Fotos: Daniela Petersen

Eichenzeller Bürgermeisterkandidaten ziehen Wahlkampf-Bilanz

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Eichenzell - Am Sonntag wählen die Eichenzeller einen neuen Bürgermeister: Alle drei Bewerber haben in den vergangenen Wochen Plakate geklebt, Flyer verteilt und sich bei Infoveranstaltungen vorgestellt. Jetzt ziehen Johannes Rothmund (CDU), Lutz Köhler (SPD) und Harald Friedrich (BLE) eine Bilanz.

Von unserem Redaktionsmitglied Daniela Petersen

„Ich habe 90 Prozent der Haushalte besucht. Ich finde es gut, wenn sich ein Kandidat mal direkt bei den Leuten vorstellt“, sagt Johannes Rothmund, der auch so kurz vor der Wahl noch unterwegs ist. An der Haustüre käme man mit den Menschen in Kontakt. „Und bis auf zwei oder drei Begegnungen ist das auch durchweg gut angenommen worden“, ergänzt der 45-Jährige. Etwa 3700 Flyer wurden verteilt.

Dabei fällt auf: Der Parteiname CDU rückt eher in den Hintergrund: „Für mich steht die Partei bei einem Bürgermeisterwahlkampf nicht im Vordergrund, sondern die Person“, begründet Rothmund, räumt aber ein, dass das Netzwerk der Union hilfreich gewesen sei und er viel Unterstützung aus der CDU bekommen habe. „Die CDU Eichenzell stand mir mit Rat und Tat zur Seite.

Zuversicht für den Wahlkampf

Insgesamt wurden etwa 600 Plakate geklebt, 100 bis 120 Feste hat Rothmund besucht, er war mitunter vor Supermärkten und morgens an den Bahnhöfen der Gemeinde, um Kräppel zu verteilen, und er hat 15 eigene Veranstaltungen organisiert. „Das waren Dialogveranstaltungen, bei denen ich wissen wollte, wo die Gemeinde noch mehr machen könnte“, erklärt Rothmund.

Die Veranstaltungen seien zum Teil sehr gut besucht gewesen. „Das hat mich überrascht.“ Für den Wahlkampf am Sonntag ist er zuversichtlich. „Ich bin sicher aufgeregter als beim FZ-Forum. Es könnte ein knappes Rennen werden.“

5000 Flyer verteilt

Harald Friedrich, Kandidat der Bürgerliste, geht davon aus, dass es auf jeden Fall eine Stichwahl geben wird und keiner der drei Kandidaten „den Durchmarsch macht“. Der 56-Jährige war der erste, der seine Wahlkampfplakate geklebt hat: „Wir haben insgesamt 300 recycelbare Plakate aufgehängt“, betont Friedrich. 100 davon mussten nochmal nachgeordert werden, weil einige Plakate durch die Witterung gelitten hätten.

Neun Mal hat Friedrich die Veranstaltung „Grill den Friedrich“ angeboten, vier Mal „Frag’ den Friedrich“. Darüber hinaus hat er Informationsabende zu den Themen „Nachhaltig leben“ und „Energie für die Zukunft“ sowie eine Unterhaltungsveranstaltung mit Franz Habersack angeboten. „Das wurde gut angenommen“, sagt er. Bis zu 100 Personen seien jeweils gekommen. Auch er hat insgesamt 5000 Flyer an alle Haushalte verteilt und alle zwei Wochen die Broschüre „Bürgernews“ herausgegeben, in der er seine Wahlkampfziele formulierte.

Unterstützung von der Familie

Die „Bürgernews“ habe ich zum Teil selbst ausgetragen und bin auch da mit den Leuten ins Gespräch gekommen.“ Direkt an den Haustüren geklingelt und sich vorgestellt habe er nicht. „Das ist für meine Begriffe auch zu aufdringlich.“ Er habe sich stattdessen vor Supermärkte gestellt, da könnten die Leute selbst entscheiden, ob sie mit dem Kandidaten sprechen möchten oder nicht.

Beim Wahlkampf und vor allem bei den Veranstaltungen sei er von seiner Familie und von Mitgliedern der Bürgerliste unterstützt worden. „Da bin ich sehr froh drüber. Aber als Kandidat der Bürgerliste steht da keine große Partei dahinter. Es war anstrengender als gedacht“, sagt Friedrich. Er wolle kämpfen bis zum Schluss und hofft, in eine mögliche Stichwahl zu kommen.

22 Wahlkampfveranstaltungen

SPD-Kandidat Lutz Köhler empfindet den Wahlkampf ebenfalls als „intensiv“, er hatte jedoch damit gerechnet, dass die Zeit vor der Wahl noch anstrengender werden könnte. „Dadurch dass meine Frau bei allen Terminen mit dabei war, hatte das fast etwas Familiäres und ging leichter. Es hat mir Spaß gemacht“, sagt der 50-Jährige.

Er absolvierte insgesamt 22 Wahlkampfveranstaltungen – inklusive der Samstage, an denen er vor Supermärkten in der Gemeinde stand, um mit den Leuten zu sprechen. „Das waren teilweise sehr gute Gespräche. Die drei Stunden gingen immer sehr schnell vorbei.“

Auf Wahlsonntag wird gespannt geblickt

200 Plakate und 9000 Flyer hat Köhler mit Hilfe der SPD-Fraktion und Freunden aufgehängt und verteilt. An den Haustüren geklingelt habe auch er nicht: „Jeder macht den Wahlkampf so, wie es zu einem passt. Ich bin nicht der Mensch, der an die Türen geht, um die Leute in politische Gespräche zu verwickeln“, sagt er. Manchmal sei er aber samstags mit dem Hund durch die Ortschaften gelaufen. „Dabei kamen auf der Straße einige Gespräche mit Bürgern zustande.“

Köhler blickt mit Spannung auf den Wahlsonntag: „Man ist froh, dass es nun soweit ist. Man will ja schauen, wie die ganzen Veranstaltungen gewirkt haben und wie man angekommen ist. Ich gehe in die Wahl mit der Hoffnung und dem Wunsch zu gewinnen. Im ersten Wahlgang ist das bei drei Kandidaten eher nicht wahrscheinlich – aber ich hätte auch nichts dagegen.“

Alle drei Kandidaten sind auch am Freitag und Samstag noch unterwegs, um für sich zu werben. Jetzt geht es in den Endspurt.

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