So sieht die digitale Wahlhilfe Voto aus.
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Die digitale Wahlhilfe Voto soll in der kommenden Woche an den Start gehen.

Kommunalwahl

Digitale Wahlhilfe: Pilotprojekt Voto startet in der kommenden Woche in Fulda - Fuldaer Zeitung ist Partner

  • Eike Zenner
    vonEike Zenner
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Besonderes Angebot zur Kommunalwahl: In Fulda gibt es mit der digitalen Wahlhilfe Voto in diesem Jahr zum ersten Mal eine Art kommunalen Wahl-O-Mat.

Fulda - Das Kommunalwahlrecht ist nicht ganz einfach. In jeder Kommune können die Wählerinnen und Wähler so viele Kreuzchen setzen und Stimmen vergeben wie es Sitze im jeweiligen Kommunalparlament gibt. In Fulda sind das 59. Und: Es können nicht nur Listen - also Parteien - gewählt werden, sondern auch einzelne Kandidaten. Da stellt sich die Frage: Wen wählen? Und wie die 59 Stimmen für die Stadtverordnetenversammlung verteilen?

Unterstützung und Orientierung beim sogenannten Kumulieren und Panaschieren gibt die digitale Wahlhilfe Voto, ein Projekt des „Team Tomorrow“, das von der Bosch-Stiftung gefördert wird. Voto wird bei der Kommunalwahl erstmals in Hessen angeboten - auch in der Stadt Fulda. Partner in der Region ist unsere Zeitung. Heißt: Das neue Wahltool steht exklusiv auf unserer Homepage bereit.

Digitale Wahlhilfe: Voto wird zur Kommunalwahl in Fulda angeboten

Wie funktioniert Voto? Ähnlich wie der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung, den viele bereits von Bundestags- oder Landtagswahlen kennen. Nutzer finden in Voto etwa zwei Dutzend Fragen und Thesen zur Kommunalpolitik in Fulda. Sie geben an, ob sie den einzelnen Thesen zustimmen oder nicht. Der Computer errechnet daraus, welche Kandidatin und welcher Kandidat besonders stark mit den eigenen Positionen übereinstimmt. Das bedeutet: Im Unterschied zum klassischen Wahl-O-Mat zeigt Voto nicht, mit welcher Partei der einzelne Nutzer die größte Übereinstimmung hat, sondern mit welchen Kandidaten. Das trägt dem Umstand Rechnung, dass Kommunalwahlen sehr stark Persönlichkeitswahlen sind.

So (oder so ähnlich) wird die Wahlhilfe Voto für die Kommunalwahl in Hessen aussehen.

Damit der Voto funktioniert, müssen sich - logisch - vorab auch die Kandidatinnen und Kandidaten zu den Thesen positionieren. Alle Bewerber können bei Voto ein Kandidaten-Profil anlegen. Seit der vergangenen Woche läuft das Projekt. Die Einladungen an die Parteien und Wählergruppen sind verschickt. Auch die Stadt Fulda ist mit im Boot. Das Ziel der Verantwortlichen: Möglichst alle Bewerber aus allen Parteien und Wählergruppen sollen mitmachen. Eine Teilnahme ist auch im Interesse der Politiker. Denn: Nur wer ein Profil hat und sich zu den Thesen positioniert, kann hinterher auch im Voto angezeigt werden.

Wahlhilfe Voto: Kandidaten können Profil anlegen

Die Wahlhilfe Voto richtet sich in erster Linie an Erstwähler und junge Erwachsene. Das Tool steht aber natürlich jedem offen. In vier Städten in Hessen wird Voto zur Kommunalwahl angeboten. Neben Fulda sind das Offenbach, Frankfurt und Marburg. Ein Vorläufer des Voto, der KOMUNAT, war 2019 bei der Gemeinderatswahl in Stuttgart im Einsatz.

Um die Thesen zu arbeiten, hat das „Team Tomorrow“ einen Workshop veranstaltet, an dem Schülerinnen und Schüler sowie Studierende teilgenommen haben, aber auch eine Journalistin aus unserer Redaktion. Ziel war, möglichst die Themen herauszufiltern, die in der Fuldaer Kommunalpolitik strittig sind. (Lesen Sie hier: Wahlkampf nimmt Fahrt auf, Politik spricht sich für Abstimmung per Brief aus - wegen Corona).

Am 12. Februar wird der Voto landesweit vorgestellt. An diesem Tag geht das Tool auf der Internetseite unserer Zeitung auch Online. Dann können alle Interessierten ihre Antworten eingeben und schauen, mit welchen Kommunalpolitikern es die größten Überschneidungen gibt.

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