Eichenzeller FDP und Rainer Ebert gehen getrennte Wege.
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Die Eichenzeller FDP und Rainer Ebert gehen getrennte Wege.

Nach WhatsApp-Konflikt

Nach extremer Corona-Kritik: Eichenzeller FDP und Gemeindewahl-Kandidat trennen sich

  • Volker Nies
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Die Eichenzeller FDP und Rainer Ebert (50), der auf der FDP-Liste für die Gemeindewahl auf Platz drei steht, gehen in Zukunft getrennte Wege. Damit ziehen beide die Konsequenzen aus der extremen Corona-Kritik, die Ebert in einer Veröffentlichung geäußert hatte.

Eichenzell - Der Vorstand des FDP-Ortsverbandes Eichenzell hatte sich am Donnerstagabend zu einer Besprechung mit ihrem Mitglied Rainer Ebert getroffen. „Einvernehmlich haben wir uns voneinander getrennt, was die weitere Zusammenarbeit und die Mitgliedschaft in der FDP betrifft“, sagte Vorsitzender Andreas Baier unserer Zeitung. Ebert werde die Partei von sich aus verlassen. „Herr Ebert wird auf der FDP-Kandidaten-Liste für die Wahl zur Gemeindevertretung stehen, da eine Änderung rechtlich nicht mehr möglich ist. Sollte er gewählt werden, wird er von sich aus auf einen Platz in der Gemeindevertretung verzichten und der nächste Kandidat von unserer Liste der FDP rückt dann nach“, erklärte der FDP-Vorsitzende.

Ebert war erst vor einigen Monaten in die FDP eingetreten. Er half mit, dass die Liberalen in der Gemeinde Eichenzell erstmals mit einer eigenen Liste für die Gemeindevertretung kandidieren. Weil er in der Gemeinde bekannt ist, setzte ihn die FDP auf Platz drei. Als die Liberalen ihre Liste öffentlich präsentierten, war Ebert mit dabei. 

Eichenzell: Nach extremer Corona-Kritik - FDP und Kandidat trennen sich

Vor einer Woche ging Ebert dann selbst in die Öffentlichkeit. Er veröffentlichte auf WhatsApp eine Stellungnahme und einen Fragebogen zur Coronapolitik und bat die Nutzer, seine Äußerungen und Fragen in Eichenzell weiter zu verbreiten.

Zur Einleitung schrieb er vier Absätze mit Sätzen, die man von Inhalt und Sprache eher bei der extremen Rechten verorten würde. Ebert schrieb unter anderem:„Die Demokratie ist de facto abgeschafft. Regierungen und Medien beherrschen uns, schränken all unsere Freiheiten ein, wie sie wollen. Sie reden von Demokratie, aber das ist nicht die Wahrheit. Sie lügen. Alles vier Jahre wollen sie unsere Wählerstimme, sonst dürfen wir schweigen. Das Maß ist voll. Es reicht!“

Andreas Baier, Vorsitzender der Freien Demokraten Eichenzell, und Claus-Dieter Schad, Spitzenkandidat der Freien Demokraten zur Kommunalwahl in Eichenzell, distanzierten sich sofort in einer Presseerklärung von den Äußerungen ihres Parteifreundes. Auch von den politischen Mitbewerbern CDU, SPD und Bürgerliste kam scharfe Kritik. Nach dem Gespräch vom Donnerstagabend ist die Zusammenarbeit von FDP und Ebert nun beendet.

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