Zufriedene Gesichter nach getaner Arbeit (von links): Dieter Seuring (Gemeinde Eichenzell), Reinhard Kolb, Heiko Seipelt (Garten- und Landschaftsbau), Willi Schütz (Nabu Eichenzell), ein Mitarbeiter der Firma Seipelt sowie Sven und Otmar Baumann (Grundstückseigentümer).
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Zufriedene Gesichter nach getaner Arbeit (von links): Dieter Seuring (Gemeinde Eichenzell), Reinhard Kolb, Heiko Seipelt (Garten- und Landschaftsbau), Willi Schütz (Nabu Eichenzell), ein Mitarbeiter der Firma Seipelt sowie Sven und Otmar Baumann (Grundstückseigentümer).

Sorge um Brücke

Biber fühlt sich wohl in Eichenzell - Naturschützer versetzen Staudamm

Vor rund zwei Jahren hat sich der Biber im sogenannten Höllengrundgraben angesiedelt – und seither munter Dämme rund um seine Burg gebaut. In dieser Woche musste der Nabu gemeinsam mit der HGON den Staudamm allerdings umsiedeln.

Eichenzell - Der Biber scheint sich in Eichenzell wohl zu fühlen. Den Staudamm hatte sich das Nagetier unterhalb einer kleinen Brücke gebaut, die das Gänswässerchen – ein Bachlauf, der in Melters entspringt – quert. Das Tier hat diesen Damm gebaut, um die Umgebung rund um seine Burg zu fluten.

„Das tut er, weil er sich schwimmend am besten fortbewegen kann”, erklärt Reinhard Kolb von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON). „Darum baut er aus Ästen, pflanzlichem Füllmaterial und Schlamm seinen Damm.” Dieser ist meist so stabil errichtet, dass selbst Menschen problemlos darauf laufen können (lesen Sie hier: Vogelsberg: Biber durchbohrt Damm).

Biber fühlt sich wohl in Eichenzell - Naturschützer versetzen Staudamm

Das Problem dabei: In Eichenzell wurde der Damm mittlerweile so hoch, dass die Strömung die steinerne Brücke unterspült hatte, weshalb Sorge bestand, dass diese Schaden nimmt. „Darum haben wir den Damm zurückgebaut und versuchen nun, den Biber mithilfe eines Gitters daran zu hindern, unter der Brücke hindurchzuschwimmen”, erklärt Kolb.

Ob das funktioniert, können die Naturschützer derzeit noch nicht absehen. „Entweder er akzeptiert es, oder er überquert die Brücke künftig auf dem Landweg.” Laut Naturschützer Kolb hat die Erfahrung gezeigt, dass sich Biber in zwei Dritteln der Fälle mit der neuen Situation zufriedengeben.

Und sollte dieser Idealfall eintreten und der Nager die Umsiedlung akzeptieren, würde er oberhalb der Brücke einen neuen Damm errichten. „Um ihm die Entscheidung zu erleichtern, haben wir ihm bereits Baumaterial bereit gelegt”, sagt der HGON-Vorsitzende. Mit den Grundstückseigentümern, die von der Flutung durch den Biber betroffen sind, haben die Naturschützer bereits gesprochen. Diese unterstützen die Artenschutzaktivität gerne.

Video: Biberbabys aus Kanalgitter Oberallgäu gerettet

Zwei davon, die Eichenzeller Unternehmer Sven und Otmar Baumann, haben sich bei den Bauarbeiten vor Ort selbst ein Bild gemacht. Aber nicht nur für den Biber hätte der neue Damm positive Folgen: „Der Biberdamm verwandelt den Bach in ein ruhiges, stehendes Gewässer, das zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten als neu entstandenen Lebensraum annehmen.”

So würden sich unter anderem Frösche, Molche, Fische und Wasserinsekten neu ansiedeln. Diese wiederum dienten bestimmten Vögeln als Nahrung – etwa dem Storch oder Reiher. „Wir haben aber auch zahlreiche Stockenten und Kanadagänse hier gehabt, seit der Biber am Gänswässerchen heimisch ist”, so Reinhard Kolb. (Tobias Farnung)

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