicheldrüsen, was zu „Hamsterbacken“ führt, die für die Erkrankung typisch sind. Bei Jungen können sich die Hoden entzünden.

Polio wird auch Kinderlähmung genannt. Auslöser sind Viren, die Gehirn und Rückenmark befallen.

Pneumokokken sind im Kindesalter häufig die Ursache für eitrige Hirnhautentzündungen. Auch Entzündungen der Lunge, im Mittelohr oder in den Nasennebenhöhlen können durch Pneumokokken verursacht werden.

Rotaviren sind bei Säuglingen und Kleinkindern häufiger Erreger von Magen-Darm-Infektionen.

Röteln werden durch Viren ausgelöst. Die Krankheit befällt unter anderem Haut und Lymphknoten. Auch schmerzende Gelenke, Husten und Entzündungen können auftreten. Der Ausschlag beginnt oft hinterm Ohr. Gefährlich sind Röteln vor allem bei Schwangeren für das ungeborene Kind.

Tetanus wird durch ein Bakterium ausgelöst, das nahezu überall vorkommt. Geraten Sporen in eine Wunde, wird das Zentralnervensystem befallen und es kann eine krampfartige Muskelstarre auftreten. Tetanus kann tödlich enden.

Windpocken äußern sich durch Fieber und Hautausschlag.

(Bei den Symptomen ist nur eine Auswahl angeführt).

Erwachsene, die in Gemeinschafts- oder Gesundheitseinrichtungen arbeiten, müssen eine Masern-Impfung vorweisen. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation starben 2019 weltweit etwa 207.500 Menschen an Masern. (Eva Engels)

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