Aus der früheren Sparkassen-Filiale ein Ärztehaus machen – dieser Plan der Gemeinde Eichenzell ist erst einmal gescheitert.
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Aus der früheren Sparkassen-Filiale ein Ärztehaus machen – dieser Plan der Gemeinde Eichenzell ist erst einmal gescheitert.

Projekt auf Eis gelegt

Ärztehaus erst mal gescheitert - Auf diese Lösung setzt Eichenzells Bürgermeister Rothmund jetzt

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Lange Gesichter in der Eichenzeller Kommunalpolitik: Das Vorhaben, dass die Gemeinde ein ehemaliges Bankgebäude anmietet, umbaut und an Ärzte vermietet, ist erst einmal gescheitert.

Eichenzell - „Das Projekt wird von den interessierten Ärzten zunächst nicht weiterverfolgt. Das bedauert der Gemeindevorstand sehr“, berichtete Bürgermeister Johannes Rothmund (CDU) am Donnerstagnachmittag. Eine Arztpraxis hatte zunächst Interesse gezeigt, in den früheren Räumen der Sparkasse Fulda in der Nähe des Eichenzeller Bahnhofs eine Zweigpraxis einzurichten.

„Es gab mehrere Hindernisse“, berichtete der Rathauschef unserer Zeitung. Praxisplaner hätten zunächst Zweifel angemeldet, dass sich der Betrieb einer Zweigpraxis – also einer zweiten Praxis neben dem bestehenden Arztsitz – zeitlich machen lasse. Dann habe sich herausgestellt, dass sich die Frage der Fördermöglichkeiten nicht so schnell werde klären lassen wie erwartet. Es habe auch Zweifel gegeben, ob die ehemaligen Räume für eine Arztpraxis überhaupt geeignet seien.

Eichenzell: Ärztehaus ist erstmal gescheitert - Bürgermeister Rothmund setzt auf langfristige Lösung

„Die früheren Sparkassen-Räume waren als Zwischenlösung geplant. Als dauerhafte Lösung waren sie nicht im Gespräch. Nach meinem Eindruck hat sich das Urteil verdichtet, dass die ehemaligen Bankräume langfristig für eine Arztpraxis sehr wahrscheinlich nicht geeignet sind“, erklärte Rothmund.

Der Bürgermeister setzt jetzt auf eine langfristige Lösung – eine Lösung mit einem größeren Neubau. „Es gibt gute Chancen, dass in Eichenzell ein Ärztehaus neu gebaut wird. Mit einem Investor, der ein großes und konkretes Interesse an einem solchen Neubau hat, habe ich bereits gesprochen. Ich weiß auch von mehreren Medizinern, die Interesse hätten, in ein neues Ärztehaus in Eichenzell zu ziehen“, sagt Rothmund. Parallel führt der Bürgermeister Gespräche, bei denen es darum geht, die vorhandenen Arztsitze in Eichenzell zu halten. Ärzte haben theoretisch die Möglichkeit, ihren von der Kassenärztlichen Vereinigung zugeteilten Sitz innerhalb der Region zu verlagern.

Rothmund sagt, er habe gelernt, dass man bei dem Thema viel Geduld brauche. „Bei diesem Thema ist leider eine gewisse Frustrationstoleranz notwendig. Wir haben in den vergangenen Monaten viel Zeit in dieses erfolgversprechende Projekt gesteckt. Dennoch sind wir im Hinblick auf die kommende Zeit zuversichtlich, zu einer tragfähigen Lösung zu kommen und bleiben am Ball, auch wenn sich das Thema von einem Kurzstrecken- zu einem Mittelstreckenrennen entwickelt hat.“

Von allen Fraktionen gab es Zustimmung für Ärzthaus in Eichenzell – und Geld für einen Umbau

Das Vorhaben, in den von der Sparkasse gerade erst geräumten Räumen in der Fuldaer Straße vorübergehend eine Zweigpraxis einzurichten, war in der letzten Sitzung der Eichenzeller Gemeindevertreter vor der Wahl auf breite Zustimmung getroffen. Von allen Fraktionen gab es Zustimmung – und Geld für einen Umbau. Die Gemeinde wollte die Räume anmieten und Teilflächen kostendeckend an eine Hausarztpraxis untervermieten. Die Gemeindevertreter stellten 30.000 Euro für den Umbau bereit. 20.000 Euro waren im Haushalt bereit eingeplant, 10.000 Euro wurden zusätzlich freigegeben.

Eine Hausarztpraxis wollte zunächst für eine Testphase von zwei bis drei Jahren eine Fläche anmieten, um dann künftig möglicherweise ein MVZ oder eine größere Praxis dauerhaft zu etablieren. Die Eröffnung war für Mai oder Juni geplant. Diese Planungen haben sich nun zerschlagen. (Lesen Sie hier: Kommunalwahl in der Stadtregion: So wurde in Eichenzell, Künzell und Petersberg gewählt)

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