Eine Schale Erdbeeren auf einer rot-weißen Tischdecke
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Die Saison läuft, auch wenn hiesige Pflücker noch warten müssen.

Geheimnisse auf dem Erdbeerfeld

Die Erdbeer-Saison läuft, wenngleich hiesige Pflücker noch warten müssen

  • Laurenz Hiob
    vonLaurenz Hiob
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Langsam aber sicher startet die Erdbeersaison. Die ersten Früchtchen aus deutschen Landen sind auf dem Markt. Wer jedoch in der Region pflücken möchte, muss sich noch etwas gedulden.

Fulda - So rechnet Peter Kömpel junior vom gleichnamigen Landhof in Großenlüder frühestens in drei Wochen mit dem Erntebeginn auf seinem Feld, das er ausschließlich für Selbstpflücker bestellt. Sebastian Würfl aus Gründau-Lieblos, der mehrere Felder in Osthessen bewirtschaftet, rechnet mit „der Eröffnung um den Monatswechsel“.

Von „drei bis vier Wochen“ sprechen die Neuhofer Jürgen und Fabian Benkner, die unter anderem Bio-Erdbeeren für die Abo-Kisten anbauen. Außerdem vermarkten sie selbst und liefern an antonius sowie Denn’s. Sobald in Neuhof die Ware für die Märkte geerntet ist, werden Stammkunden zum Selbstpflücken aufs Feld gelassen. 

Nur in Maßen eingesetzt

Erntehelfer werden in Neuhof nur in Maßen eingesetzt. „In den Vorjahren hatten wir zwei russische Veterinärstudenten, die uns aber aktuell fehlen, weil die Botschaften geschlossen sind und wir deshalb keine Kontakte herstellen können“, berichtet Josef Benkner. So kann er momentan nur auf die Dienste eines Praktikanten und seine Familie setzen – und auf das Netzwerk von Solawi Osthessen, der „Solidarischen Landwirtschaft“ . „Da haben wir im Extremfall schon mal zehn Helfer auf einmal“, sagt der Biobauer.

Benkners bauen unterschiedliche Sorten an, um die Saison etwas zu strecken. Manche Pflanzen blühen früher, andere später. „Aber grundsätzlich entscheiden wir nach dem Geschmack“, sagen die Benkners, die dieses Jahr beispielsweise Elsanta, Murano und Asia anbauen. 

„Die Sorten sind bei uns Betriebsgeheimnis“, verrät indes Peter Kömpel. „Die wissen nur meine Familie und ich.“ Auf Erntehelfer ist der Großenlüderer nicht angewiesen, weil er ausschließlich Selbstpflücker auf sein Erdbeerfeld lässt, das direkt an seinen Hof grenzt. „Die Trockenheit hat uns schon belastet“, räumt der Juniorchef ein. „Aber der Regen hat geholfen, sonst wäre vermutlich die Ernte dahin gewesen.“ Kömpel baut hauptsächlich eine Sorte an, und probiert an bestimmten Stellen seines Feldes neue Züchtungen. Er rechnet damit, dass die Früchte in dieser Saison etwas teurer als in den Vorjahren werden.

Ein Geheimnis aus seinen Sorten macht auch Bauer Würfl. „Als Anbauer muss man viele Sorten ausprobieren, um gute Sorten zu finden“, sagt Würfl. Für ihn als Direktvermarkter sei der Geschmack immer entscheidend. Grundsätzlich baut er mehrere Sorten an, „um den frühen und späten Erntebereich abzudecken.“

Erdbeerfelder stehen „sehr schön da“

Zu Hause in Lieblos deckt er seine Pflanzen sogar mit einem Vlies ab, um „die Anlagen zu verfrühen und parallel zu unseren Spargeln ein paar Erdbeeren anzubieten“. Momentan stehen die Erdbeerfelder laut Würfl „sehr schön da“, weil es „jetzt zum Glück geregnet hat“.

Was die Preise angeht, hofft Würfl auf „etwas höhere Preise als im letzten Jahr“, da die Erntemenge wegen Corona „etwas geringer ausfallen wird“. Der Bauer aus dem Kinzigtal kann wegen der Situation an Erntehelfern nicht garantieren, dass alle seine Erdbeeren geerntet werden können. Auf seiner Website hat er deshalb ein Formular vorbereitet, mit dem sich Interessenten bei ihm melden können. Über die Preise für Selbstpflücker hat sich Würfl „noch gar keine Gedanken gemacht“. Aber: „So wahnsinnig viel wird sich da im Vergleich zu den Vorjahren aber nicht ändern.“

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