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Diskussion um Nahverkehrspläne von Stadt und Kreis: Woide sieht „strukturelles Problem“

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - In Stadt und Kreis Fulda hat das Ringen um die künftige Organisation und Ausgestaltung des öffentlichen Nahverkehrs begonnen. Dabei mehren sich die Stimmen, die auf ein Planwerk aus einem Guss dringen.

Von unserem Redaktionsmitglied Eike Zenner

Bisher gibt es für die Region zwei Nahverkehrspläne: einen für die Stadt und das Stadtbusnetz und einen für den Landkreis. Beide Pläne sind vergangenes Jahr in Kraft getreten – und gelten jetzt erst einmal. Angesichts der vielen Probleme und Beschwerden werden in der Kreispolitik Stimmen laut, die darauf dringen, die Verkehrspläne langfristig zusammenzuführen. Das Ziel: Ein gemeinsamer Plan für alle.

Massive Kritik

In der Haushaltsdebatte im Kreistag ist aus mehreren Fraktionen massive Kritik am Nahverkehrsplan des Kreises geäußert worden. Nicht nur die Opposition – etwa die Linksfraktion – mahnte mit deutlichen Worten Verbesserungen an.

Auch von der CWE, die gemeinsam mit der CDU den Kreisausschuss stützt, gab es Kritik: „Wir sind mit dem neuen Plan nicht zufrieden“, betonte Fraktionschef Thomas Grünkorn. Es gebe viele Beschwerden – und diese würden „zu Recht“ geäußert. Auf Antrag von CDU und CWE hat der Kreistag entschieden, im ersten Schritt 200 000 Euro zusätzlich für den Schülerverkehr bereitzustellen.

„Strukturelles Problem“

In seiner Rede sprach sich Grünkorn für ein grundsätzlich anderes Vorgehen beim ÖPNV aus: „Nur ein gemeinsamer, wirklich abgestimmter Plan von Stadt und Kreis ist sinnvoll.“ Der CDU-Kreistagsabgeordnete Winfried Happ pflichtete Grünkorn bei. Und auch Landrat Bernd Woide (CDU) griff den Ball auf.

Er bezeichnete das Nebeneinander der beiden Nahverkehrspläne als „strukturelles Problem“. Es sei aus seiner Sicht „nicht zielführend“, in einigen Jahren erneut zwei Pläne aufzustellen, betonte der Landrat. Mit Blick auf den aktuellen Nahverkehrsplan erklärte Woide: „Ja, es gibt Schwierigkeiten, aber wir arbeiten daran, die Probleme zu beseitigen.“ Der Landrat verwies auch auf die hohen Kosten, die der ÖPNV verursache und die im Blick behalten werden müssten.

8,4 Milionen Euro für den ÖPNV

Die Verantwortlichen bei der Stadt zeigen sich offen für Gespräche mit dem Kreis und der LNG. „Fakt ist, dass die Abstimmung zwischen zwei oder mehr Aufgabenträgern eine zusätzliche Herausforderung für die Fahrplangestaltung darstellt“, erklärt die Pressestelle der Stadt auf Anfrage unserer Zeitung. Und weiter: „Grundsätzlich kann sich die Stadt Fulda verschiedene Modelle vorstellen, innerhalb derer der ÖPNV neu organisiert wird.“

Es wird dabei – so ist zu hören – aber auch um die Fragen der Finanzierung und der Verteilung der Kosten gehen. Der Landkreis wendet in diesem Jahr nach eigenen Angaben rund 8,4 Millionen Euro für den ÖPNV auf, wobei mit 7,4 Millionen ein Großteil auf den Bereich der Schülerbeförderung entfällt. Die Stadt Fulda stellt für den öffentlichen Nahverkehr in diesem Jahr rund 2,3 Millionen Euro bereit – allerdings ohne den Schülerverkehr.

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