Mit dem Büro und dem Fuhrpark ist Mike Weider schon ins Oberfeld gezogen.
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Mit dem Büro und dem Fuhrpark ist Mike Weider schon ins Oberfeld gezogen.

Bauschutt-Aufbereitung

Jahrelanger Streit um Brecheranlage in Eichenzell findet ein Ende: Firma Weider darf umziehen

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Es war ein langer Weg, den die Firma Weider mit den Plänen zum Umzug ihrer Bauschuttaufbereitung gehen musste. Nach mehr als fünf Jahren Debatte hat die Gemeindevertretung jetzt die letzte noch ausstehende Zustimmung erteilt.

Eichenzell - Bei der Abstimmung über den Bebauungsplan stimmte die CDU/CWE-Fraktion dafür, die SPD votierte teils dafür, teils enthielt sie sich, die Bürgerliste stimmte dagegen. Damit kann das Unternehmen Weider im Munkenfeld in der Nähe zu Industriepark Rhön seine Anlage zur Bauschuttaufbereitung errichten. Seine Verwaltung, den Fuhrparkstandort und das Lager hat das Unternehmen bereits einige Kilometer entfernt im Oberfeld an der Kreuzung von B27 und A66 gebaut. Vor fünf Jahren war zunächst geplant, dass die Firma im Oberfeld auch den Brecher aufstellt.

„In der Geschichte der Gemeinde Eichenzell gab es sicher kein Bauleitverfahren, über das so lange diskutiert und gestritten wurde, wie die Umsiedlung der Firma Weider“, blickte Joachim Bohl, Vorsitzender der CDU/CWE-Fraktion zurück. „Heute bringen wir dieses Verfahren zu einem guten Ende.“

Eichenzell: Streit um Brecheranlage zwischen A66 und B27 findet ein Ende

Jetzt, beim letzten Beschluss über den Bebauungsplan, ging es vor allem darum, wohin das Regenwasser geleitet wird, das von der Brecheranlage und den Lagerplätzen wegfließt. Der Bebauungsplan sieht vor, dass das Wasser über einen Lamellenabscheider und ein Rückhaltebecken grob vorgeklärt und dann in den Bach „Höllengrundgraben“ eingeleitet wird.

Die Bürgerliste forderte, dass das Regenwasser nicht in den Bach, sondern in eine Kläranlage geleitet wird. „Wir sind für Recycling. Wir sind auch für den Kompromiss mit den zwei Standorten. Aber wir brauchen eine bessere Abwasserbehandlung, als dies bis jetzt geplant ist“, sagte Fraktionssprecher Joachim Weber.

Sein Fraktionskollege Oliver Kümmel ergänzte, dass ja nicht nur belasteter Regen in den Bach geleitet werden solle, sondern auch der Staub, der über eine Berieselungsanlage eingefangen werde. Weber und Kümmel stellten heraus, dass nicht nur die Bürgerliste, sondern auch die Untere Wasserbehörde beim Landkreis Fulda die Ableitung des Regenwassers in eine Kläranlage fordere.

Letzter Streitpunkt um Firma Weider: Wohin soll das Regenwasser fließen?

Bohl bestätigte, dass die Untere Wasserbehörde im Landratsamt die „Entwässerung in südliche Richtung (Gewerbegebiet Welkers)“ fordere. Doch der Fachdienst Bauen und Wohnen beim Landkreis habe geäußert, er habe keine grundsätzlichen Bedenken. Auch aus dem Regierungspräsidium gebe es grünes Licht für die Einleitung des Regenwassers in den Bach: Die Obere Wasserbehörde und die Obere Naturschutzbehörde hätten keine Bedenken. Bohl sagte, es gehe nicht um Einleitung giftiger Abwässer, sondern um Regenwasser. Auf dem Gelände lagerten ungefährliche Stoffe, Feststoffe würden herausgefiltert.

Im Munkenfeld mit Blick auf die A 7 und das Autobahndreieck Eichenzell darf die Brecheranlage der Firma Weider gebaut werden.

Für die SPD sagte Fraktionsvorsitzender Lutz Köhler, er sei froh, dass das Thema von allen Seiten beleuchtet sei, aber jetzt auch abgeschlossen werde. Die SPD unterstütze die Forderung der Bürgerliste, das Regenwasser vom Brechergelände in die Kläranlage zu leiten. Aber für den Fall, dass diese Forderung keine Mehrheit finde – was ja dann der Fall war –, unterstützten die Sozialdemokraten das Gesamtprojekt. „Die Planung für die Brecheranlage ist seriös, auch der Unternehmer Mike Weider ist seriös“, bilanzierte Köhler.

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