Das djo-Landesheim Rodholz ist wegen der Coronakrise existenziell bedroht
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Das djo-Landesheim Rodholz ist wegen der Coronakrise existenziell bedroht

Warten auf versprochene Hilfe

djo-Landesheim in der Rhön läuft im Kampf ums finanzielle Überleben die Zeit davon

Ähnlich wie die Jugendherbergen sind auch zahlreiche andere Jugendbildungsstätten in Existenznot. Dazu gehört das djo-Landesheim im Poppenhausener Ortsteil Rodholz.

Rodholz - Dort in der Rhön ist auch der Sitz der djo, der Deutschen Jugend in Europa. Eigentlich wollte man 2020 mit 13 000 Übernachtungen ein Fünfjahreshoch erreichen – doch dann kam das Virus. „Das Problem ist, dass wir kaum noch Belegung haben von Leuten, die kommen dürfen und wollen“, sagt Jugendbildungsreferent Sebastian Sauer.

Mit Schulklassen rechnet er in diesem Jahr nicht mehr: „Nach den Herbstferien, im November oder Dezember, unternimmt kein Mensch Klassenfahrten in die Rhön. Es wäre unrealistisch, damit zu rechnen. So bricht uns etwa 60 Prozent des Jahresumsatzes weg.“ Ähnlich sieht das auch Dirk Voortmann, der Herbergsvater in Fulda.

Wegen Coronavirus in Existenznot: Sebastian Sauer hofft auf Landkreis Fulda

Eine „kleine Hoffnung“ setze er noch auf den Landkreis Fulda. Der könnte die Bildungsstätte ab Herbst wieder mit Fortbildungen oder Ferienfreizeiten belegen.

Jugendbildungsreferent Sebastian Sauer hofft auf finanzielle Hilfen.

Da auch viele kirchliche Gruppen ihre Reisen abgesagt hätten, „bleiben kaum Leute, die zu uns kommen – abgesehen von unseren Mitgliedern und Familien. Diese kommen vorwiegend an den Wochenenden.“ Daher setzt man in Rodholz mit besonderen Paketangeboten nun vor allem auf Familien.

Wegen Coronavirus in Existenznot: Sebastian Sauer nimmt Politik in die Pficht

Das alles sei jedoch „definitiv nicht genug zum Überleben. Wenn nicht bald Hilfe kommt, schaffen wir es nicht“, nimmt Sauer mit Blick auf die von Land und Bund angekündigte Unterstützung die Politik in die Pflicht.

„Ich appelliere an den Bundestagsabgeordneten Michael Brand und die Landtagsabgeordneten, sich für die Jugendbildung und die Arbeitsplätze einzusetzen. Wenn in den nächsten vier bis sechs Wochen nichts passiert, sehe ich schwarz.“

Wegen Coronavirus in Existenznot: Soforthilfen reichen nicht mehr lange

Die erhaltenen 20 000 Euro Soforthilfe reichten nicht mehr lange. Und auch die „gut angelaufene“ Spendenaktion bedeute nicht die Rettung der Einrichtung und ihrer 14 Arbeitsplätze.

„Wenn die Herbergen verschwinden, weiß ich nicht, wohin die Schulen im nächsten Jahr ihre Fahrten machen wollen. Hotels sind für Schulklassen zu teuer. Zudem ist die Jugendbildung ein wesentlicher Faktor unserer Arbeit“, spricht Sauer Klartext. Das djo-Heim gehört dem Verband deutscher Schullandheime an, das 230 Häuser vertritt.

kw

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